Ein Junge sitzt vor einer Wand und streckt seinen kaputten Turnschuh mit durchgelaufener, löchriger Sohle in die Kamera.

Armutsrisiko in NRW Junge Menschen besonders oft von Armut betroffen

Stand:

Arbeiten schützt nicht immer vor Armut: In NRW gelten rund 772.000 Erwerbstätige als armutsgefährdet.

Die Quote ist leicht gesunken, doch die Zahl bleibt hoch: Rund 3,2 Millionen Menschen in NRW galten 2025 als armutsgefährdet. Das ist mehr als jeder sechste Mensch im Land, wie das Statistische Landesamt IT.NRW am Montag bekanntgab.

Damit lag die Armutsgefährdungsquote mit 17,8 Prozent zwar etwas niedriger als 2024 mit 18,1 Prozent, von Entwarnung kann aber keine Rede sein: Rechnerisch war weiterhin mehr als jeder sechste Mensch im Land von relativer Einkommensarmut betroffen.

Ab wann gilt man in NRW als armutsgefährdet?

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens zur Verfügung hat. Für einen Einpersonenhaushalt in NRW lag diese Schwelle 2025 bei 1.317 Euro netto im Monat. Im Jahr 2015 lag sie noch bei 918 Euro.

Viele Kinder und junge Erwachsene leben in armen Haushalten

Auffällig hoch ist das Risiko bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 23,4 Prozent der Minderjährigen lebten 2025 in einem einkommensarmen Haushalt. Bei den 18- bis 24-Jährigen lag die Quote sogar bei 25,3 Prozent.

Zusammen machten diese beiden Altersgruppen rund eine Million Menschen aus - also etwa ein Drittel aller armutsgefährdeten Personen in NRW. Am seltensten betroffen waren Menschen zwischen 50 und 64 Jahren. Ihre Armutsgefährdungsquote lag bei 13,5 Prozent.

Auch Arbeit schützt nicht immer vor Armut

Besonders deutlich wird das Armutsrisiko beim Blick auf den Erwerbsstatus. Fast jede zweite erwerbslose Person in NRW war 2025 armutsgefährdet. Die Quote lag bei 48,4 Prozent. In absoluten Zahlen waren das rund 190.000 Menschen.

Aber auch Arbeit schützt nicht automatisch vor Armut. Zwar ist das Risiko bei Erwerbstätigen mit 8,6 Prozent deutlich niedriger als bei Erwerbslosen. In absoluten Zahlen sind aber viele betroffen: Rund 772.000 Erwerbstätige lebten 2025 in NRW unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle.

Besonders hohes Risiko im Ruhrgebiet

Regional zeigt sich ein deutliches Gefälle. Das höchste Armutsrisiko wurde laut Statistischem Landesamt IT.NRW für die Raumordnungsregion Dortmund berechnet: Dort waren im vergangenen Jahr 20,9 Prozent der Menschen armutsgefährdet. Nur knapp darunter lagen Duisburg/Essen mit 20,8 Prozent und Emscher-Lippe mit 20,5 Prozent. Am niedrigsten war die Quote in der Region Siegen mit 13,3 Prozent. Danach folgten Arnsberg mit 14,5 Prozent und Bonn mit 14,6 Prozent.

Armutsrisiko hängt stark mit Bildung zusammen

Auch der Bildungsstand im Haushalt spielt eine große Rolle. Hatte die Person mit dem höchsten Einkommen im Haushalt höchstens einen Abschluss der Sekundarstufe I, etwa Haupt- oder Realschulabschluss, lag das Armutsrisiko bei 42,2 Prozent. In Haushalten mit hohem Bildungsabschluss, etwa einem Studium, waren es dagegen nur 8,1 Prozent.

Wie hoch ist die Armutsgefährdung in NRW?

WDR 5 Westblick - aktuell 11.05.2026 01:15 Min. Verfügbar bis 11.05.2027 WDR 5

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Daten stammen aus dem Mikrozensus

Die aktuellen Zahlen beruhen auf dem Mikrozensus, einer jährlichen Befragung der amtlichen Statistik. Dabei wird rund ein Prozent der Bevölkerung befragt.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR 5 Westblick, Wie hoch ist die Armutsgefährdung in NRW? 11.05.2026, 15:30 Uhr

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