Ohne Freiwillige kein Waldfreibad in Much
Aktuelle Stunde . 12.08.2025. 26:23 Min.. UT. Verfügbar bis 12.08.2027. WDR. Von Marica Bodruzic.
Schwimmbäder in NRW: Zwischen drohender Schließung und Hoffnung
Stand:
Viele Hallen- und Freibäder in NRW sind marode, es fehlt an Personal. Es gibt aber auch Hoffnung für die Bäderlandschaft.
Dialogbox
Zu den Kommentaren [9]Seit Jahren heißt es, die Lage der Schwimmbäder in NRW sei katastrophal und es gäbe ein Bädersterben. Wie ernst die Lage ist, lässt sich aber nur schwer einschätzen. Die letzte offizielle Statistik zur Bäderlandschaft stammt aus dem Jahr 2000. Sie wird oft verglichen mit Zahlen des Projekts "Bäderleben", das öffentliche Schwimm- und Bademöglichkeiten sammelt. Demnach ist die Zahl der Bäder, die für Schwimmsport oder Schwimmausbildung geeignet sind, um 43 Prozent zurückgegangen. Vergleichbar sind die Zahlen aber nicht.
Klar ist aber: Es gibt einen hohen Investitionsstau. Die Bäderallianz, ein bundesweiter Zusammenschluss aus den führenden Verbänden und Institutionen rund um Badewesen und Schwimmen, fordert allein vom Bund für jedes Jahr eine Milliarde Euro für Sanierungen. Bundesweit ist laut einer Umfrage unter Kommunen jedes sechste Freibad und jedes siebte Hallenbad innerhalb der nächsten drei Jahre von der Schließung bedroht – wenn es nicht saniert wird. Dazu kommt Personalmangel.
Auch Personalmangel bedroht Schwimmbäder
Der Bundesverband der deutschen Schwimmmeister schätzt, dass 3.000 Fachkräfte fehlen. Das führt zu zwischenzeitlichen Schließungen oder verkürzten Öffnungszeiten. Viele Bäder setzen daher mittlerweile auf Saisonkräfte oder Aushilfen. Die Köln-Bäder-Gesellschaft versucht zum Beispiel, Studierende mit einem günstigeren Deutschlandticket und einer Mitarbeiterparty zu locken. Dortmund hofft, durch eine bessere Bezahlung mehr Personal zu finden.
Besonders kreativ wurde die Stadt Duisburg: Als dort im vergangenen Jahr drohte, dass aus Personalmangel nicht alle Freibäder öffnen können, startete die Stadt in den sozialen Netzwerken die Kampagne "Rettet die Freibadsaison". Darauf hätten sich laut Stadt so viele Menschen gemeldet, dass alle Bäder öffnen konnten.
Bürger stellen sich Schließungen entgegen
Vereinzelt sind es auch Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern, die Schwimmbäder retten. In Spende zum Beispiel. Dort laufen gerade die letzten Arbeiten am Freibad "Lenzi". In Drolshagen wurde ein Förderverein gegründet, um das Bad zu retten. Die Stadt will es schließen, weil die Sanierung mit 3 Millionen Euro zu teuer sei. Schnell hatten sich über 500 Menschen in einer Messenger-Gruppe organisiert. In Krefeld kümmert sich eine Schwimmlehrerin in Eigenregie um den Neubau eines kleinen Bads.
Werden Bäder trotz der Finanzprobleme saniert, sind diese in der Zeit oft komplett geschlossen. Dafür gibt es zum Beispiel in Bonn Zwischenlösungen: Schon länger wird beim Freibad Friesdorf außerhalb der Freibadsaison eine Traglufthalle aufgebaut, um dort ganzjährig das Schwimmen zu ermöglichen. An anderer Stelle entsteht für 15 Millionen Euro eine Schwimmhalle. Die soll dann nach zehn Jahren wieder abgebaut werden - wenn andere Bäder fertig saniert sind.
Unsere Quellen:
Über dieses Thema berichten wir am 12. August 2025 auch im WDR Hörfunk, zum Beispiel auf WDR 4 im Tag um 12.
9 Kommentare
Kommentar 9: Franziska 1 schreibt am 13.08.2025, 20:40 Uhr :
Warum warten die Gemeinden, die Kommunen oft zu lange um ihre Schwimmbäder zu sanieren? Anfangs wären es nur Kleinigkeiten und dann kommen immer mehr Schäden dazu? Kein Geld dafür vorgesehen? Die Kosten werden beim Abwarten nicht billiger. Jetzt spricht man von marode Bäder? Jetzt spricht man von Bäder- Rettung? Kinder die nicht schwimmen lernen können, die können keinen anderen retten und geschweige sich selbst, wenn sie in Not geraten, falls sie ins Wasser fallen sollten bei offene Gewässer. Schwimmen bedeutet Leben retten können, egal ob bei Hitze oder bei Kälte. Erwachsene Gaffer die nicht schwimmen können bei einen evtl. Notfall, da hilft keiner bzw. kann nicht!
