Wegen Honorarkürzung : Psychotherapeuten sehen Versorgung in NRW gefährdet
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Wer eine Psychotherapie braucht, muss teils Monate warten. Seit dem 1. April bekommen Therapeuten 4,5 Prozent weniger Honorar - und sie fürchten weitere Einschnitte. Die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) klagt gegen die Kürzungen.
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Jetzt mitdiskutierenInflation und steigende Kosten müssen durch höhere Löhne und Gehälter ausgeglichen werden: Diese Argumente hört man seit jeher bei Tarifverhandlungen, und in der Regel wird das auch umgesetzt. Nicht aber bei den niedergelassenen Psychotherapeuten im Land. Ab dem 1. April 2026 sind die Honorare für psychotherapeutische Leistungen nach dem Willen der Krankenkassen um 4,5 Prozent gesunken.
Zur Begründung hieß es, zuletzt seien die Honorare in diesem Bereich überdurchschnittlich gestiegen, also müssen man sie zur Angleichung nun senken. Allerdings bilden Psychotherapeuten "das Schlusslicht in der Verdienstskala der Fachbehandler", heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks (DPNW). Auch das Fachblatt "Arzt & Wirtschaft" schreibt: Niedergelassene Psychotherapeuten verdienen im Schnitt deutlich weniger als Haus- oder Fachärzte.
Klage gegen Kürzungen
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat gegen die Honorarkürzung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in diesem Jahr Klage beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg eingereicht.
"Diese fatale Entscheidung geht zulasten psychisch kranker Menschen und benachteiligt die Psychotherapeuten massiv." KBV-Chef Andreas Gassen
Die Klage richtet sich gegen den entsprechenden Beschluss des zuständigen Gremiums des Gesundheitswesens, das über Vergütungen entscheidet. Die KV Nordrhein bewertete den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses als verheerendes Signal an die Leistungserbringer in der ambulanten Versorgung.
Gegen Honorar-Kürzung: Demos auch in vielen NRW-Städten
Die Honorarkürzung lassen sich die Psychotherapeuten nicht gefallen: Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) rief bundesweit zu Demonstrationen in zahlreichen Städten auf - in NRW unter anderem in Köln, Bonn, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bielefeld. Was genau bedeutet die Honorarkürzung - für die Therapeuten, aber auch für Patienten?
50.000 Euro für die Praxisübernahme
Moritz Esser-Wolters betreibt seit Anfang des Jahres eine Praxis für Psychotherapie in Coesfeld. Dazu muss man wissen: Um Kassenpatienten aufnehmen und abrechnen zu können, brauchen Psychotherapeuten einen Kassensitz. Diese sind aber streng reglementiert, pro Kommune gibt es nur eine bestimmte Anzahl von Sitzen.
Kassensitze für Psychotherapie sind ähnlich gefragt wie Mietwohnungen in guten Gegenden, entsprechend hoch sind die Kosten. Wer die tolle Altbauwohnung in Köln-Sülz haben will, muss dann eben 8.500 Euro an die Vormieter zahlen - selbst wenn die Ikea-Küche, für die der Abschlag fällig ist, ziemlich heruntergekommen ist.
Und auch wer eine Psychotherapie-Praxis übernehmen will, muss dem Vorgänger für die Übernahme einiges bieten. "Man zahlt eigentlich immer zu viel", sagt Esser-Wolters. Er hat 50.000 Euro hingelegt, um seine Praxis zu eröffnen. Eine Grundlage für diesen Preis? "Gibt es nicht", so Esser. Keine teuren Geräte, keine kostspieligen Einrichtungen - "im Grunde reichen mir zwei Stühle, um in der Praxis meine Arbeit zu machen", sagt Esser-Wolters.
Versorgungslage mit Therapieplätzen "katastrophal schlecht"
Monatelang Warten auf Termin beim Therapeuten
Zum Start in den Beruf hat Esser-Wolters einen Kredit aufgenommen. Den wird er zwar weiter bedienen können, aber es ist gut möglich, dass ihm durch die neue Regelung 3.000 bis 4.000 Euro im Jahr wegfallen. "Ein fatales Signal", heißt es bei der Psychotherapeutenkammer NRW zu den Kürzungen. Die Kammer sieht durch den steigenden Finanzdruck die psychotherapeutische Versorgung im Land gefährdet.
