Ryanair, Easyjet und Co.: Billigfluggesellschaften sind für viele Flughäfen in NRW wirtschaftlich wichtig. Vor allem kleinere Regionalflughäfen wie Weeze oder Dortmund hängen stark von Billigfliegern ab, da diese einen großen Teil der Starts und Landungen stellen. Doch immer mehr Billig-Airlines ziehen sich aus Deutschland zurück. Ryanair etwa ist Ende Juni zum vorläufig letzten Mal von Dortmund aus geflogen.
Nach Berechnungen des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) haben Fluglinien wie Ryanair oder Easyjet seit 2019 fast jeden dritten in Deutschland stationierten Jet ins Ausland verlagert. Von 190 Jets seien noch 130 geblieben. Damit gehe nicht nur internationale Anbindung verloren, es entstehe auch ein Milliardenschaden für die Volkswirtschaft. Jedes Mittelstreckenflugzeug sichere rund 170 Arbeitsplätze und trage rund 70 Millionen Euro Wertschöpfung zum Bruttoinlandsprodukt bei.
Luftfahrtexperte: Rückzug der Billigfluggesellschaften ist nur vorübergehend
Das werde sich aber bereits im kommenden Jahr wieder ändern, glaubt Großbongardt. 2026 würden die Billigairlines wieder mehr Flugzeuge zur Verfügung haben, da dann neue Maschinen ausgeliefert würden und die Reparaturen an den Triebwerken von bestehenden Flugzeugen erfolgt seien. Dann hätten die Billigfluggesellschaften auch in Deutschland wieder mehr Maschinen zur Verfügung.
Kleinere Flughäfen in NRW verlieren Verkehr
Nichtsdestotrotz würden die kleineren Flughäfen in NRW an Verkehr verlieren, glaubt Großbongardt. Das hänge auch damit zusammen, dass der Luftverkehr allgemein zurückgehe. Die Lufthansa etwa biete vom Flughafen Paderborn keine Flüge mehr nach München oder Frankfurt an - was übrigens Unternehmerinnen und Unternehmer dazu bewogen hat, eine eigene Fluglinie zu gründen.
Tendenziell sieht Großbongardt alle kleineren Flughäfen in NRW wirtschaftlich bedroht. Das gelte auch für den Flughafen in Weeze, der allerdings durch einen Deal mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall an Stabilität gewinne. Rheinmetall hat am Flughafen Weeze eine Fabrik zur Herstellung von Rumpfmittelteilen für das Kampfflugzeug F-35 gebaut. Die im Frühjahr 2025 in Betrieb genommene Fabrik ist Teil der Rheinmetall Aviation Services GmbH.
Über dieses Thema haben wir am 11.08.2025 auch im WDR Hörfunk berichtet: WDR 5 Das Wirtschaftsmagazin ab 13.34 Uhr.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt im Gespräch mit WDR 5