E-Auto Prämie | Aktuelle Stunde

WDR 03:19 Min. Verfügbar bis 19.05.2028

Neue E-Auto-Förderung Wer profitiert von der neuen Förderung?

Stand:

Eine neue Förderung soll Kauf-Anreize für E-Autos schaffen. Um welche Summen es geht, was bei der Beantragung wichtig ist und wie es um das Ladenetz in NRW steht.

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Ab heute können Käufer von Elektroautos und Plug-in-Hybriden staatliche Fördergelder beantragen. Seit dem Morgen ist der Antrag im Online-Portal der Bundesregierung möglich. Um finanzielle Unterstützung zu bekommen, müssen verschiedenste Voraussetzungen erfüllt sein. Auch die Höhe der Fördersumme richtet sich nach klaren Kriterien.

Welche Autos gefördert werden - und welche nicht

Finanziell unterstützt wird der Kauf oder das Leasing von neuen E-Autos und Brennstoffzellenfahrzeugen. Auch Pkw mit Plug-in-Hybrid-Antrieb und sogenannten Range-Extendern mit zusätzlichem Verbrennungsmotor sind teilweise förderfähig. Sie müssen entweder eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern haben oder dürfen maximal 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen.

Die Förderung der Bundesregierung richtet sich nur an Privatpersonen, für gewerbliche Fahrzeuge oder Firmenwagen kann kein Geld beantragt werden. Auch Gebrauchtwagen sind vom Programm ausgeschlossen.

Wichtig ist noch zu wissen: Die E-Auto-Prämie kann rückwirkend beantragt werden. Sie gilt für alle Fahrzeuge, die nach dem 1. Januar 2026 erstmals zugelassen wurden.

Wie hoch ist die neue E-Auto-Förderung?

Die staatliche Unterstützung ist sozial gestaffelt. Beantragen werden kann sie nur, wenn das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen bei maximal 80.000 Euro im Jahr liegt. Bei Familien mit einem minderjährigen Kind liegt die Obergrenze bei 85.000 Euro, bei zwei Kindern sind es 90.000 Euro.

Die Höhe der Fördersumme variiert je nach Fahrzeugtyp. Für reine E-Autos und Brennstoffzellenfahrzeuge sind Zuschüsse zwischen 3.000 und 6.000 Euro möglich, je nach Haushaltsjahreseinkommen und Anzahl der Kinder. Bei Plug-in-Hybriden und Range-Extendern liegen die Zuschüsse zwischen 1.500 und 4.500 Euro.

Wer die E-Auto-Prämie im Online-Portal beantragen will, braucht eine aktive BundID. Außerdem müssen im Portal Steuerbescheide, Fahrzeugdokumente sowie Kauf- oder Leasingverträge hochgeladen werden.

Ladeinfrastruktur ist ausbaufähig

Mit der neuen E-Auto-Prämie will die Bundesregierung "mehr Privatpersonen den Umstieg auf klimafreundliche Mobilität" ermöglichen. Doch Anschaffungskosten sind nur ein Faktor bei der Mobilitätswende. Es braucht auch eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur. Schließlich hat längst nicht jeder eine Garage mit Stromanschluss für das E-Auto.

Ein E-Auto wird geladen

Das Angebot an E-Ladepunkten in NRW ist regional sehr unterschiedlich.

Nach Daten der Bundesnetzagentur gibt es in NRW 39.520 öffentlich zugängliche Ladepunkte (Stand 1. April 2026). Ein Jahr zuvor waren es 33.410. Die Infrastruktur wird also ausgebaut, von ihrem Ziel, bis 2030 rund 92.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Nordrhein-Westfalen zu haben, ist die Landesregierung aber noch ein gutes Stück entfernt.

Zudem gibt es große regionale Unterschiede. Dortmund hat beispielsweise laut Bundesnetzagentur 1.337 Ladepunkte, in Städten wie Herne (190), Remscheid (207) oder Mülheim an der Ruhr (275) fällt das Angebot deutlich geringer aus.

