Christian Kocherscheidt, Thilo Pahl und Stephan Häger (von links) von der IHK Siegen stellen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage dar

Die Konjunkturumfrage der IHK Siegen zeigt getrübte Hoffnungen der Unternehmen wegen des Iran-Konflikts

IHK-Konjunkturumfrage Iran-Konflikt trübt Hoffnungen heimischer Firmen

Stand:

Die Firmen in Südwestfalen blicken wegen des Iran-Konflikts pessimistisch in die Zukunft. Größtes Risiko sind hohe Energiepreise.

Von Lukas Grünig

Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfragen der Industrie- und Handelskammern in Siegen, Hagen und Arnsberg. Mehr als 1.000 Unternehmen haben in den vergangenen Wochen an den Befragungen teilgenommen.

Iran-Konflikt trübt Hoffnungen der Unternehmen

WDR 13.05.2026 00:45 Min. Verfügbar bis 12.05.2028

Download

Hauptgrund für die Verschlechterung der Stimmung sind laut der Kammern die geopolitische Lage und vor allem der Konflikt im Iran. Der führt zu steigenden Energie- und Rohstoffpreisen oder gar Rohstoffknappheiten.

Der Iran-Konflikt hat dazu geführt, dass die Energiepreise durch die Decke geschossen sind. Das ist der mit Abstand größte Riskofaktor für die Unternehmen. Dr. Thilo Pahl, IHK Siegen

Wirtschaftliche Lage noch stabil

Trotzdem ist die aktuelle wirtschaftliche Situation der Firmen in Südwestfalen laut der Kammern noch als stabil zu bewerten. So stehe die Region noch besser da, als andere Gegenden in Deutschland. Dass liege vor allem daran, dass die südwestfälischen Unternehmen gut aufgestellt und stark exportorientiert sind.

Aber genau das könnte sich jetzt als Nachteil herausstellen, wenn Handelsrouten geschlossen und der Exporthandel eingeschränkt bleibt, so die IHK Siegen.

Ralf Geruschkat von der SIHK Hagen im Gespräch

Ralf Geruschkat von der SIHK Hagen

Zudem macht sich nach wie vor die seit Jahren schlechte wirtschaftliche Gesamtsituation bemerkbar: "Die langjährige Wachstumsschwäche der deutschen und regionalen Wirtschaft versetzt viele Betriebe in Alarmbereitschaft", sagt Dr. Ralf Geruschkat von der SIHK Hagen.

Forderung nach einheitlichem Regierungskurs

Die Kammern appellieren deshalb an ein geschlossenes Auftreten der Bundesregierung und tiefergreifende Maßnahmen zur Entlastung der Unternehmen.

Die Koalition muss erkennbar gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Öffentliche Auseinandersetzungen untergraben Vertrauen und widersprechen diesem Anspruch. Jörg Nolte, IHK-Arnsberg

Dann könnte eventuell auch der vorsichtige Optimismus zurückgewonnen werden, der sich zu Jahresbeginn seit längerer Zeit abgebildet hatte.

Unsere Quellen:

  • SIHK Hagen
  • IHK Arnsberg
  • IHK Siegen
  • Gespräch mit Dr. Thilo Pahl, IHK Siegen
  • Gespräch mit Christian Kocherscheidt, IHK Siegen

Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit, 13.05.2026, 13:30 Uhr

Weitere Beiträge aus der Wirtschaft

1 / 2