Kommentar 8: Brigitta S. schreibt am 13.08.2025, 11:46 Uhr :
Schwimmbäder benötigt Deutschland, ob saniert wird oder neu gebaut. Es ist keine Luxus- Forderung für Kinder, alle sollen die Möglichkeit haben schwimmen zu lernen. Schwimm-Sicherheit für Kinder, wann? Die Politik sagt, wir müssen erst Mal prüfen, dass ist zu kompliziert. Wie wollen sie prüfen, wenn anscheinend Pläne über Schwimmbäder sehr lange noch im Fach lagen: „Noch nicht bearbeitet“? Was nützen Ausweich- Schwimmhallen die Millionen schlucken, der Abbau wieder Geld schluckt? Ohne ausreichendes Personal nützt kein Schwimmbad- Plan was. Was ist nicht alles schon marode in DE geworden, alles müsste auf Priorität gesetzt werden. Millionen, Milliarden werden locker von der Hand bei Tages oder Nachtsitzung von der Politik an Projekte, Wahlgeschenke, für haltlose Gewinnlose - Versorgung für Menschen gegeben die Deutschland als das beste Sozialamt der Welt sehen. Dabei ist die Politik hellwach? Deutschland kommt auf keinen grünen Zweig mehr, wenn es sich zum maroden Land macht.
Kommentar 7: Egon Schulz schreibt am 12.08.2025, 22:47 Uhr :
Wieso ist es eigentlich Aufgabe einer Kommune, für Schwimmbäder zu sorgen? Das kann doch viel besser in private Hände gelegt werden. Dann werden marktgerechte Preise genommen. Es wird investiert und alles ist auf dem Stand der Technik. Was machen wir mit den sozial Schwachen? Für die müssen sich die Kommunen einsetzen. Denen gibt man eine besondere Eintrittskarte mit Anspruch auf Ermäßigung. Der Schwimmbadbetreiber rechnet einmal oder zweimal pro Jahr mit der Kommune ab und bekommt von ihr das an Geld, was die Differenz zwischen Normal- und Sozialpreis ausmacht. Evtl. gibt der Schwimmbadbetreiber auch noch einen Bonus, damit die Kommune etwas entlastet wird. Man muss den Stein nur erst einmal ins Rollen bringen. Die Kommunen müssen ihre Schwimmbäder entstaatlichen und aufgeweckten Unternehmern damit ein Signal geben. Da gibt es viel zu tun. Bei uns ist alles sehr eingerostet. Das haben wir schon immer so gemacht...........
Antwort von Brigitta S. , geschrieben am 13.08.2025, 11:51 Uhr :
" Die Kommunen müssen ihre Schwimmbäder entstaatlichen und aufgeweckten Unternehmern damit ein Signal geben?". Ich bin überzeugt, dass ist keine guter Vorschlag. Privat- Haie wegen Profit, bleiben nie human freundlich.
Kommentar 6: Karl Heinz schreibt am 12.08.2025, 22:40 Uhr :
Wir brauchen Schwimmbäder. Die müssen offen bleiben, auch wenn sie nicht rentabel sind.
Kommentar 5: Franziska 1 schreibt am 12.08.2025, 20:01 Uhr :
Kann mich einer aufklären was "Mitarbeiterparty bedeutet? Ist so eine Party produktiv um Studierende als Helfer zu bekommen? Oder steh ich auf dem Schlauch?
Kommentar 4: Fred schreibt am 12.08.2025, 19:08 Uhr :
Es ist schon sehr erstaunlich: wir überweisen Milliarden in die Ukraine, geben Milliarden für Bürgergeld aus; für die Sanierung der Schwimmbäder ist kein Geld da. Aber dann auch nicht in Sonntagsreden hervorheben, dass viele Kinder und Jugendliche nicht schwimmen können.
Kommentar 3: Thielen Helmut schreibt am 12.08.2025, 17:14 Uhr :
Was machten die Politiker mit unserem Geld? Marode Schulen, Straßen, Brücken, Polizeidienststellen usw. Ich glaube es werden nur noch teurere Prestigeobjekte gesponsert. Außerdem hat man den Blick für die Realität verloren. Ich glaube es wird erst besser, wenn man Politiker für ihre "Taten" haftbar macht und man lernt, was wirklich notwendig ist.
Kommentar 2: Deutschland - unter Wasse schreibt am 12.08.2025, 16:38 Uhr :
Wer über Jahre seinen Aufgaben nicht nachkommt, gehört dem Amt enthoben. Politik hat auf großer Front versagt. Der Amtsschimmel ist überall. Natürlich kostet es Geld, Schwimmbäder zu unterhalten, doch wenn nichts gepflegt wird, geht halt vieles kaputt . Leider gleicht die politische Kaste eher einem Selbstbedienungsladen…alles für die Seilschaften und weniger fürs Volk. Kein Wunder, das extreme Strömungen erstarken
Kommentar 1: Steuerzahler schreibt am 12.08.2025, 16:27 Uhr :
Ich zitiere mal vom Bundesrechnungshof Zitat "29 Sondervermögen gibt es zurzeit auf Bundesebene. Die ältesten stammen noch aus den 1950er Jahren, die jüngsten wurden im vergangenen Jahr eingerichtet. Hierzu zählen beispielsweise das Sondervermögen von 100 Mrd. Euro für die Bundeswehr und der Wirtschaftsstabilisierungsfonds in der Energiekrise von 200 Mrd. Euro. Sondervermögen haben in der Haushaltswirtschaft des Bundes eine erhebliche Bedeutung. Ihr finanzieller Umfang beträgt insgesamt rund 869 Mrd. Euro – alleine für die aktuell bestehenden größeren Sondervermögen." Zitat Ende Und weiterhin wird Geld für Waffen und Kriege in anderen Ländern ausgegeben. Warum spart man unsere Sportstätten kaputt?