Der Philosoph Martin Breul
Die Demokratie ist das Lebensthema von Jürgen Habermas, bedingt auch durch seine Erfahrungen in der NS-Zeit. Eben deswegen hat er nicht nur wissenschaftlich, sondern auch als “öffentlicher Intellektueller“ gearbeitet. Seine Kernidee: Wenn Personen sich über etwas verständigen, orientieren sie sich an guten Gründen, sie streben einen Konsens an. Diese “kommunikative Vernunft“ liegt aller Kommunikation und damit auch allen gesellschaftlichen Prozessen zugrunde. Vernunft und auch Autonomie sind ausschließlich im Rahmen von Kooperation möglich, also in einem demokratischen Miteinander. Demokratie ist dabei nicht einfach eine Herrschaft der Mehrheit, sondern ein öffentlicher Austausch von Gründen darüber, wie wir unser Zusammenleben organisieren.
Wie überzeugend ist der Glaube an Konsens und Vernunft im Habermasschen Sinne in unseren Zeiten? Was bleibt von seinem Denken? Welcher Gedanke von Jürgen Habermas hat Sie geprägt?
Hörer:innen können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de
Redaktion: Jonas Klüter-Tovar
WDR 5, Das philosophische Radio, 16.03.2026, Sendeuhrzeit (19:04 Uhr)