Gamescom startet | Aktuelle Stunde
04:17 Min.. Verfügbar bis 20.08.2027.
Auf der Gamescom in den Kölner Messehallen wird es diese Woche bunt, laut und sehr voll. Mehr als 335.000 Fans von Computer- und Videospielen waren es voriges Jahr, diesmal dürften es mindestens ebenso viele werden. Allein am Dienstagabend waren 5.000 Menschen bei der offiziellen Eröffnungsshow dabei - die Tickets sind schon lange ausverkauft.
Auch der Gamescom-Samstag ist ausverkauft
Auch in diesem Jahr werden wohl viele Besucher verkleidet kommen.
Die Ticket-Preise für die Gamescom sind in diesem Jahr leicht gestiegen und liegen zwischen zehn Euro für die Abendkarte ab 16 Uhr und 68 Euro für die Familienkarte. Kinder von vier bis sechs Jahren kommen kostenlos rein, jüngere Kinder haben keinen Zutritt. Der beliebte Gamescom-Samstag ist bereits komplett ausverkauft.
Die Masse und Vielfalt der Fans machen die Gamescom zu einem Aushängeschild für das Kulturgut Game. "Die Gamescom zeigt einmal im Jahr in Deutschland, was in Games und in der Gamesbranche steckt und was die großen Potenziale von Spielen sind", sagt Felix Falk, der Geschäftsführer vom Branchenverband Game, dem Träger der Gamescom.
Eröffnung durch Forschungsministerin
Das Leitmotiv der diesjährigen Gamescom lautet "Games - Perfekte Unterhaltung". "Games packen uns Menschen wie kein anderes Medium", sagt Felix Falk: "Wir tauchen ein in die großen Geschichten, wir gestalten die fantastischen Welten und das mit einer weltumspannenden Community." Doch auf der Messe in Köln geht es um mehr als das. Für Falk soll die Gamescom zeigen, welche Potenziale in Spielen stecken, "von Wirtschaftseffekten, von Kulturgut, von Innovation und Technologie".
Entsprechend haben sich mehr als 1.500 Aussteller angekündigt, ein Gamescom-Rekord. Im Gepäck haben sie neben Spielen: Technik, Dienstleistungen, Lifestyle-Produkte. Das zieht die Spielefans an, aber auch die Politik. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) eröffnete die Messe, auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) war dabei. Computerspiele sind längst ein Thema für die Regierungen in Landtagen und Bundestag.
Spielefans auf der Gamescom in Köln
In Köln ist die Gamescom zu Ende gegangen. Mehr als 1.500 Aussteller aus 72 Ländern waren in diesem Jahr dort - so viele wie noch nie.
Branche verliert zehntausende Jobs
"In den letzten zwei Jahren ging es der Gamesbranche weltweit und auch in Deutschland nicht so gut", sagt Felix Falk. Zehntausende haben ihre Jobs in der Spieleindustrie verloren, viele Games-Projekte wurden eingestampft und ganze Firmen geschlossen. Einzelne Millionen Euro teure Spiele-Produktionen wurden veröffentlicht und wegen Erfolglosigkeit schon nach wenigen Tagen direkt wieder offline gestellt. Auch in Deutschland ist die Branche geschrumpft, obwohl in Deutschland fast zehn Milliarden Euro jährlich mit Games verdient werden.
Deutsche Spielemacher hoffen auf Steuergelder
One Piece ist auf der Gamescom vertreten.
Felix Falk, der Interessenvertreter, schaut optimistisch auf die kommenden Jahre: "Da verspricht die Gamescom wieder Besserung, welche auch für Deutschland möglich sein wird, wenn wir die richtigen Weichen stellen." Und das bedeutet: Der Staat soll die deutsche Spieleindustrie stärker fördern. Nach einer längeren Förder-Pause stehen 88 Millionen Euro an Steuergeldern für dieses Jahr zur Verfügung, im kommenden sollen es bereits 125 Millionen Euro werden. Auch fordert der Game-Verband schon seit Jahren Steuererleichterungen, wie sie die Konkurrenz in Polen, Frankreich oder Kanada bereits genießt.
Spielehits kommen aus Europa
Auch 2025 können sich Gaming-Fans auf Highlights freuen.
Aus diesen Ländern kommen einige der großen Spielehits der vergangenen Jahre. Dem französischen Überraschungserfolg "Clair Obscur: Expedition 33" hat sogar Präsident Emmanuel Macron via Instagram gratuliert. Auch dieses Jahr sind einige Highlights am Start: Das Actionspiel "Borderlands 4", ein neues Horrorspiel aus der "Resident Evil"-Reihe oder der Fifa-Nachfolger "EA Sports FC 26".
Aber auch die deutsche Spielewelt zeigt auf der Gamescom ihre Glanzstücke und hofft auf Erfolge. "Anno 117" von Ubisoft aus Mainz zum Beispiel, das technisch beeindruckende "Industria 2" aus Berlin oder "Cralon" von der kleinen Spielefirma Pithead Studios aus Bochum.
Indie-Publisher brauchen Aufmerksamkeit
Neben Geld brauchen sie noch viel mehr: Aufmerksamkeit. "Es ist sehr, sehr schwierig vor allem für Indiegames, Aufmerksamkeit zu bekommen", sagt Valentina Birke, die auf der Gamescom die Indie Arena Booth leitet. Dort werden Spiele von kleinen, unabhängigen Entwicklern gezeigt, die oft untergehen. Denn pro Jahr kommen tausende Spiele raus.
So kommt es oft vor, dass ein Spiel sich nur wenige hundert oder tausend Mal verkauft. "Nur weil ein Spiel wirklich hervorragend ist, verkauft es sich nicht auch unbedingt", sagt Valentina Birke. Die Gamescom ist ihre Chance, doch aufzufallen – und vielleicht zum nächsten Überraschungshit zu werden.
Unsere Quellen:
- Interview mit Felix Falk, Geschäftsführer Branchenverband Game e.V.
- Interview mit Valentina Birke, Director of Indie Arena Booth
- Koelnmesse