Kohlestrom in NRW noch immer auf Platz eins | Aktuelle Stunde

WDR 00:29 Min. Verfügbar bis 09.04.2028

Kohlestrom in NRW noch immer auf Platz eins

Stand:

Bei der Stromerzeugung verliert Kohle in NRW weiter an Bedeutung, bleibt aber wichtigster Energieträger. Das teilte IT-NRW mit. Erneuerbare Energien spielen in Nordrhein-Westfalen eine geringere Rolle als in anderen Bundesländern.

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In Nordrhein-Westfalen wird der meiste Strom weiter aus Kohle gemacht. Klimafreundlichen Ökostrom gibt es aber immer häufiger. Das hat das Statistische Landesamt IT-NRW am Donnerstag bekannt gegeben.

Erneuerbare zweitwichtigste Stromquelle

Vergangenes Jahr machte die Kohle noch knapp die Hälfte der Stromerzeugung in NRW aus. Aber ihr Anteil sinkt seit Jahren deutlich. Dafür ist Strom aus NRW immer häufiger klimafreundlich: Erneuerbare Energien, vor allem aus Wind und Sonne, sind inzwischen die zweitwichtigste Stromquelle. Gut ein Viertel des Stroms wird so erzeugt.

Kohle sank laut IT-NRW gegenüber dem Vorjahr um 7,2 Prozent. Erdgas und erneuerbare Energien legten demnach weiter zu: Gegenüber dem Vorjahr stieg die 2025 eingespeiste Menge aus Erdgas nach Angaben der Landesstatistiker um 9 Prozent und aus erneuerbaren Energien um 3,4 Prozent an.

Kohlestrom in NRW weiter vor Erneuerbaren

WDR Studios NRW 09.04.2026 00:35 Min. Verfügbar bis 08.04.2028 WDR Online

Diese Entwicklungen wurden laut Statistischem Landesamt durch "politische Maßnahmen" wie zum Beispiel den Ausstieg aus dem subventionierten Steinkohlebergbau im Jahr 2018, den für 2030 angekündigten Braunkohleausstieg im Rheinischen Revier sowie Ausbau und Förderung unter anderem von Windanlagen beeinflusst.

Wo NRW im Bundestrend liegt 

Insgesamt wurden im Jahr 2025 in Nordrhein-Westfalen 87.475 Gigawattstunden Strom erzeugt und in das Netz zur allgemeinen Versorgung eingespeist. Das war geringfügig (0,2 Prozent) weniger als 2024. Im Vergleich zu 2018 ging die Stromeinspeisung in NRW um 36,6 Prozent zurück.

Damit liegt NRW im bundesweiten Trend: Die Stromerzeugung geht seit Jahren zurück. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet damit, dass der gesamte Energiebedarf in Deutschland bis 2050 um etwa 30 Prozent schrumpft - weil die Energie immer effizienter genutzt wird.

Traditionelles Kohleland mit Aufholbedarf

Die Zahlen machen aber auch klar, dass NRW als traditionelles Kohleland noch besonders viel zu tun hat. Denn der Rest von Deutschland ist schon weiter: Im Schnitt ist der erzeugte Ökostrom-Anteil in anderen Bundesländer mehr als doppelt so hoch wie in NRW.

Bundesweit deckte Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen im ersten Quartal 2026 vorläufigen Zahlen zufolge 53 Prozent des deutschen Stromverbrauchs ab. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg um fast sechs Prozentpunkte, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Anfang April mitteilte. Allerdings lag der Anstieg auch daran, dass das Vergleichsquartal 2025 sehr windarm ausgefallen war.

Sonstige Energieträger umfassen nach Angaben des Statistischen Landesamts Dieselkraftstoffe, leichtes und schweres Heizöl, Flüssig-, Raffinerie-, Gruben-, Kokerei-, Hochofen- und Konvertergas, Wasserstoff, Pumpspeicher ohne natürlichen Zufluss, Industrieabfall, Wärme sowie sonstige hergestellte Gase und andere Mineralölprodukte oder andere Speicher.

Mitarbeit: Lena Berghaus und Rebekka Köpf (Grafiken)

Unsere Quellen:

  • Mitteilung Statistisches Landesamt
  • Nachrichtenagentur AFP

Sendung: WDR.de, Kohlestrom in NRW weiter vor Erneuerbaren, 09.04.2026, 13:37 Uhr

Kommentare zum Thema

11 Kommentare

  • 11 Anonym 11.04.2026, 08:13 Uhr

    Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, fällt mir dazu nur ein. Hier fehlen ganz klar die privaten Solaranlagen. Ich denke der insgesamtenStrimvedarf ist seit 2021 nicht gesunken, sondern eher gestiegen. Demnach hat sich die Erneuerbaren Energie Erzeugung denke ich eher mehr als VERDOPPELT.

