Solarflächen entlang von Autobahnen sind keine Seltenheit. Auch an der A1, Höhe der Abfahrt Münster-Hiltrup steht seit kurzem ein solcher Solarpark. Er wurde jetzt offiziell in Betrieb genommen und unterscheidet sich von gewöhnlichen Flächen. Hierbei handelt es sich um einen Agri-Solarpark.
Agri-PV Lösung in Zeiten knapper Flächen
Eine Agri-PV-Anlage ist sozusagen ein Dach über einem landwirtschaftlich betriebenen Acker: Auf dem Feld in Münster-Amelsbüren werden zum Beispiel Getreide, Raps und Ackerbohnen angebaut. Oben drüber sind erhöht Solarpaneele aufgestellt.
Die Fraunhofer Batteriefabrik bekommt den Strom.
Sie spenden den Pflanzen auch Schatten, ähnlich wie ein Sonnenschirm an heißen Tagen. So leiden sie weniger unter Trockenheit und Hitze. Agri-PV macht also aus einem normalen Feld eine doppelt nutzbare Energie- und Landwirtschaftsfläche.
Erzeugter Strom geht in Batteriefabrik
13,2 Hektar groß ist die Fläche am Hartmannsbrook in Amelsbüren und soll jährlich rund sechs Gigawattstunden Strom produzieren. Ein Großteil davon geht in die Forschungsfabrik der Fraunhofer Batteriefabrik. "Das ist eine Win-Win-Situation für alle", sagt Professor Dr. Simon Lux.
Er ist der Institutsleiter des Fraunhofer FFB und bewertet den Solarpark als Mehrwert für alle Beteiligten. "Wir bekommen Strom aus einer erneuerbaren Quelle, der Landwirt behält seine Fläche und die Stadtwerke Münster können die Anlage betreiben.“
Kosten belaufen sich auf rund vier Millionen Euro
40 Prozent des Stromverbrauchs der Batteriefabrik werden durch den Solarpark abgedeckt, erklärt Lux weiter und freut sich, dass man nicht nur eine sichere, sondern auch eine lokale Stromversorgung hat. Drei Millionen Euro hat der Bau der Anlage gekostet. Rund eine Million Euro kommen nochmal für den Anschluss zur Batteriefabrik hinzu.
13,2 Hektar groß ist der Agri-Solarpark.
Unsere Quellen:
- Stadtwerke Münster
- Fraunhofer FFB
- Gespräche des Reporters vor Ort mit den Verantwortlichen
Sendung: WDR 2 Münsterland, 21.05.2026, 11:31 Uhr