Wie lange wartet man im Durchschnitt auf einen Therapieplatz?
Ungefähr 5.600 psychotherapeutische Kassensitze gibt es derzeit in NRW. Trotzdem muss man in NRW laut Bundespsychotherapeutenkammer im Schnitt rund fünf Monate auf ein Erstgespräch in einer Praxis warten. Psychotherapeut Esser-Wolters bestätigt die angespannte Situation: "Die Versorgungslage ist katastrophal schlecht." Eine Warteliste für Patienten gibt es in seiner Praxis nicht. "Aber wenn es die gäbe, würde die Wartezeit ungefähr zwei Jahre betragen", glaubt er. 7.000 Kassensitze fehlen derzeit in Deutschland, schätzt die Psychotherapeutenkammer.
Wer gesetzlich versichert ist, könnte bald noch länger warten
Die Versorgungslage für Kassenpatienten könnte wegen der Honorarkürzungen künftig noch schlechter werden. Denn es gibt schon jetzt einen Unterschied zwischen Privat- und Kassenpatienten. Während man für eine Therapiestunde mit einem Privatpatienten 167,58 Euro abrechnen kann, sind es bei Kassenpatienten derzeit 119,89 Euro. Seit April klafft die Schere noch weiter auseinander.
Müssen Kassenpatienten bald noch länger warten?
Die Befürchtung: Mehr Psychotherapeuten konzentrieren sich in Zukunft auf Privatpatienten, da sie mit deren Behandlung mehr verdienen können. Die Wartezeiten für gesetzlich Versicherte dürften dann noch weiter steigen. Esser-Wolters schließt diesen Weg für sich derzeit zwar aus. Allerdings kann er sich durchaus vorstellen, dass es Kolleginnen und Kollegen gibt, die darüber nachdenken.
Eine Entscheidung, die zum "Bumerang" werden könnte, glaubt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein. Denn die vermeintliche Ersparnis könnte Staat und Gesellschaft letztendlich ein Vielfaches kosten: "Werden psychische Erkrankungen erst verzögert oder gar nicht therapiert, drohen lange Ausfallzeiten, soziale Krisen und ein Bedarf an finanziellen Transferleistungen", heißt es in einer Mitteilung.
Petition wurde bereits 386.000 Mal unterzeichnet
Nicht nur in den Verbänden, auch aus der Bevölkerung gibt es Gegenwind: Eine Petition der Psychotherapeutin Johanna Jung, die die Rücknahme der Honorarkürzungen fordert, wurde innerhalb einer Woche rund 386.000 Mal unterzeichnet. Jung wendet sich darin unter anderem an das Bundesgesundheitsministerium. Tatsächlich hätte das Ministerium von Nina Warken (CDU) die Möglichkeit gehabt, die Kürzungen zu stoppen.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagenturen dpa, AP
- Interview mit Moritz Esser-Wolters
- Fachblatt "Arzt und Wirtschaft"
- Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
- Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
- Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk
- Psychotherapeutenkammer NRW
- Bundespsychotherapeutenkammer
- KV Nordrhein
- Change.org: Petition von Johanna Jung
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR.de, Auswirkungen der Honorarkürzung bei Psychotherapeuten, 14.06.2026, 10:49 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 16.03.2026
93 Kommentare
Kommentar 93: Wüstenfähe schreibt am 16.06.2026, 09:40 Uhr :
Beamte müssen endlich gesetzlich versichert werden. Überzogene Honorare, auch die der Psychotherapeuten, müssen gekürzt werden. Kein gesetzlich Versicherter würde seinem Behandler mit übereinandergeschlagenen Beinen in der 50-Minuten-Sitzung jede Minute 2,40 € ins Sparschwein schmeißen. Psychotherapeuten sollten ein angemessenes und auskömmliches Ausbildungshonorar erhalten. Überzogene Abstandszahlungen für Kassensitze gehören verboten. Ärzte, die generell den Focus auf Privatpatienten richten, sollten die Kosten für das Studium selbst tragen. Das Lohngefüge in Deutschland stimmt nicht mehr. Wenn wir Inflation vermeiden, die Finanzierung des Gesundheitssystems erhalten, den Euro stabilisieren wollen, sind die Anpassungen in allen Branchen erforderlich. Außerdem finanzieren nur gesetzlich Versicherte die Gesundheitskosten der Bürgergeldempfänger. Eine libertäre Klasse kämpft um ihre Privilegien - aber wir brauchen soziale Gerechtigkeit.
