Angehende Soldaten bei ihrem Gelöbnis in Düsseldorf

So viel mehr Geld sollen Soldaten im Wehrdienst bald bekommen

Stand:

Der freiwillige Wehrdienst soll attraktiver werden. Deshalb sollen Soldaten mehr Geld bekommen. Auch ein Zuschuss zum Führerschein ist geplant.

Von Johannes Zuber

Bisher verdienen Soldaten im freiwilligen Wehrdienst zwischen 1.800 und 2.200 Euro im Monat. Dieser Sold soll deutlich steigen. So sieht es das Wehrdienstgesetz vor, das derzeit im Bundestag diskutiert wird. Angedacht ist, dass die Änderungen ab Januar 2026 greifen. Dann sollen sie wie Zeitsoldaten besoldet werden - also wie Soldatinnen und Soldaten, die sich für mindestens zwei Jahre verpflichtet haben. Der freiwillige Wehrdienst dauert sieben bis maximal 23 Monate.

Außerdem ist ein Zuschuss zum Führerschein geplant. Wer sich für mindestens ein Jahr verpflichtet, soll bis zu 3.500 Euro bekommen. Allerdings nur, wenn man den Führerschein frühestens ein Jahr vor und spätestens ein Jahr nach dem Wehrdienst gemacht hat.

Wie viel verdienen Zeitsoldaten?

Der Einstiegs-Sold liegt bei rund 2.700 Euro für Rekruten und steigt mit der Zeit an. Alle zwei bis vier Jahre steigen Soldaten eine Erfahrungsstufe auf und bekommen dadurch mehr Sold. Außerdem können sie in der Hierarchie aufsteigen. Das gilt für Mannschaftssoldaten genau wie für Unteroffiziere und Offiziere. Ein Major bekommt beispielsweise etwa 6.000 Euro brutto.

Außerdem gibt es teils üppige Zulagen. Verheiratete Soldaten mit Kindern bekommen Zulagen von 170 Euro für ein Kind, 310 Euro für zwei und zusätzlich 450 Euro für jedes weitere Kind. Für Nacht- und Sonntagsdienste gibt es ebenfalls Zulagen. Und natürlich für Auslandseinsätze. Freiwillig Wehrdienstleistende bekommen nach der geplanten Erhöhung dann ebenfalls 2.700 Euro monatlich.

Wie viel bleibt vom Sold übrig?

Bei Soldaten kommt netto deutlich mehr Geld an als bei Angestellten mit ähnlichen Bruttobezügen. Das liegt daran, dass Soldaten keine Beiträge an die Renten‑, Kranken‑ und Arbeitslosenversicherung zahlen müssen. Lediglich die Lohnsteuer wird abgezogen. Damit bleiben für eine ledige Gefreite ohne Kinder von 2.706,99 Euro Sold netto rund 2.360 Euro übrig. Zum Vergleich: Bei einer sozialversicherungspflichtig Angestellten wären das etwa 1.880 Euro.

Dazu kommen Vorteile, die sich nicht in Euro und Cent ausdrücken lassen: Soldaten können beispielsweise bundesweit kostenlos mit der Bahn fahren, solange sie Uniform tragen.

Bildung- und Ausbildung bei der Bundeswehr

Neben der militärischen Grundausbildung können Wehrdienstleistende Berufe wie Mechaniker, Fachinformatiker, Sanitäter oder Kaufmann beziehungsweise Kauffrau erlernen. Wer bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung mitbringt, kann Weiterbildungen bis hin zum Meister absolvieren.

Angehende Offiziere können an den Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München studieren und bekommen dabei ihren vollen Sold weiter bezahlt. Die angebotenen Studienfächer reichen von Ingenieurwissenschaften über Wirtschaft bis hin zu Politikwissenschaft oder Geschichte. Möglich wird das allerdings nur für Soldaten, die sich - je nach Studienrichtung - für mindestens 13 Jahre verpflichten.

Karriere nach der Bundeswehr

Auch nach der Dienstzeit stehen die Chancen auf dem zivilen Arbeitsmarkt gut. Viele ehemalige Soldatinnen und Soldaten wechseln in den öffentlichen Dienst, etwa zur Polizei oder die Verwaltung. Auch im technischen Bereich sind ehemalige Soldaten gefragt, genau wie in der Logistik. Die Bundeswehr kooperiert sogar mit DHL und der Deutschen Bahn.

Was verdient man bei der Bundeswehr?

WDR Studios NRW 16.10.2025 04:56 Min. Verfügbar bis 16.10.2027 WDR Online

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