Mehrere braun-gefiederte Hühner laufen über eine grüne Wiese.

Kann man Hühner im eigenen Garten halten?

Hühner im Garten: Diese Regeln gelten bei der privaten Hühnerhaltung

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Wer sich Hühner für den eigenen Garten anschaffen möchte, muss einiges beachten. Wie viele Hühner wie gehalten werden dürfen, was das kostet und wie viel Zeit Hühner in Anspruch nehmen - eine Übersicht.


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Welche rechtlichen Anforderungen gibt es?

Wer darf privat Hühner halten?

Hühnerhaltung liegt im Trend. In Dortmund zum Beispiel ist laut Landwirtschaftskammer NRW die Zahl derer, die bis zu zehn Hühner halten, von 2021 bis 2025 um 25 Prozent angestiegen. Generell gilt: Jeder, der ein eigenes Haus mit Garten besitzt, darf dort Hühner halten. Denn Hühner gelten als Kleintiere und stehen damit auf einer Ebene mit Kaninchen oder Meerschweinchen.

Wer zur Miete wohnt, sollte seinen Vermieter vorher fragen. Aber: Grundsätzlich sind Hühner in Wohngebieten erlaubt. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung rät, im Vorfeld der Anschaffung mit Nachbarn zu sprechen. In Kleingärten ist die Haltung nur selten erlaubt. Und es gibt auch Gemeinden, die eine Hühnerhaltung verbieten. Klaus Heidemann und Gabi May aus Schwelm hatten dagegen Glück - und genießen ihr Leben mit Hühnern in vollen Zügen.

Für Klaus Heidemann und Gabi May sind ihre Hühner wie Wellness-Urlaub

00:19 Min. Verfügbar bis 12.11.2027

Wo muss ich mich melden, wenn ich Hühner halten möchte?

Zwar braucht man keine behördliche Genehmigung für die private Hühnerhaltung. Da Hühner jedoch Nutztiere sind, müssen sie trotzdem bei der Tierseuchenkasse und beim zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Im Fall eines Ausbruchs der Geflügelpest übernimmt dann die Tierseuchenkasse die Kosten für die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen sowie für den eventuellen Verlust der Tiere. Außerdem sind Halter verpflichtet, ihre Hühner gegen die Newcastle-Krankheit zu impfen.

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Zeit, Kosten und die richtige Rasse

Wie viele Hühner sollte ich kaufen?

Da Hühner soziale Tiere sind, rät die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung dazu, mindestens drei Hühner zusammen zu halten, eher vier bis fünf. Ein Hahn ist nicht unbedingt notwendig, denn Hennen legen auch ohne einen Hahn Eier. Maximal erlaubt sind 20 Hühner.

Ohne Hahn lässt sich möglicherweise auch Ärger mit den Nachbarn vermeiden: Denn gerade ein Hahn kann sehr laut sein. In Köln kam es deswegen erst im Sommer dieses Jahres zu einem Rechtsstreit, in dessen Folge das Landgericht Köln in einem Fall die Hühnerhaltung untersagte.

Geht es einem bei der Hühnerhaltung in erster Linie um die Eierproduktion, kann man sich ausrechnen, wie viele Eier man pro Jahr haben möchte. Je nach Rasse und Alter legen Hennen mindestens drei Eier pro Woche und durchschnittlich 150 Eier pro Jahr.

Welche Hühnerrasse eignet sich für die private Haltung?

In Deutschland gibt es etwa 180 Hühnerrassen. Landwirtschaftliche Betriebe setzen meist auf sogenannte Hybridhühner - denn sie sind auf Höchstleistung gezüchtet. Mehr als 300 Eier können sie in einem Jahr legen. Sie sind allerdings nur auf ein bis maximal zwei Legeperioden ausgelegt, danach bauen die Hühner deutlich ab und sterben oft auch früh.

Mehrere Hühner stehen eng nebeneinander, sie sind weiß-beige-braun gefiedert, manche picken mit dem Schnabel in den sandigen Boden.

