Plenarsitzung im deutschen Bundestag, im Vordergrund ist eine Fernsehkamera

Unterrichtsmaterial | Modul III Demokratie und Medien

Wofür brauchen wir seriöse Medien in unserer Gesellschaft? Wie dürfen Journalist:innen berichten – und was ist nicht erlaubt? Welche Rolle spielt die Künstliche Intelligenz im Journalismus? Wie können Desinformationen enttarnt werden? Geben Sie Ihren Schüler:innen in dieser Unterrichtseinheit einen Überblick über die Aufgaben der Medien in der Demokratie und die Grundlagen des Medienrechts.

Das Modul ist in thematische Einheiten gegliedert. Diese können Sie in der klassischen Reihenstruktur oder als individuelle Auswahl verwenden. Legen Sie gerne eigene Schwerpunkte fest und setzen Sie das Material lerngruppenbezogen ein.

Warum Medien?

Medien sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Doch warum gibt es Medien eigentlich? – Thematisieren sie diese Frage im Plenum. Sie können die Aussagen der Schüler:innen am Whiteboard oder der Tafel sammeln.

Medien: Whiteboard oder Tafel

Aufgaben der Medien in der Gesellschaft

Vertiefend zur Einstiegsfrage machen die Schüler:innen eine Online-Übung, bei der sie die Funktionen der Medien kennenlernen: Informationsfunktion, Meinungsbildungsfunktion und Kontrollfunktion (Arbeitsblatt 3.1). Anhand des Infotextes „Medienrecht: Rechte und Pflichten“ (Materialblatt 3.2) setzen sie sich mit dem Medienrecht auseinander und sichern ihr Wissen mittels der Online-Übung. Zum Schluss reflektieren die Schüler:innen kritisch die Bezeichnung der Medien als „vierte Gewalt“.

Tipps zur Differenzierung
Der Infotext (Materialblatt 3.2.Diff) liegt auch in einer vereinfachten Fassung vor. Dabei sind die Aufgaben der Medien in einer Grafik erklärt.

Wenn Sie die Funktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks noch eingehender thematisieren möchten, können Sie über den Link Informationen einholen.

Grenzen der Berichterstattung

Worüber dürfen Journalist:innen berichten und worüber nicht? Was muss jeder von uns bei Beiträgen im Internet berücksichtigen? Hierzu setzen sich die Schüler:innen in einer Online-Übung mit der Meinungs- und Pressefreiheit auseinander (Arbeitsblatt 3.3). Das Infoblatt „Medienrecht: Grenzen der Berichterstattung“ (Materialblatt 3.4) hilft ihnen dabei. Im Anschluss fragen die Schüler:innen kritisch nach der Kontrolle sozialer Medien.

Medienrecht – Fallbeispiele

Die Schüler:innen finden auf dem Arbeitsblatt 3.5 mehrere Beispielgeschichten und geben im Multiple-Choice-Verfahren ihre Einschätzung ab – allerdings so, dass sie anschließend ihre Angaben noch überarbeiten können. Die Schüler:innen können ihre Einschätzungen untereinander vergleichen und ihre Entscheidungen erläutern. Lassen sie Diskussionen zu.

Tipps zur Differenzierung
Das Infoblatt "Grenzen der Berichterstattung" (Materialblatt 3.4) kann zur Hilfe genommen werden. Die Schüler:innen können es verwenden, um ihre Wahl zu begründen und auf den passenden medienrechtlichen Hintergrund zu verweisen.

KI im Journalismus

Künstliche Intelligenz (KI) findet einen immer größeren Einzug in das journalistische Arbeiten – auch beim WDR. Die Schüler:innen sollen für die Chancen und Risiken sensibilisiert werden. Dazu informieren sie sich über KI und setzen sich in einem Online-Quiz mit Fakes auseinander (Arbeitsblatt 3.6). Sie diskutieren darüber, inwiefern der WDR den Einsatz von KI kenntlich machen sollte. Danach experimentieren sie selbst mit KI-Befehlen und generieren zu Schlagzeilen Bilder (Materialblatt 3.7). Ihre Ergebnisse bewerten sie zum Schluss und gleichen sie mit den Content Credentials (CR) ab (Materialblatt 3.8).