Kommentar 92: qwertz schreibt am 15.06.2026, 15:58 Uhr :
Das eigentliche Problem ist die Psychtherapie als Therapieform. Wenn jemand eine ernsthafte psychische Erkrankung hat, sind klinische Psychiater und Medikamente erforderlich. In fast allen anderen Fällen ist gar keine Behandlung nötig, weil es wirklich nur umweltbedingte (Stress!) Verstimmungen" sind, die nach ein paar Wochen von selbst verschwinden. Psychotherapie ist genauso "wirksam" wie Homöopathie.
Antwort von Die vom Fach , geschrieben am 15.06.2026, 21:12 Uhr :
Die verschiedenen Formen der Psychotherapie sind wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse sind eindeutig: Viele Menschen erleben langfristig deutliche Verbesserungen. Bei vielen psychischen Erkrankungen sind Medikamente hilfreich bis unerlässlich und ergänzen die Psychotherapie. Erkrankungen wie Angststörungen oder Zwangsstörungen verstärken sich häufig ohne Psychotherapie, chronifizieren und schänken den Alltag der Betroffenen zunehmend ein.
Kommentar 91: Daniel schreibt am 15.06.2026, 09:30 Uhr :
Ich habe den wahren Psychologen und Arzt in Jesus Christus gefunden. Ich brauche keinen anderen und damit auch keine langen Wartezeiten und Arztwege.
Kommentar 90: Gisell schreibt am 14.06.2026, 16:09 Uhr :
Jeder sollte bereit sein einen Beitrag zu leisten und die ständigen Lohnerhöhungen sind absurd.
Kommentar 89: S. Fischer schreibt am 14.06.2026, 13:55 Uhr :
Für mich macht das alles Sinn. Zunächst schaffen wir eine Situation, in der unfassbare viele Menschen über Erschöpfung, Müdigkeit und Schwäche klagen. Was das über Wochen und Monaten für die Betroffenen bedeutet, kann man sich denken? Denn die Folgen liegen auf der Hand. Dann kürzen wir den Psychotherapeuten das Geld, damit der Anreiz Psychotherapeut herunter gefahren wird. Schließlich sind dann die Wartezeiten nicht nur 9 oder 12 Monate, sondern 2 Jahre. Menschen, die zwei Jahre lang in einer psychischen Notlage sind, sind dem Tod näher als dem Leben. Schließlich ist man nach so einer Zeit kognitiv, psychisch und physisch so geschwächt, dass man nicht mehr denken kann und schon gar nicht Widerstand leisten kann. Mit anderen Worten: Mit denen kann man schließlich alles machen. Das sind doch alles keine Zufälle!
Kommentar 88: Petra Schulz schreibt am 20.03.2026, 17:27 Uhr :
👍👍👍 Nicht aufgeben, einfach weiter machen und glücklich bleiben! Das Leben ist zu kurz, um sich fertig machen zu lassen. Unsere Bundesregierung muss endlich anfangen, uns zu beschützen. Das nennt man Fürsorgepflicht. Sonst kann der Staat auch alle Sozialleistungen streichen. Wir kommen zurecht, wenn wir zusammenhalten! Vielen Dank, daß es euch gibt 💜🐬 Fröhliches Zuckerfest wünscht euch Petra aus Norddeutschland 😉
Kommentar 87: Florian schreibt am 20.03.2026, 10:32 Uhr :
Genau so ist es, danke für diesen Kommentar. Ärzte verdienen, je nach Fachgebiet, ein vielfaches von Psychotherapeuten. Sie können sich gleichzeitig relativ schnell zum ärztlichen Psychotherapeuten weiterbilden. Psychologische Psychotherapeuten benötigen dafür, nach dem Studium, eine fünf oder mehr Jahre dauernde Ausbildung. Gleichzeitig entfallen auf ärztliche Psychotherapeuten relativ mehr Beschwerden aufgrund von Behandlungsfehlern. Irgendwas läuft hier schief.
