Markus Rieger-Ladich: Privilegien
Manche leben privilegiert, andere weniger – dritte wiederum scheinen mitunter so privilegiert, dass man den Eindruck hat, sie würden über allem stehen. Historisch, aber auch aktuell gibt es viele verschiedene Beispiele. Wie steht es um Privilegien in einer Demokratie?
Der Philosoph Markus Rieger-Ladich
In bestimmten Gesellschaftsformen sind Privilegien selbstverständlich, etwa in den früheren Feudalgesellschaften. In demokratischen Systemen, die von Chancengleichheit ausgehen, ist das anders. Der Begriff des Privilegs hat sich deshalb seit der französischen Revolution vom juristischen zum politischen Begriff gewandelt. "Die Demokratie des Grundgesetzes ist eine grundsätzlich privilegienfeindliche Demokratie", urteilte das Bundesverfassungsgericht 1975. Das ist die verfassungsrechtliche Theorie - die Praxis sieht allerdings oft anders aus. Denn es gibt weiterhin zum Beispiel die Bevorzugung oder Benachteiligung von Personen oder Gruppen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe.
Wie fragwürdig sind Privilegien in einer demokratischen Gesellschaft? Welche Konsequenzen hat es, (eigene) Privilegien zu erkennen? Wie denken Sie über Privilegien?
Hörer:innen können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.
Redaktion: Gundi Große
WDR 5, Das philosophische Radio, 09.03.2026, 19:04