Levi Israel Ufferfilge: Mit Bildung gegen Antisemitismus
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Bildung gilt als Schlüssel im Kampf gegen den Antisemitismus. Das Wissen um die Shoa und um die Gemeinsamkeiten der Religionen teilt der Rabbi und Schulleiter Levi Israel Ufferfilge in der Synagoge, in der Schule und in der Öffentlichkeit.
Ostern und Pessach
Das christliche Osterfest und das jüdische Fest Pessach fallen in diesem Jahr in die gleiche Zeit. Das ist ein Zufall der jeweiligen religiösen Kalender - aber es lässt sich auch symbolisch verstehen: als eine Erinnerung an die geteilte Geschichte von Christentum und Judentum. Aber Ostern und Pessach zeigen auch die Unterschiede: Beim christlichen Ostern geht es um die Erlösung der Menschen durch die Auferstehung Jesu Christi aus dem Grab. Pessach feiert die Erinnerung an die Befreiung des biblischen Volkes Israel aus der Sklaverei.
Verlorenes jüdisches Wissen
Rabbiner Levi Israel Ufferfilge ist aktiv im christlich-jüdischen Dialog und redet deswegen immer wieder über die Gemeinsamkeiten beider Religionen. Untrennbar damit verbunden ist für ihn aber die Stärkung der jüdischen Identität. Viel Wissen ist mit dem millionenfachen Morden der Shoa verloren gegangen. Und auch wenn jüdisches Leben und jüdische Kultur in Deutschland wieder neu aufgeblüht sind - viele Lücken sind noch nicht wieder geschlossen. Deswegen erfüllt sich mit dem Rabbinat in der jüdischen Gemeinde Oldenburg für Ufferfilge zwar ein Lebenstraum; aber mindestens genauso wichtig ist für ihn die Arbeit als Lehrer, vor allem für jüdische Religion.
Ohne Pessach kein Judentum
Ohne Pessach, ohne die Rettung aus Gewaltherrschaft und Unterdrückung, wie sie in der Bibel erzählt wird, gäbe es kein Israel und kein Judentum. Diese Tatsache halten sich Juden und Jüdinnen weltweit an Pessach vor Augen. Es ist eine wichtige Botschaft, gerade angesichts der gegenwärtigen Kriege und des wachsenden Antisemitismus.
Zum Leben:
Levi Israel Ufferfilge wurde 1988 in Minden geboren und wuchs in einer kleinen jüdischen Gemeinde auf. Weil er schon früh großes Interesse an der jüdischen Tradition entwickelte, bedeutete das für seine Eltern stundenlange Fahrten zur nächsten größeren Synagoge in Münster und das Engagement eines Privatlehrers für jüdische Studien. Ufferfilge studierte Judaistik und Jiddistik in Düsseldorf und promovierte in Münster. Er hat immer wieder als Lehrer gearbeitet und leitete jüdische Schulen in München und Berlin. Im Mai 2024 schloss er sein Rabbinatsstudium ab. Nach zwei Jahren als Rabbiner-Anwärter in Münster ist er seit 2026 einer von zwei Rabbinern in der jüdischen Gemeinde Oldenburg.
Literatur:
Levi Israel Ufferfilge: Nicht ohne meine Kippa! Mein Alltag in Deutschland zwischen Klischees und Antisemitismus. Verlag Tropen / Klett-Cotta 2021, 208 S., 17 Euro.
Moderation: Kirsten Dietrich
Redaktion: Christina-Maria Purkert