Antwort von Wüstenfähe , geschrieben am 20.03.2026, 14:00 Uhr :
Ich gehe gerne zum Friseur. Dort kann ich auch reden und bekomme Tipps. Der Trockenschnitt ist noch erschwinglich. Und wenn ich merke, es geht nicht mehr, warte ich nicht auf ein Lichtlein, sondern fahre ans Meer. Die Psychiater sollten ihre Tablettinos selbst essen müssen. Machen nur fett und müde und gehen auf die Leber. Ich glaube dieser Branche nichts mehr.
Antwort von Informationsangebot , geschrieben am 20.03.2026, 15:49 Uhr :
Liebe Wüstenfähe, offensichtlich kennen Sie den Unterschied zwischen Psychiatern und psychologischen PsychotherapeutInnen nicht, denn während die einen (gut wirksame) Medikamente verschreiben behandeln die anderen im Gespräch mit wissenschaftlich abgesicherten (ebenfalls gut wirksamen) Methoden. Psychische Erkrankungen kann man leider nicht bei FriseurInnen behandeln, auch wenn die Kollegen bestimmt auch tolle Arbeit machen. Falls der Friseurbesuch hilft, haben Sie voraussichtlich keine psychische Erkrankung. Alles in allem sind psychotherapeutische Behandlungen keine Glaubensfrage sondern evidenzbasiert. Bitte lesen Sie vor solchen Kommentaren mehr Hintergrundinformationen.
Antwort von Psychonaut , geschrieben am 21.03.2026, 01:34 Uhr :
Ich finde ihren Kimmentar echt gruselig. Haben Sie vielleicht mal gedacht, dass die bösen Raucher wesentlich früher sterben und so Renten- und Krankenversicherung erheblich belastet. Ich frage mich auch echt, wie man ihren Beruf ausüben kann, wenn man nicht einen einzigen Funke Empathie besitzt, sich in einen Suchtkranken hineinzuversetzen.
Kommentar 86: Bastian schreibt am 20.03.2026, 10:00 Uhr :
Erster Satz ist schon falsch. Wer einen Therapieplatz braucht muss teilweise Jahre warten nicht Monate!
Kommentar 85: Beate schreibt am 20.03.2026, 01:19 Uhr :
Dieses Sparen zu Lasten von Menschen mit psychischen Erkrankungen zieht deutliche Folgekosten nach sich. Mein Freund hat sich suizidiert, weil er in der Psychiatrie nicht ernst genommen wurde, wie er sagte, weil er also eine fachlich minderwertige Behandlung erfahren hat und weil auch viel zu wenig Zeit war. Die Folge daraus ist, dass nun weitere Menschen aus seinem näheren Umfeld psychotherapeutische Hilfe benötigen. Ich selbst habe nun schon fast 100 Stunden erhalten, war in der Reha, in der Tagesklinik und habe eine Erwerbsminderungsrente, weil der Meteoriteneinschlag meine persönliche Belastungsgrenze deutlich herabgesetzt hat. - Da hat sich das ursprüngliche Sparen aber gelohnt(!) Derzeit sucht mein Sohn einen Therapeuten, weil sein ADS ihn in eine Lebenskrise gebracht hat. Mein Sohn hat seine Ausbildung hingeworfen und möchte erst einmal Hilfe bekommen. Weil er auf diese wohl noch lange warten muss, wird er wohl auch in diesem Jahr seine Ausbildung nicht fortsetzen. ...
