Spritpreise sollen transparenter werden
Aktuelle Stunde . 17.10.2025. 21:23 Min.. UT. Verfügbar bis 17.10.2027. WDR. Von Kristina Klusen.
Bundesrat berät über Spritpreise - wie ihr beim Tanken sparen könnt
Stand:
Wer mit dem Auto unterwegs ist, kennt das Preis-Ping-Pong an der Tankstelle: Die Spritpreise wechseln im Schnitt mehr als 20 Mal am Tag. Im Bundesrat wird jetzt diskutiert, ob nur noch einmal am Tag eine Preiserhöhung erlaubt sein sollte.
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Jetzt mitdiskutierenIn einem Antrag aus Baden-Württemberg wird die Bundesregierung aufgefordert, die Benzinpreise für Verbraucherinnen und Verbraucher transparenter zu machen. Denkbar wäre, dass die Preise nur einmal täglich erhöht, aber beliebig oft gesenkt werden dürfen - ähnlich wie in Österreich.
Was genau ist der Vorschlag?
In Österreich dürfen Tankstellen nur einmal täglich um 12.00 Uhr die Preise erhöhen. Die Preise senken dürfen sie jederzeit. Das soll dazu führen, dass die Preise transparenter werden - und es nicht mehr passiert, dass man zu einem bestimmten Preis auf die Tankstelle drauf fährt, und bis man anfängt zu tanken, sich der Preis dann an der Zapfsäule erhöht hat. Das Thema wird heute im Bundesrat diskutiert, eine Entscheidung wird es heute noch nicht geben.
Welche Kritik gibt es am Vorschlag?
Der ADAC befürchtet, dass Sprit dadurch im Schnitt teurer werden könnte und dass Tankstellen lieber etwas zu viel als zu wenig erhöhren, wenn sie nur noch einmal am Tag die Preise anheben dürfen. Und dass dann kurz vor dem einen Zeitpunkt der Spritpreis planbar günstig ist - aber wenn das um 12 Uhr mittags ist, ist das für viele Arbeitnehmer eher ungünstig.
Wie kann man beim Tanken aktuell sparen?
Idealerweise sollte abends getankt werden, "weil dann der Sprit im Tagesverlauf am günstigsten ist", erklärt ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. Denn: Laut einer Analyse des ADAC schwanken die Spritpreise zur Zeit außergewöhnlich stark.
Im Mai betrugen die Preisunterschiede im Durchschnitt 13 Cent pro Liter - morgens sind die Preise dabei in der Regel teurer als abends. Die Schwankungen sind offenbar stärker als früher.
Teurer Sprit im Berufsverkehr
Im Berufsverkehr, morgens ab 6 Uhr, wenn viele Menschen tanken wollen, gehen die Preise hoch. Diesel ist dann rund 13 Cent teurer, die Spritsorte E10 rund 12 Cent. Für E10 war das im Mai die höchste Preisschwankung seit Beginn der Analysen.
Ab 9 Uhr fallen die Spritpreise wieder etwas. In den Abendstunden verkaufen die Tankstellen ihren Sprit besonders günstig.
Preis ändert sich 22 Mal am Tag
Tankstellenbetreiber beobachten die Spritpreise der Konkurrenz in Echtzeit und passen ihre Preise mehrmals am Tag an. Laut Bundeskartellamt ändert eine Tankstelle im Schnitt 22 Mal pro Tag die Preise, vereinzelt sogar bis zu 50 Mal. Tankstellen dürfen ihre Preise so oft am Tag ändern, wie sie möchten.
Spartipp: Vergleichs-Apps nutzen
Wer günstig tanken will, kann mit Vergleichs-Apps die Spritpreise checken. Das Bundeskartellamt empfiehlt bei seiner Markttransparenzstelle für Kraftstoffe verschiedene Online-Vergleichsseiten und Spar-Apps.