Hinweis zur Nutzung von KI-Tools

Viele KI-Tools haben Empfehlungen zur altersbeschränkten Nutzung und es sind datenschutzrechtliche Vorgaben zu beachten. Die Nutzung sollte im Unterricht begleitet erfolgen. Eine private Nutzung durch Schüler:innen ist nur mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten zulässig.

Fake News und Falschinformationen

Fakes im Netz sind nicht nur ein Thema, mit dem sie sich als Nutzer:innen auseinandersetzen müssen. Auch Journalist:innen werden bei ihren Recherchen immer wieder mit Fakes konfrontiert und müssen lernen, diese von Fakten zu unterscheiden. Darüber hinaus wird der Begriff "Fake News" heute auch als politischer Kampfbegriff instrumentalisiert. Aus diesem Grund sprechen viele Menschen von Desinformation statt von Fake News.

Gerade auf TikTok werden die Schüler:innen vermutlich häufig mit Informationen konfrontiert, die ihnen seltsam vorkommen. Dazu schauen sie sich das Video „Informieren auf Tiktok?!“ an und beantworten Fragen zum Algorithmus (Arbeitsblatt 3.9). Im Anschluss erhalten sie den Auftrag, ein oder zwei seltsame Nachrichten zu recherchieren und mithilfe der „5 Top Tipps!“ zu prüfen (Materialblatt 3.10). Zum Schluss sprechen die Schüler:innen darüber, welche Gefahr Desinformationen für die Demokratie darstellen. Öffnen Sie das Gespräch auch gerne für das Plenum.

Tipps zur Differenzierung
Um sich vertiefend mit den Thema Desinformation auseinanderzusetzen, können Sie über den Link die Angebote der Landesanstalt für Medien NRW nutzen.

Fakten checken - mit und ohne KI

Journalist:innen überprüfen Fakten, indem sie Aussagen systematisch gegeneinander abgleichen und ihre Herkunft kritisch prüfen. Künstliche Intelligenz kann Journalist:innen beim Faktencheck unterstützen, indem sie große Datenmengen durchsucht, relevante Quellen zusammenträgt und so einen ersten Überblick liefert. KI stößt aber an Grenzen, weil sie mit Wahrscheinlichkeitsberechnungen arbeitet, nicht mir echter Urteilsfähigkeit. Daher dient KI lediglich als Ausgangspunkt journalistischer Recherche.

Die Schüler:innen nehmen aus der Einheit mit, Informationen nicht ungeprüft zu übernehmen und KI-Chatbots bei der persönlichen Recherche kritisch einzusetzen.

Im ersten Schritt nehmen Schüler:innen einen Plausibilitätscheck vor und unterscheiden Beispiel-Aussagen nach Fakt und Meinung (Arbeitsblatt 3.11). Lassen Sie den Kurs über die Gründe für die Bewertung diskutieren. Anschließend suchen die Schüler:innen in Gruppen nach seriösen, vertrauenswürdigen Quellen zur Überprüfung der Aussagen – auch unter Einbezug von KI-basierten Werkzeugen. Hinterfragen Sie diese kritisch, wenn die Recherche-Ergebnisse zum Abschluss geteilt werden. Nutzen Sie dazu auch das Materialblatt 3.12, auf dem sie KI-Grenzen, einen Beispiel-Prompt und weiterführende Links finden.

Tipps zur Differenzierung
Zur Unterstützung können Sie den Schüler:innen den Beispiel-Prompt als Grundlage für die KI-Recherche anbieten.
Nutzen Sie auch die Links, um weitere Informationen zum Prüfen von Fakten einzuholen.

Bildung braucht Begeisterung

Von Augmented Reality bis zu praxiserprobten Unterrichtsmaterialien – der WDR bietet vielfältige Angebote zur Förderung von Medienkompetenz.  |  mehr