Fertig prouziertes Papier auf Rollen im Lager

Papierindustrie in der Krise Forschung für nachhaltiges Papier

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Die Papierindustrie ist eine echte Traditionsindustrie, aber das Internet hat ihr schwer zugesetzt: Gedruckte Zeitungen und Magazine sind Auslaufmodelle. Lediglich Pappe und Kartons profitieren vom Online-Handel. Helfen soll jetzt die Forschung - durch alternative Rohstoffe.

Von Emma Rothschild

Er entsteht jeden Tag in großen Mengen als Abfallprodukt der Industrie. Statt im Müll zu landen, wird Kaffeesatz jetzt zum Star im Klopapier. Besonders in Zeiten von knappen Rohstoffen ist die Industrie auf innovative Ideen angewiesen. Die Firma Jungpapier aus Düsseldorf hat sich deshalb etwas Besonderes einfallen lassen.

Aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Uni München entstand die Idee, Kaffeesatz zu benutzen. Denn der ist zuverlässig vorhanden, sagt Geschäftsführer Chris Faltin: "Am Ende des Tages fällt eine Riesenmenge an Kaffeesatz an in Deutschland." Dazu ist er leicht zugänglich. Aus der Idee wurde eine Methode, und mittlerweile entwickelt die Firma daraus ein ökologisches Klopapier. Auch andere Abfallprodukte wie zum Beispiel aus der Zuckerproduktion nutzt die Firma mittlerweile für ihr Toilettenpapier

Der Druck auf die Industrie wächst

Das Internet hat den gedruckten Prospekten, Magazinen und Tageszeitungen nach und nach den Markt kaputt gemacht. Heute lebt die Papierindustrie hauptsächlich von Küchenrollen, Toilettenpapier- und anderen Hygienpaieren, Verpackungen und Papierfiltern. Darüber hinaus machen der Branche die akute Energiekrise, Preissteigerungen und Umweltauflagen zu schaffen.

Der Wandel der Branche trifft NRW besonders hart. Hier sitzt der größte Teil der deutschen Papierindustrie. Besonders die mittelständischen Familienunternehmen müssen ihre Produktion umstellen und neue Produkte anbieten, um auf dem Markt zu überleben.

Jetzt soll die Forschung helfen

Um den Wandel der Branche zu unterstützen, entsteht in Düren die Modellfabrik Papier. Das Forschungszentrum ist das erste seiner Art und wird gemeinsam von Politik und Industrie gefördert. Ab Ende des Jahres sollen hier rund 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen an innovativen Ideen für die Papierherstellung arbeiten. Ziel ist vor allem die Entwicklung einer stromsparenden Produktion.

Die Papierherstellung soll in Zukunft ganz neu gedacht werden. Nicht nur Kaffee, sondern auch andere Rohstoffe, die als Abfall aus anderen Industrien kommen, sollen zu Papier werden. Geforscht werden soll am großen Ganzen, sagt der Vernetzungsmanager der Modellfabrik Dominic Laaf: "Wir betrachten in unserem größeren Forschungsvorhaben den gesamten Herstellungsprozess vom Einsatz der Rohstoffe über die Papierlegung bis zur Aufrollung der Papierbahn." So soll die gesamte Industrie nachhaltiger werden.

Pappe statt Plastik

Neben den vielen Ideen für die nachhaltige Papierherstellung sollen auch neue Produkte das allgegenwärtige Plastik ersetzen. Was früher Strohhalme, Teller und Besteck aus Plastik waren, wird jetzt aus Papier hergestellt.

Momentan ist das noch sehr viel teurer und energieintensiver als die Produktion von Kunststoff. Auch hier soll das neue Forschungszentrum ansetzen. Kluge Produkte, die sowohl in der Herstellung als auch in der Entsorgung umweltfreundlich und nachhaltig sind. So soll die Papierindustrie modern und zeitgemäß werden.

NRW-Ministerpräsident beim Richtfest der Modellfabrik Papier

WDR 29.04.2026 00:45 Min. Verfügbar bis 28.04.2028

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Unsere Quellen:

  • WDR Interview mit Chris Faltin Geschäftsführer Jungpapier,
  • Interview von Dominic Laaf, Vernetzungsmanager Modellfabrik Papier mit dem magazin Ecospeed
  • WDR Interview mit Michael Zapora, Betriebsleiter Papstar

Sendung: WDR 2 Aachen und die Region, Lokalzeit, 29.04.2026, 16:30 Uhr

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