Kommentar 84: Mick schreibt am 19.03.2026, 22:01 Uhr :
Ich finde die Diskussion ein wenig unsachlich. Da wird wie so oft zuviel auf Privatpatienten reflektiert. Die machen aber nur 10 Prozent aller Versicherten aus und haben auch keinen höheren Therapiebedarf, wie gesetzlich Versicherte. Zu behaupten, man würde sich mehr auf Privatpatienten konzentrieren müssen, worunter die gesetzlich Versicherten dann leiden, ist Blödsinn. Da spielt man zwei Personengruppen polemisch gegeneinander aus. Das das Vergütungssystem in der GKV teilweise widersinnig ist, steht ausser Frage. Dort müsste man ansetzen. Es ist doch ein guter Ansatz zu prüfen, warum Fachärzte teilweise extrem besser vergütet werden, wie Hausärzte oder Psychotherapeuten.
Antwort von Wüstenfähe , geschrieben am 20.03.2026, 00:17 Uhr :
Absolut. Es ist schwierig als Privatpatient mit psychischer Vorerkrankung die Kasse zu wechseln. Die Beiträge sind enorm. Und wenn ein Privatpatient in eine Klinik geht und eine Komforterfahrung macht, die Kassenpatienten nicht geboten wird, dann werden die Befunde im Abschlussbericht für Erschütterung sorgen. Die Kosten müssen ja irgendwie gerechtfertigt werden. Kämpfen Privatpatienten um berufliche Rehabilitation, dann wirken die Befunde in Auslegung z.B. beim Gesundheitsamt sehr nachteilig. Alles hat eben auch seinen Preis im Leben. Es geht um Geld. Pecunia non olet.
Kommentar 83: Psychdoc schreibt am 19.03.2026, 19:51 Uhr :
....aber wir leisten uns ab 1.4.ein Lungenkrebsscreening für starke Raucher.Bewusst in Kauf genommenes Risiko.GKV Leistung.Nicht aus der Tabaksteuer oder gar Selbstzahlerleistung. Niedrigdosiscomputertomographie und wieder verdient die Apparatemedizin.Auch eine Entscheidung des erweiterten Bewertungsausschusses Ich bin Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie.Betreue viele schwer und Komplexerkrankte Menschen überwiegend GKV.Bedeutet viel Leistung für die es keine Ziffer gibt und das Begleiten Lebensbedrohlicher Krisen. Die Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht der TherapeutInnen und der PatientInnen Und den Strukturzuschlag bekommen nur voll ausgelastete Praxen bei vollem Sitz heißt das 36 Pat.plus Doku,plus Administration,plus,Fortbildung,plus IT Warteschleifen,Stellungnahmen und Gutachten Und das trifft in der Regel wieder Frauen die Care Arbeit leisten und irgendwie versuchen das mit der therapeutischen Arbeit zu verbinden
Antwort von Mick , geschrieben am 19.03.2026, 22:25 Uhr :
Das ist alles kein Grund, Patientengruppen zu diskriminieren. Ihre Argumentation grenzt alle Patienten mit Suchterkrankungen aus und diskriminiert. In Ihrem Beruf sollte Ihr Horizont und Ihr Verständnis bedeutend weiter sein. Ich finde das erschreckend.
Antwort von Wüstenfähe , geschrieben am 19.03.2026, 22:45 Uhr :
Für das Screening kommen 5,5 Millionen Menschen infrage, die nach den Kriterien Tabak konsumiert haben. Die Menschen waren beeinflusst durch Werbung, Film und Fernsehen. Die AOK rechnet nur mit 10% der Betroffenen, die am Screening teilnehmen. Die Detektion scheint sinnvoll, weil noch kurativ auf die Patienten eingewirkt werden kann. Das Screening senkt also die Behandlungskosten. Vielleicht sind ja auch unter Ihren Patienten starke Raucher? Mich erstaunt, dass Sie diesen Vergleich eingebracht haben. Überdenken Sie auch Mal, dass viele nicht hilfreiche Psychopharmaka verordnet werden, die weniger wirksam als ein Waldspaziergang, ein Placebo oder eine Dose Tic Tac Lemon sind. Diese Kosten fehlen doch auch im System.