Hildegard Hendricks steht zusammen mit ihrem Lebensgefährten Georg Reymer auf einer Wiese. Hildegard hält in ihren Händen eine Urkunde, mit der ihr Projekt ausgezeichnet wurde.

Hildegard Hendricks und Georg Reymer wurden für ihr Projekt von der Stadt Kleve ausgezeichnet

Herzensprojekt: Paar aus Kleve-Keeken pflanzt essbaren Wald

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Im "Future Food Forest" in Kleve-Keeken wachsen schon mehr als 2000 Pflanzen - Hildegard Hendricks und Georg Reymers Herzensprojekt soll eine Ruheoase, Lernort und landwirtschaftliche Vision sein.

Von Maximiliane Sarwas

Die Sonne strahlt zwischen den jungen Bäumen hindurch. Eine Biene landet auf einer violetten Distel, nur wenige Meter entfernt beugt sich Hildegard Hendricks über ein frisch gepflanztes Beet. "Ich verbringe jede freie Minute hier", sagt die 59-Jährige und streicht über die Blätter eines kleinen Strauchs. Es ist ihr Herzensprojekt: der erste "Future Food Forest" in Kleve-Keeken - ein essbarer Wald auf rund 15.000 Quadratmetern, der nicht nur Erträge bringen, sondern auch Menschen zusammenbringen soll.

Mehr als 2000 Pflanzen wachsen bereits hier - junge Obst- und Nussbäume, Beerensträucher und Gemüse. "Es sollen noch viel mehr werden", sagt Hendricks. Das Gewächshaus neben der Waldfläche ist bereits gefüllt mit Jungpflanzen - geschützt, bis sie stark genug sind, draußen Wurzeln zu schlagen. Ihr Wunsch: Ein Ort der Ruhe, an dem Besucher innehalten, aber auch mehr über nachhaltigen Anbau lernen können.

Wie funktioniert so ein "Future Food Forest"?

00:15 Min. Verfügbar bis 21.08.2027

Essbare Wälder - im Englischen "Food Forests" - gibt es in den Niederlanden schon seit einigen Jahren. Dort arbeiten Bürgerinitiativen, Kommunen und Landwirtschaftsbetriebe an dieser besonderen Form des Agroforsts: mehrschichtige Pflanzsysteme, die wie ein Wald aussehen, aber gezielt essbare Pflanzen enthalten.

Im Hintergrund steht ein kleines Gartenhaus, während im Vordergrund eine Pflaume an einem Zweig zu sehen ist.

Im Future Food Forest wachsen viele Obstbäume, darunter zum Beispiel Pflaumen

Das Ziel ist eine klimafreundliche Lebensmittelproduktion ohne chemische Pflanzenschutzmittel, mit hoher Artenvielfalt und geringem Pflegeaufwand. In Nordrhein-Westfalen ist die Idee noch neu. Keeken setzt damit ein Zeichen - als Modell, wie sich auch hier Landwirtschaft und Naturschutz verbinden lassen.

Future Food Forest: Drohnen als Erntehelfer?

Georg Reymer, Hendricks Lebensgefährte, denkt schon weiter. "Ich kann mir vorstellen, dass wir irgendwann einmal den Garten an Künstliche Intelligenz anbinden", sagt der 58-Jährige. Drohnen könnten dann die Ernte übernehmen, Sensoren die Bodenfeuchtigkeit messen. Für diese Ideen stehen die beiden bereits mit der Hochschule Rhein-Waal in Kontakt.

Doch nicht alles wächst so unkompliziert wie die Pflanzen. "Es gibt viele bürokratische Hürden, die wir nehmen müssen", sagt Reymer und lächelt leicht resigniert. "Aber das ist wohl so, wenn man etwas völlig Neues plant." Vor kurzem wurde der "Future Food Forest" mit dem Umweltschutzpreis der Stadt Kleve ausgezeichnet. Für Hendricks ist das mehr als nur das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro. "Das ist eine tolle Bestätigung, weiterzumachen", sagt sie.

Hildegard Hendricks möchte, dass der Future Food Forest andere inspiriert

00:25 Min. Verfügbar bis 21.08.2027

In Zeiten von Klimakrise, Flächenknappheit und steigenden Preisen experimentieren in NRW viele Kommunen, Betriebe und Forschungseinrichtungen mit Formen des Urban Gardening, Agroforstwirtschaft und solidarischer Landwirtschaft. In diese Suche nach einer zukunftsfähigen Landwirtschaft reiht sich das Projekt von Hildegard Hendricks und Georg Reymer aus Kleve-Keeken ein. Zwischen Bienen auf Disteln und den Ideen von Drohnen am Himmel entsteht ein Ort, der beides will: Natur schützen und Menschen ernähren.

Über dieses Thema berichten wir voraussichtlich auch am 01.09.2025 im WDR Fernsehen: Lokalzeit aus Duisburg, 19.30 Uhr.

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