Wintergemüse liegt auf einem Holztisch, unter anderem Möhren und Rote Beete

Frisch vom Feld: Dieses regionale Gemüse gibt es jetzt im Winter

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Viele beliebte Gemüsesorten wie Tomaten, Zucchini oder Paprika haben im Winter bei uns keine Saison. Trotzdem muss auch in der kalten Jahreszeit niemand auf frisches Gemüse aus der Region verzichten. Eine Übersicht einiger Gemüsesorten - direkt vom Feld aus NRW.

Von Mirjam Ratmann und Hanna Makowka
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Das Superfood aus NRW: Grünkohl

Grünkohl ist das Wintergemüse schlechthin. Denn das grüne Blattgemüse braucht niedrige Temperaturen, teilweise gar Frost, um den richtigen Geschmack zu bekommen. Daher kann es in der Regel von Oktober bis März geerntet werden.

Hier wächst der Grünkohl am Niederrhein

00:16 Min. Verfügbar bis 26.11.2027

Als sogenanntes "Superfood" erlebt der Grünkohl seit einigen Jahren einen Boom. Besonders beliebt ist er als Beilage in Eintöpfen oder zu deftigen Kartoffel- und Fleischspeisen. Das regionale Gemüse punktet mit vielen Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und Eiweiß. 2024 war ein sehr erfolgreiches Erntejahr - fast 13.000 Tonnen Grünkohl wurden in NRW geerntet. Das ist ein Drittel mehr als im Jahr davor, sagen die Statistiker von IT NRW. Wie die Ernte genau abläuft, hat uns Landwirt Christian Drepper aus Iserlohn gezeigt.

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Die Powerknolle: Rote Bete

Rote Bete wächst hervorragend auf den fruchtbaren Böden Nordrhein-Westfalens und wird bis in den Dezember geerntet. Die Knolle schmeckt erdig, leicht süßlich, manchmal auch nussig. Je mehr Frost es vor der Ernte gab, desto süßer und milder wird der Geschmack. Der Grund: Wenn es kalt wird, wandelt die Rote Bete Stärke in Zucker um.

Rote Beete liegt auf einem Tisch

Auch die Blätter der Roten Bete können verzehrt werden, ähnlich wie Mangold

Die Rote Bete ist ein richtiges Nährstoffpaket: Sie enthält unter anderem Folsäure, Kalium, Vitamin B6, Eisen, Magnesium, Ballaststoffe und Nitrat. Letzteres macht sie vor allem für die Sporternährung beliebt: Der hohe Nitratgehalt kann die Ausdauer steigern, weil die Blutgefäße entspannen und der Sauerstofftransport verbessert wird. Deshalb trinken viele Marathonläufer Rote-Bete-Shots vor Wettkämpfen.

Aber nicht nur als Saft schmeckt Rote Bete, das Gemüse ist sehr vielseitig. Man kann es beispielsweise als Ofengemüse essen, zu Suppe verarbeiten oder es als Carpaccio in hauchdünnen Scheiben mit Feta und Walnüssen essen. Da die Bete bei der Arbeit in der Küche auf die Hände rot abfärbt, sollte man entweder Handschuhe beim Schneiden tragen oder danach Zitronensaft oder Essigwasser benutzen - das hilft später beim Abwaschen.

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Der Vitamin-Booster: Lauch

Ebenso wie Grünkohl, hat der Lauch von Oktober bis März Saison und ist entsprechend sehr frostbeständig. Das Lauchgemüse ist ein Vitamin-Booster, es enthält besonders viel Vitamin C, B, Kalzium, Magnesium und Folsäure und wirkt zudem antiseptisch. Daher ist Lauch gut für die Verdauung und hilft bei Muskel- und Gelenkerkrankungen. 

Mehrere Lauchzwiebeln neben Karotten

Lauch wird auch als Porree oder Welschzwiebel bezeichnet

Als Gemüse kann Lauch entweder zu Pasta gereicht oder in ein Omelette oder eine Tarte verarbeitet werden. Außerdem wird das Gemüse gern für Eintöpfe, Suppen oder Aufläufe genutzt.

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Die Alternative zur Kartoffel: Topinambur

Bis ins 18. Jahrhundert stand der Topinambur auf vielen Speiseplänen. Doch dann lief die Kartoffel dem Wurzelgemüse nach und nach den Rang ab. Anders als die Kartoffel enthält Topinambur keine Stärke. Stattdessen aber Inulin, ein Ballaststoff, der im Magen aufquillt und schnell satt macht. 

Eine aufgeschnittene Topinambur-Knolle liegt auf einem Brettchen mit einem Messer

Topinambur ist noch ein Geheimtipp in der Küche

Gekocht hat Topinambur eine leicht nussig-süßliche Note, roh schmeckt das Gemüse eher erdig und etwas bitter. Es kann mit oder ohne Schale gegessen und zum Beispiel in Suppen, Salaten oder angebraten in Gerichten verwendet werden. In NRW hat das Gemüse von Oktober bis März Saison und ist in dieser Zeit auf Wochenmärkten und in gut sortierten Supermärkten zu finden.

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Umstrittenes Kohlgemüse: Rosenkohl

An Rosenkohl scheiden sich die Geister: Die einen verziehen sofort das Gesicht, die anderen sind große Fans. Ein möglicher Grund: Das Wintergemüse hat eine besonders starke Bitternote sowie einen markanten Kohlgeschmack. Als Gemüse ist Rosenkohl vielseitig einsetzbar, als Beilage ebenso wie in einem Salat.

