Wie sehr bestimmt die Idee der Wirtschaftlichkeit unser Denken und Handeln?
Wir leben in der Zeit des Homo oeconomicus: Wirtschaftlichkeit ist ein oft alles entscheidender Faktor. Ökonomische Logiken sind oft wichtiger als alles andere. Das prägt das eigene Denken – und natürlich auch das gesellschaftliche Zusammenleben.
Der Philosoph Carsten Lotz
“Unsere Gesellschaft erklärt ökonomisches Denken zur Leitwissenschaft“, sagt der Philosoph und Theologe Carsten Lotz, der sein Geld lang als Unternehmensberater verdient hat. “Das bereichert uns materiell, aber macht unser Denken und unsere gesellschaftlichen Beziehungen ärmer.“ In fast allen gesellschaftlichen Bereichen gebe es mittlerweile eine Vorherrschaft des Ökonomischen. Wenn das so ist, zählt weniger eine eine soziale Verpflichtung als eben der mögliche Gewinn. “Zahlung macht quitt und löst persönliche Verantwortung auf.“ Eine Entwicklung mit Folgen, zum Beispiel gehen Beziehung, Zeit und auch Freiheit verloren. “Eine freie Gesellschaft kann nicht allein durch Anreize zusammengehalten werden.“
Wie sehr bestimmt die Idee der Wirtschaftlichkeit unser Denken und Handeln? Braucht es eine Kritik der wirtschaftlichen Vernunft? Wie stehen Sie zum Homo oeconomicus?
Hörerinnen und Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.
Redaktion: Monika Kophal
WDR 5, Das philosophische Radio, 08.06.2026, 19:04 Uhr