Simon Opitz verbringt gerne Zeit mit seinen eigenen Bienen
Honig im Blut: Simon ist der jüngste Bienensachverständige Deutschlands
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Simon Opitz ist erst 16, aber schon ein echter Bienenprofi. Er berät erfahrene Imker, stellt Gesundheitszeugnisse für Bienenvölker aus und gibt Imkerkurse. Das alles macht er ehrenamtlich neben der Schule - als ausgebildeter Bienensachverständiger.
Mit beiden Händen hält Simon Opitz eine Wabe hoch und begutachtet konzentriert die Bienen. Er steht mitten zwischen vier Bienenstöcken, überall hört man es summen. Dann schaut er seinen älteren Imkerkollegen an und erklärt: "Wenn du einen Ableger oder Jungvölker erweitern möchtest, musst du immer Wabe für Wabe erweitern. Hier an der Wabe ist ja kaum was dran, die kannst du rausnehmen und für etwas anderes verwenden."
Simon Opitz unterstützt Kollegen wie Herbert Gassen beim Imkern
Sein Kollege Herbert Gassen nimmt die Wabe vorsichtig entgegen und legt sie zur Seite. Er ist dankbar für Simons Tipps, denn er gilt mit seinen 63 Jahren als "Jungimker" - ein Imker-Anfänger. Gassen arbeitet noch als Bauleiter. Bevor er in Rente geht, möchte er sich in sein neues Hobby Imkern einarbeiten. Auch wenn schon Vieles gut läuft, sagt er: "Immer wenn ich Puls habe oder völlig überfordert bin, dann rufe ich Simon an."
Ein Ansprechpartner für Bienenthemen
Denn Simon ist Bienensachverständiger im Bienenzuchtverein Euskirchen. Der 16-Jährige ist Ansprechpartner für Bienen-Probleme: "Ich bin für Vereinskollegen und andere Imker beratend tätig. Wenn das Volk zum Beispiel krank ist, dann komme ich vorbei und finde heraus, woran es erkrankt ist. Und dann berate ich, wie man weiter verfährt, damit die Bienen wieder gesund werden."
- Du möchtest selber Imker werden? Hier haben wir Tipps für den Einstieg zusammengefasst.
Für das Ehrenamt hat er eine Ausbildung gemacht und eine Prüfung abgelegt. Der Verein hat die Kosten dafür übernommen, denn er profitiert von den Freiwilligen. Simon ist mit seinen 16 Jahren eigentlich zu jung dafür - das Mindestalter liegt bei 18 Jahren - doch der Verein hat aufgrund seiner Expertise und Erfahrung eine Ausnahmeregelung beantragt. Simon hat nicht nur die Prüfung mit Bravour bestanden; er ist jetzt auch der jüngste Bienensachverständiger Deutschlands.
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Als Bienensachverständiger ist Simon mindestens einmal in der Woche im Einsatz. Er nimmt zum Beispiel Proben von Bienenstöcken und stellt Gesundheitszeugnisse aus. Die brauchen die Imker, wenn sie Bienenvölker an einen anderen Ort stellen wollen.
Leidenschaft für das Imkern
Bei ihrer Schwarmkontrolle sind Herbert Gassen und Simon mit dem ersten Bienenstock fertig und den ein oder anderen Handgriff kann Simon ihm noch zeigen, aber "Herbert stellt sich sehr gut an. Es sieht alles gut aus und das Volk ist sehr stark." Darauf lacht Gassen: "Ohne Simon wär ich nicht da, wo ich bin. Dass ich sowas von einem so jungen Mann lernen kann, das finde ich schon klasse. Simon weiß einfach, was er sagt, und ich kann mich auf ihn verlassen."
Simon brennt für sein Hobby Bienen
Denn Bienen sind Simons Leidenschaft. Wie sein Opa und sein Onkel wollte auch er Imker werden. Mit elf bekam er seine ersten Völker. Seitdem werden es immer mehr. Mehrmals in der Woche steht er Zuhause zwischen seinen eigenen Bienenstöcken und schaut nach dem Rechten. Honig macht er auch - 50 Kilogramm in der Saison, pro Volk:
Keine Langeweile mit Bienen
Mit etwas Rauch beruhigt er "seine Mädels", wie er die Bienen liebevoll nennt. Dann hobelt er den obersten Honigraum ab und schaut, ob es dem Volk darin gut geht. Er muss kräftig an dem Holz ziehen, denn alles ist mit Honig verklebt. Stück für Stück arbeitet er sich so weiter.
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Wenn Simon bei der Routinekontrolle Brut - also Nachwuchs - findet und die Königin noch da ist, ist das ein gutes Zeichen. Langweilig wird Simon dabei nie: "Ich finde es so beeindruckend, dass die Bienen klarkommen: Es sind 30.000 Bienen in einem Volk, und alle wissen, was zu tun ist. Wie die kommunizieren, ist besonders."
Ein beeindruckendes Hobby
Simons Schulfreunde finden sein Hobby spannend - und für einen 16-Jährigen ziemlich ungewöhnlich. "Ich merke, dass auch andere Imker überrascht sind, wenn sie mich das erste Mal sehen. Weil man so jung ist." Das stoppt ihn aber nicht. Immer wieder ist er für das Wohl der Bienen unterwegs und berät, misst, packt an. Alles mit Unterstützung seiner Eltern, die ihn gerne zu seinen Einsätzen fahren. Nach der Schule will Simon sein Hobby beibehalten und an der Universität Biologie studieren.
Über dieses Thema haben wir auch am 25.06.2025 im WDR-Fernsehen berichtet: Lokalzeit Bonn, 19.30 Uhr.