  • 10 Ludi 10.04.2026, 23:52 Uhr

    Wann kommt die Solardach Pflicht? Städte wie Augsburg haben jetzt ein Solardach Kataster wo jeder den zukünftigen Ertrag seines Dacha einschätzen kann. Dann noch ordentlich Speicher Bauen und schon wird die Abhängigkeit von Kohle und Gas geringer

  • 9 au weia 10.04.2026, 18:56 Uhr

    Danke ihr (Politik und Wirtschaft) Bremser, jetzt sind wir hinten dran (spätestens seit Hormus eine Katastrophe). Erneuerbare verteufeln verteuern verhindern über Jahre und sich dafür feiern lassen und als Ergebnis sind wir Bürger*innen die Verlierenden. Das jetzt auszulöffeln und wieder richtig zu machen wird nicht einfach.

  • 8 Camenbert 10.04.2026, 09:43 Uhr

    Wir können noch 10 x mehr Windräder und 10 x mehr Solar ausbauen. Solange es keine vernünftigen Speicher gibt, muss es bei Dunkelflaute Ersatzenergieträger geben! Wird leider immer unterschlagen. Wann werden den die benötigten Gaskraftwerke gebaut die bis 2030 nötig sind? Neubauprojekte inkl. Stromtrasse von Nord nach Süd werden permanent von Initiativen blockiert. Alles ohne Sinn und Verstand!

  • 7 Technik-Offenheit 10.04.2026, 08:44 Uhr

    Offenheit für neue Techniken scheint bei den Politikern und auch in der Industrie und leider auch bei uns Menschen ein Horrorscenario zu sein. und dieses Klammern an "Altem und Bewährtem" wird DE und Europa zum Schlusslicht in der wirtschaftlichen Entwicklung machen. Mit der Industrialisierung begann der wirtschaftliche Aufschwung, doch mit dem Festhalten an fossilen Energien manövrieren wir uns ALLE ins wirtschaftliche Abseits. - Die Folgen möchte ich mir nicht ausmalen. - Seien wir offen und neugierig auf Neues und ruhen wir uns nicht auf den Lorbeeren von gestern aus. Es ist kurz vor 12 - und der Klimawandel ist REAL - und wenn wir weiter gut leben wollen, müssen wir uns bewegen und runter von der Couch - noch ETWAS -wir brauchen Migration, damit es uns ALLEN gut geht, denn wir haben nach den sogenannten Boomer Jahren zu wenigen Kindern das Leben geschenkt. Schaltet mal das Gehirn ein und folgt nicht jedem selbst ernannten Experten und lehnt euch nicht in eurer Blase zurück -tut was

  • 6 Heinz von Muilenburg 10.04.2026, 08:36 Uhr

    "...Denn der Rest von Deutschland ist schon weiter..." In diesem Absatz klingt es fast so, als hätte NRW ein abgeschottetes Stromnetz und würde nur für den eigenen Bedarf produzieren. Aber wenn die erneuerbaren nicht liefern muss der Strom aktuell für ganz De aus Kohle (und Gas) produziert werden, was vorwiegend in Sachsen und NRW passiert, aber eben auch für die anderen Länder

  • 5 Hans Peter 10.04.2026, 08:27 Uhr

    NRW - Das Versagerland Nr 1 Die Kernaussage dieses WDR-Beitrags macht es deutlich: „Denn der Rest von Deutschland ist schon weiter: Im Schnitt ist der erzeugte Ökostrom-Anteil in anderen Bundesländer mehr als doppelt so hoch wie in NRW.“ Dabei sollte man nochmal folgendes unterstreichen: „mehr als doppelt so hoch“

  • 4 Christian Leetz 10.04.2026, 07:29 Uhr

    Liebe Redaktion, wie hoch der Anteil der Erneuerbaren an der Gesamtproduktion ist, ist doch völlig unerheblich. Relevant ist: wie viel tragen die Erneuerbaren zum tatsächlichen Gesamtverbrauch bei? Und da sind keine 10 %. Beim Industriestrom ist es nicht einmal 1 %! Warum?.Weil.an Wind- und Sonnentagen im Sommer ein totales Überangebot sn grünem Strom.besteht. Strom, den kein Mensch abnimmt und der dann teils ins Ausland verschenkt wird - vom Steuerzahler aber subventioniert werden muss. Unter diesen Bedingungen weiter zuzubauen ist kein Erfolg, sondern Irrsinn.

  • 3 Jens 09.04.2026, 22:52 Uhr

    Ich bin nicht gegen regenerative, aber Jahresdurchschnitt ist Augenwischerei. Frage1: Wie sieht die Verteilung exakt in einem Dezember aus? Frage2: Vergleich Ertrag regenerative Dezember mit benötigter Menge Primärtenergie?

  • 2 vh 09.04.2026, 21:37 Uhr

    Soll doch endlich mal die WK Speicher bereitstellen.

  • 1 Korruption oder Filz? 09.04.2026, 20:57 Uhr

    RWE ist traditionell eng mit der Politik verfilzt. Seit Jahrzehnten standen und stehen unzählige Lokal- und Landespolitker auf der Lohnliste von RWE, ohne dass klar ist, wofür diese Politiker wirklich bezahlt wurden und werden. Das Ergebnis ist eine unappetitliche Suppe aus Korruption, Rechtsbeugung und schwere finanzielle Schäden zu Lasten der Bürger.

    Antworten (1)
    • Eddie Richter 10.04.2026, 09:08 Uhr

      Aha, wer denn zum Beispiel ?

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