Eine WDR-Datenanalyse zeigt zudem: In vielen ländlichen Regionen in NRW sind E-Autofahrer im Nachteil. Denn Schnellladen ist dort gar nicht, zu hohen Preisen oder nur mit einem Abo möglich.

Andere Länder zeigen wie es geht

Um wirklich voranzukommen, braucht es entschiedene politische Maßnahmen - und Geld. Das wird am Beispiel der Niederlande deutlich. Dort gibt es eine nationale Strategie mit dem Ziel, dass 2030 nur noch E-Autos als Pkw zugelassen werden. Dazu sollen insgesamt 1,8 Millionen Ladepunkte gebaut werden - private und öffentliche zusammen.

Um das zu erreichen, wurde ein Netzwerk aus Unternehmen, der Regierung und Forschungseinrichtungen gegründet, das ein flächendeckendes Ladenetz koordiniert. So wird sichergestellt, dass auch in den einzelnen Kommunen die Gesamtstrategie berücksichtigt wird.

Mit Erfolg: Inzwischen haben die Niederlande das beste Ladenetz in Europa und haben ihre öffentlichen Ladepunkte von 114.000 im Jahr 2022 auf rund 220.000 fast verdoppelt. Das ist sogar etwas mehr als aktuell in Deutschland - für ein viel kleineres Land.

Immerhin: In Deutschland ist der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien deutlich höher als in den Niederlanden - der benutzte Strom beim Laden ist also tendenziell nachhaltiger.

Norwegen ist globaler Vorreiter

Der weltweite Spitzenreiter in Sachen E-Mobilität ist Norwegen. Das Land erreicht Anfang des Jahres einen Anteil von E-Autos bei den Zulassungen von 98 Prozent. Auch hier wurde dabei eine klare nationale Strategie festgelegt und über Jahre konsequent umgesetzt, unter anderem durch Subventionen und gezielten Ausbau der Infrastruktur.

Ein UN-Bericht folgert im vergangenen Jahr: "Norwegens Erfahrung zeigt, dass ambitionierte und zeitlich festgelegte Ziele den Ausbau der E-Mobilität stark beschleunigen können." Dabei seien aber auch verlässliche Anreize und der Ausbau der Infrastruktur entscheidend. Der Bericht unterstreicht auch die Rolle der Kommunen, wenn es darum geht, nationale Ziele durch lokale Lademöglichkeiten zu unterstützen.

Innovative Ideen und private Initiativen

Wo der Ausbau in Deutschland von staatlicher Seite hakt, versuchen teils Privatinitiativen einzuspringen. In Hilden hat beispielsweise der Bäckermeister Roland Schüren eine Schnelllade-Tankstelle an einem Autobahnkreuz eröffnet.

Ladestation im Bordstein

So sehen die Ladebordsteine aus.

Auch innovative Ideen werden ausprobiert - wie sogenannte Ladebordsteine in Düsseldorf. Die sollen mit wenig Platz Lademöglichkeiten schaffen. Die Steckdosen sind im Boden eingelassen, E-Autos können daneben geparkt werden und Strom tanken.

Sind Ladestellen für alle in NRW machbar?

Verfügbar bis 19.05.2028

Unsere Quellen:

  • Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • Bundesnetzagentur
  • Alternative Fuels Obersvatory der EU-Kommission
  • Bundesministerium für Digitales und Verkehr/ NOW GmbH
  • Nederland elektrisch (Formel-E-Team)
  • Norwegische Regierung
  • Nationaler Verkehrsplan Norwegen 2017
  • Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Natione (UNECE)

 Sendung: WDR.de, Sind Ladestellen für alle in NRW machbar?, 19.05.2026, 10:07 Uhr 
Sendung: WDR-Fernsehen, Aktuelle Stunde, 19.05.2026, 18:45 uhr

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 Bernd 20.05.2026, 05:01 Uhr

    Wer ein E Auto haben möchte soll sich eines kaufen. Nur ohne das dabei Steuergelder verbrannt werden. Optimal ist es wenn man Wohneigentum hat oder zumindest Strom in der Garage wegen der Wallbox. Strom gibt es in den wenigsten Garagenhöfen. Vom Laden an der Tanke (beim Kaffee) sind wir noch weit entfernt.

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