NRW tankt am günstigsten
Auch das Bundesland hat einen Einfluss darauf wie günstig der Sprit ist. In Bayern und Hessen müssen die Menschen am meisten Geld für Sprit ausgeben. In Berlin und NRW tankt es sich, laut ADAC am günstigsten.
Nochmal in Kürze - Tipps zum günstigen Tanken:
- Preise vergleichen lohnt sich. Aktuell schwanken die Preise rund 13 Cent pro Liter am Tag.
- Am teuersten ist Sprit aktuell morgens gegen kurz nach 7 Uhr.
- Am günstigsten ist Sprit aktuell abends kurz vor 20 Uhr.
- Onlinevergleichsportale und Apps für günstigen Sprit nutzen. Hier werden in Echtzeit die günstigsten Preise in der Nähe angezeigt.
- Autobahntankstellen sind im Schnitt teurer als andere Tankstellen.
Ölpreis-Anstieg fördert Inflation
Ein Anstieg des Ölpreises hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Spritpreise. Sollte der Ölpreis massiv steigen, könnte das die weltweite Inflation befeuern. "Mit dem Angriff Israels auf den Iran steigt die Wahrscheinlichkeit einer globalen Stagflation", warnte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia.
Dabei liegt die größte Gefahr darin, dass der Iran die Straße von Hormus schließt - eine Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Ein Fünftel der weltweiten Öltransporte muss diese Meerenge passieren. Hier werden täglich rund 21 Millionen Barrel Rohöl und ein Viertel des weltweit verflüssigten Erdgases (LNG) transportiert. Der Iran hat im Falle eines Angriffs immer wieder mit der Blockade der Straße von Hormus gedroht.
Theoretisch könnten zwar andere Länder als Öllieferanten einspringen. Die zwei wichtigen Erdölproduzenten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emiraten sind jedoch auf die Straße von Hormus als Handelsweg angewiesen. Russland kommt wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine für viele westliche Länder nicht als Ersatzlieferant infrage.
Unsere Quellen:
- Bundeskartellamt
- Nachrichtenagenturen dpa, Reuters
- Website des ADAC
Hinweis: Dieser Text wurde das erste Mal am 10.06.2025 veröffentlicht und am 17.10.2025. aktualisiert.
44 Kommentare
Kommentar 44: Werner schreibt am 19.10.2025, 03:50 Uhr :
Ich würde solch einen Vorschlag absolut befürworten, das was hier zurzeit abgeht ist Abzocke
Kommentar 43: Tristan schreibt am 19.10.2025, 00:58 Uhr :
Wie wäre es denn mit einem Bundeskartellamt welches auch Zähne hat und 5% des globalen Umsatzes eines Unternehmens in Strafe verhängen kann, sollte die Unternehmen nicht Wettbewerb ausführen. Dann mal alle Supermärkte und Tankstellen untersuchen auf unterlassenen Wettbewerb und eventuelle Preisabsprachen. Andere Länder mit Großbritannien, machen das erheblich besser. Da wird auch mal ein Hauptsitz durchsucht und alles an Akten mitgenommen, was man sich nur vorstellen kann.
Kommentar 42: Franziska 1 schreibt am 18.10.2025, 20:06 Uhr :
Vom Ölkonzern werden ferngesteuert die wechselnden Spritpreise am Tag angeordnet, wenn die Tankstelle vom Konzern gepachtet ist. Da kann der Tankstellen- Mitarbeiter für das Wechseln nichts dafür. Die anderen Tankstellenbetreiber wohl schon, wenn sie zeitlich den Anlauf zum tanken ausnutzen. Abends wird es billiger? Da holen sie sich das Geld wieder rein sehr spät (meist Autohöfe) gegen Mitternacht. Eine private kleineTankstelle bei mir vor Ort sagt: Unser Preis bleibt solange immer gleich, bis der Tank der Tankstelle neu aufgefüllt werden muss. Ist unser Einkauf teurer geworden, erst dann setzen wir entsprechend den Spritpreis höher. Da sieht man wieder, wie die Raff-Gier bei den Konzernen und großen Tankstellen ist. Große Tankstellen haben mehr Personal und Ausgaben? Sicher ist das so, aber auch mehr Umsatz durch mehr Tank und Shop-Kunden. Arm werden sie beim Konkurrenzkampf nicht.
