Welche Bedeutung haben Gefühle für Politik und Gesellschaft?
Politische Entscheidungen sollten auf Vernunft und Rationalität beruhen, das ist für viele das Selbstverständnis demokratischen Handelns. Aber ist das realistisch? Denn Gefühle haben auch gesellschaftlich und politisch eine immense Bedeutung. Was heißt das für die Demokratie?
- Sendehinweis: Das Philosophische Radio | 22. Juni 2026, 19.04 - 20.00 Uhr | WDR 5
Der Philosoph Harald Welzer
Es gibt ein "Haus der Gefühle", mit dieser Metapher des Schriftstellers Alexander Kluge arbeitet der Sozialpsychologe Harald Welzer: "Die Menschen wohnen in ihren Gefühlen wie in Häusern" – Gefühle haben bei allen Handlungen und Entscheidungen eine bedeutende Rolle. Auch politisch. Dies wurde allerdings, so Welzer, lang zu wenig berücksichtigt. Etwa ein grundlegendes Sicherheitsbedürfnis. Der Wunsch nach "Beheimatung". Aber auch Verunsicherung und Wut. Diese Gefühle werden in unsicheren Krisen- und Transformationszeiten stärker, was Populisten zu ihren Gunsten zu nutzen wissen. Und das gefährdet die Demokratie. Eine zentrale Frage ist deshalb, wie eine aufgeklärte Politik der Gefühle aussehen könnte.
Welche Bedeutung haben Gefühle für Politik und Gesellschaft? Wie kann man Vernunft und Gefühle so austarieren, dass es der Demokratie zugute kommt? Wie steht es um Ihr "Haus der Gefühle"?
Hörerinnen und Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.
Redaktion: Monika Kophal
WDR 5, Das Philosophische Radio, 22.06.2026, 19:04 Uhr