Wie schwierig ist die Rosenkohl-Ernte?

00:21 Min. Verfügbar bis 26.11.2027

Auf den Feldern in unserer Region kann Rosenkohl von September bis Ende Februar geerntet werden. Im März ist Rosenkohl außerdem als Lagerware verfügbar.

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Liebt die Dunkelheit: Chicorée

Der Chicorée ist der Exot unter den Gemüsesorten im Winter, denn seine Ernte hat zwei Phasen und findet teilweise im Dunkeln statt. Die Wurzeln des Chicorée werden im Oktober und November aus dem Boden gegraben. Anschließend müssen die Wurzeln bei absoluter Dunkelheit und in feuchtem Zustand bei 18 bis 20 Grad gelagert werden, damit sie austreiben. Das passiert zwischen Oktober und April.

Wie funktioniert der Anbau von Chicorée?

00:13 Min. Verfügbar bis 26.11.2027

Chicorée gilt als Vitaminbombe: Neben Vitamin B1, B2 und C enthält das Wintergemüse auch Carotin und Kalzium. Die Bitternote des Gemüses hilft nicht nur bei der Verdauung, sondern regt auch die Bauchspeicheldrüse und die Gallenblase an. Zudem können die Bitterstoffe die Blutzuckerwerte senken. Das Gemüse wird gerne in Salaten verwendet, kann aber auch gekocht oder gedünstet werden.

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Trotzt dem Frost: Feldsalat

Feldsalat ist ein klassisches Salatgemüse, das es dank beheizter Gewächshäuser ganzjährig in NRW gibt. Die reguläre Ernte findet jedoch bis Anfang November statt. Ab Dezember überwintert der Feldsalat dann in der Regel in warmer Atmosphäre. Falls das nicht möglich ist, schafft der Feldsalat aber auch schon mal einen Winter bei bis zu minus 15 Grad.

Ein Korb mit Feldsalat

Feldsalat wird auch Rapunzel genannt

Das Baldriangewächs ist reich an Vitamin A und Folsäure und kann sogar in einem Blumentopf auf dem Balkon gezogen werden. Tipps für eine ertragreiche Ernte mit Gemüse aus dem eigenen Garten oder vom Balkon gibt es hier.

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Gut verdaulich: Pastinake

Ein beliebtes Wurzelgemüse im Winter ist die Pastinake. Sie wird häufig mit der Petersilienwurzel verwechselt und sieht aus wie eine bleiche Möhre. Die Pastinake gilt als besonders nitratarm und gut verdaulich. Deshalb ist sie bei Babys und kleinen Kindern beliebt, zum Beispiel als Babybrei.

Was macht Wurzelgemüse so gesund?

00:26 Min. Verfügbar bis 26.11.2027

Anders als Kohlgemüse schmeckt die Pastinake eher süßlich und hat viele Kohlenhydrate. Sie kann gut mit anderem Wurzelgemüse kombiniert werden, beispielsweise in einer Suppe oder mit Butter angebraten. Pastinaken haben ab August/September Saison und lassen sich ab Dezember gut einlagern, weswegen man sie bis April auch aus regionalem Anbau bekommt.

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Der Alleskönner: Karotte

Anfang Dezember ist die Möhren-Saison eigentlich fast vorbei. Doch vereinzelt finden sich auch Ende des Jahres immer noch Karotten aus NRW in Märkten vor Ort. Spätestens ab Mitte Dezember wird sie eingelagert und ist dann ganzjährlich zu kaufen.

So läuft die Möhrenernte

00:40 Min. Verfügbar bis 26.11.2027

Möhren sind ein Alleskönner in der Küche: Ob als Beilage, in einer Suppe, im Eintopf oder als roher Snack zwischendurch. Und gesund sind sie auch noch. Karotten punkten neben ihrem niedrigen Kaloriengehalt vor allem mit ihrem hohen Anteil an Vitaminen, Ballast- und Mineralstoffen.

Pürierte Möhrensuppe ist zudem ein beliebtes Hausmittel gegen Magen-Darm-Probleme, gerade bei Durchfall-Erkrankungen. Die Zuckermoleküle der Möhre legen einen Schutzfilm auf die Darmflora. 

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Die Winterklassiker: Rot-, Weiß- und Wirsingkohl

Rot-, Weiß- und Wirsingkohl zählen ebenfalls zu den Herbst- und Winterallroundern unter den Gemüsesorten. Gerade Rotkohl gilt für viele beim Weihnachtsbuffet als ideale Beilage. Auch Kohlrouladen aus Weißkohl sind ein beliebter Klassiker in der Winterzeit.

Die drei Kohlsorten haben bis einschließlich November Saison und sind bis April als Lagerware zu kaufen. Auch im eigenen Kühlschrank lassen sich gerade Rot- und Weißkohl einige Wochen lagern.

Einblicke in die Ernte und Verarbeitung von Weißkohl

00:23 Min. Verfügbar bis 26.11.2027

Weißkohl ist übrigens die Gemüseart mit der größten Anbaufläche in NRW - 2024 waren es insgesamt knapp 963 Hektar, sagen die Landesstatistiker. Auch die Erntemenge von rund 58.500 Tonnen war die höchste aller Kohlgemüsesorten, auch wenn sie gegenüber dem Vorjahr etwas zurückgegangen ist.

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