Kommentar 41: Anonym schreibt am 18.10.2025, 18:42 Uhr :
Es wurde auch Zeit, daß die Regierung dem Preisspringen Einhalt gebietet
Kommentar 40: Franziska 1 schreibt am 18.10.2025, 16:41 Uhr :
Diese Schwankungen beim Spritpreis, verschaukeln die Autofahrer, die täglich auf das Auto angewiesen sind. Die Spielfinger bei Diesel und Benzin haben die Ölkonzerne gut im Griff für sich selbst. Der größte Trittbrett - Abzocker ist die hohe Steuer, die MwSt. und weitere Abgaben beim Verkauf an der Tankstelle. Als ein Bayer früher an die Mosel fuhr war der Spritpreis viel billiger als in Bayern. Die Autofahrer werden ungerecht und ungleich behandelt vom Markt, je nach Bundesland. Sind die Autos wo der Spritpreis billiger ist klimafreundlicher. als da wo der Spritpreis teurer ist? Für was haben wir ein gemeinsames Deutschland, wenn die Unterschiede die Bundesländer ausmachen, nicht nur beim Sprit.
Kommentar 39: Bruschi schreibt am 18.10.2025, 15:43 Uhr :
Das funktioniert ja schon in Österreich, warum soll das bei uns den Sprit dauerhaft teurer machen. Ich bin dafür dass der Benzinpreis reguliert wird
Kommentar 38: Ex SPD-Wähler schreibt am 18.10.2025, 15:33 Uhr :
Wer der Ukraine gratuliert, dass Russland Probleme bei der Ölversorgung hat, zahlt die Quittung an der eigenen Tankstelle. Wirft Russland weniger auf dem Markt, wird das Angebot niedriger, der Ölpreis höher. Zustimmung: „Ölpreis-Anstieg fördert Inflation“. Überhaupt ist der ganze Konflikt ein Eigentor, nicht nur an der Tankstelle. Zweites Eigentor beim Ölpreis ist Verteuerung durch CO2-Preis, was Grünen-Wähler locker wegstecken aber nicht Wähler der SPD, wenn diese Partei das Programm der Grünen abschreibt. So erklärt sich mein Pseudonym. Wenn man besser über die Runden kommt wählt man eben „Klimaleugner“ und „Putinversteher“ und wenn das kritisiert wird geht mir des an dem Körperteil vorbei auf dem ich jetzt Sitze. Wir werden unter dem Strich nicht sparen wenn der Bundesrat die Möglichkeit der Preisänderung pro Tag einschränkt weil sich dadurch der globale Rahmen nicht ändert. Trotzdem wäre ich dafür, das macht es übersichtlicher und wenigstens gefühlt kommt weniger Abzocke bei raus.
Kommentar 37: Mäuschen schreibt am 18.10.2025, 15:18 Uhr :
Einmal wechseln wäre vernünftig
Kommentar 36: Ralf Radomski schreibt am 18.10.2025, 15:17 Uhr :
Hallo. Ich finde das sehr gut. Den Konzernen gehören Regeln auferlegt. Das ist reine willkür was die machen.
Kommentar 35: Josef schreibt am 18.10.2025, 15:07 Uhr :
Wie wäre die Lösung, dass eine Preiserhöhung frühestens 2 Stunden nach der letzten Änderung erfolgen kann
Kommentar 34: SNOOPY schreibt am 18.10.2025, 15:01 Uhr :
Einmal am Tag hoch, aber runter mehrmals finde ich gut.