Wüst besucht Kampfjet-Fabrik | Aktuelle Stunde

01:41 Min. Verfügbar bis 01.07.2027

Wüst lobt neue Kampfjet-Fabrik von Rheinmetall

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Ministerpräsident Wüst hat das neue Kampfjet-Werk in Weeze am Niederrhein besucht. Auch der grüne Koalitionspartner steht hinter Rüstungsprojekten made in NRW wie der Fabrik von Rheinmetall.

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) stellt sich demonstrativ hinter ein zentrales Projekt der Rüstungsindustrie in Nordrhein-Westfalen. "Hier in Weeze wird Zeitenwende konkret", sagte Wüst am Dienstag kurz vor dem Betriebsstart der neuen Rheinmetall-Fabrik in der Gemeinde im Kreis Kleve. Das Werk des Waffenkonzerns am Niederrhein soll eines der modernsten in Europa für den Bau von militärischen Flugzeugen sein.

Nordrhein-Westfalen bekenne sich zu seiner "sicherheitspolitischen Verantwortung", sagte der Ministerpräsident. Das neue Werk zeige, dass internationale Herausforderungen auch "Chancen und Wachstumsperspektiven" bedeuteten. Der Ministerpräsident lobte das Projekt als gelungenes Beispiel der Kooperation mit US-Firmen - trotz der schwierigen transatlantischen Beziehungen.

Flugzeugteile für F-35-Kampfjets

Auf rund 60.000 Quadratmetern wurde mit einer Investitionssumme von 200 Millionen Euro die Fabrik für den militärischen Flugzeugbau errichtet. Insgesamt sollen am Standort Weeze laut Rheinmetall 400 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. 

In dem Werk soll die Produktion von Flugzeugteilen speziell für F-35-Tarnkappenbomber erfolgen. Rheinmetall ist als Zulieferer des US-Konzerns Northrop Grumman tätig, der die aus etwa 300.000 Einzelteilen bestehenden Rumpfmittelteile in den USA bislang selbst produziert. F-35-Generalunternehmer ist der US-Konzern Lockheed Martin. Die F-35 gilt als der modernste Kampfjet der Welt.

Produktionsstart steht unmittelbar bevor

In wenigen Tagen, "vielleicht schon morgen" werde die Fertigung von 400 Rumpf-Mittelteilen für die F-35 anlaufen, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger bei der Pressekonferenz in Weeze. Bis zu 36 dieser "Herzstücke" für den "vielseitigsten und den leistungsfähigsten Kampfjet der Welt" sollen pro Jahr in Weeze gebaut und an zahlreiche NATO-Staaten geliefert werden.

Doch nicht nur große Konzerne in NRW sollen mit Aufrüstung Geld verdienen. Die sicherheitspolitische Lage seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine bringe auch "Marktchancen für mittelständische Unternehmen", sagt Stefan Braun vom Zentrum für Innovation und Technik in NRW. Leider seien manche Unternehmen hierzulande noch zu "träge", um die Potentiale in diesem Bereich für sich zu nutzen. Doch auch Bund und Länder seien das Thema Rüstung seit der "Zeitenwenden"-Ankündigung des damaligen Kanzlers Olaf Scholz (SPD) "viel zu zögerlich" angegangen.

Ukrainische Firmen, so Braun, seien da zum Beispiel viel innovativer bei der Herstellung von neuen Drohnen - aber dort herrsche wegen des Krieges eben auch Produktionsdruck.

F-35-Kampfjets in Weeze

WDR Studios NRW 01.07.2025 00:54 Min. Verfügbar bis 01.07.2027 WDR Online

Schwarz-Grün und die Aufrüstung

Rüstung, Militär, Aufrüstung - Schwarz-Grün in NRW versucht sich auf diesem Sektor zunehmend als Vorreiter zu profilieren. "Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine hat eine sicherheitspolitische Zeitenwende ausgelöst und verlangt entschlossenes Handeln", sagte Grünen-Fraktionsvize Julia Höller am Dienstag. Als starkes Industrieland trage auch NRW eine Verantwortung dafür, "dass unsere Soldatinnen und Soldaten mit dem ausgestattet sind, was sie brauchen".

Rüstung sei "kein wirtschaftlicher Selbstzweck – sondern muss unserer Sicherheit dienen und klaren Bedingungen folgen", sagte Höller. Man setze auf "feste ethische Leitplanken, volle Transparenz und strikte Exportkontrollen".  

Unsere Quellen:

  • Wüst und Papperger bei Pressekonferenz in Weeze
  • eigene Recherchen
  • Braun im WDR-Interview und in Zenit-Onlineartikel
  • Höller auf WDR-Anfrage
  • Nachrichtenagentur dpa

Über dieses Thema berichtet der WDR am 1.7.2025 auch in Hörfunk und Fernsehen. 

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