Eine beliebte Einstiegsrasse für die Hühnerhaltung: Araucana-Hühner

Legehybride können auch privat gehalten werden, wer allerdings lange etwas von seinen Hühnern haben will, sollte auf eine der alten Rassen setzen. Orpingtons, Vorwerk-Hühner, Araucana-Hühner, Amrocks oder das Bielefelder Kennhuhn sind anfängergeeignet. Die Tiere werden schnell zutraulich, sind robust und außerdem "Zwiehühner". Sie sind also nicht nur Eierleger, sondern auch Fleischlieferanten.

Wie viel kosten eigene Hühner?

Das kommt auf die Rasse an. Junghühner, die sich nicht zur Zucht eignen, gibt es schon für unter zehn Euro zu kaufen. Junge Hühner aus der Rassenzucht können etwas mehr kosten. Zwergrassen stehen ab 15 Euro und die normal großen Hühner ab 20 Euro zum Verkauf.

Die laufenden Kosten aus Futter, Einstreu, Impfungen und Tierarztbesuchen sind jedoch teurer: Schätzungsweise sollte man bei vier Hühnern mit 300 bis 600 Euro pro Jahr rechnen. Bei guter Haltung werden Hühner dann im Schnitt fünf bis sieben Jahre alt.

Wie viel Zeit muss ich in Hühner investieren?

Hühner gelten als pflegeleichte Tiere. Trotzdem brauchen sie tägliche Aufmerksamkeit: Einmal am Tag sollte man den Hühnerkot aus den Ställen entfernen, die Hühner füttern und die Tränken auffüllen.

  • Eine Kita in Ratingen hat einen eigenen Hühnerstall. Schon früh sollen die Kinder durch die anfallenden Aufgaben Verantwortung lernen. Hier erfährst du mehr über das Konzept.

Eine tägliche Aufgabe ist zudem, nach neuen Eiern zu schauen. Auch die Gesundheit der Tiere sollte regelmäßig überprüft werden. Insgesamt sollte man laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung etwa 15 bis 20 Minuten täglich für die Hühnerhaltung einrechnen.

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So sieht ein artgerechter Hühnerstall aus

Wie viel Auslauffläche brauchen Hühner?

Wer Hühner halten möchte, sollte genügend Platz haben. Zwar gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, was die Mindestfläche angeht. Doch Experten raten, dass pro Huhn mindestens eine Auslauffläche von zehn bis 15 Quadratmetern zur Verfügung stehen sollte. Je nach Größe der Tiere kann das variieren.

Laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung besteht eine Auslauffläche idealerweise aus einer Wiese mit Bäumen und Sträuchern, damit sie scharren, picken und sich zurückziehen können. Auch ein Sandbad ist empfehlenswert, das Hühnern dazu dient, sich zu reinigen.

Gabi May und Klaus Heidemann achten darauf, dass ihr Garten eine Hühner-freundliche Umgebung ist.

Nicht nur die Hühner profitieren vom tierfreundlich gestalteten Garten

00:21 Min. Verfügbar bis 12.11.2027

Das Auslaufgehege muss mit einem Geflügelzaun eingezäunt werden, damit die Tiere nicht weglaufen können und sie vor Wild- und anderen Haustieren geschützt sind.

Wie sollte der Hühnerstall aussehen?

Hühner brauchen einen Stall beziehungsweise ein Hühnerhaus, das mindestens 2,5 Quadratmeter groß und zwei Meter hoch ist. Es soll die Tiere vorrangig vor Kälte, Nässe und Feinden schützen. Daher braucht das Haus einen verschließbaren Zugang und muss entsprechend belüftet und isoliert sein.

Ein schwarz-gefiedertes Huhn sitzt in einem Nest aus Stroh, rechts neben dem Huhn liegen zwei braune Eier

Um ein Huhn artgerecht zu halten, braucht es ausreichend Platz und Schutz zum Brüten

Außerdem sollte es ausreichend hell sein und eine hoch gelegene Stange von mindestens 30 Zentimetern pro Huhn zum Schlafen bieten. Das Bundeslandwirtschaftsministerium empfiehlt, nicht mehr als drei Hühner pro Quadratmeter Stallfläche zu halten. Wichtig sind zudem Futtergefäße und Tränke sowie Platz für Legenester.

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