Aktuell rund 30 Wölfe in NRW | WDR aktuell
WDR. 00:27 Min.. Verfügbar bis 21.04.2028.
Sechs sogenannte Wolfsterritorien gibt es in NRW. Konkreter ist die Landesregierung bislang nicht geworden. Jetzt aber meldet das Landwirtschaftsministerium eine Zahl: 30 Wölfe leben demnach derzeit in NRW. Diese Zahl ist zunächst eine Schätzung des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK).
Monitoring soll den Wolf überall in Deutschland erfassen
Die Schätzung basiert auf einem aufwändigen Monitoring-Verfahren, das die jeweiligen Bundesländer durchführen. Einmal im Jahr werden die aktualisierten Zahlen veröffentlicht auf der Internetseite der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW). Dort kann man auch die Zahlen aus früheren Jahren nachlesen.
Allerdings: Das Monitoring nennt gar keine konkreten Zahlen, sondern nur die Zahl der bestätigten Territorien. Bei einem Territorium kann es sich um ein Rudel, um ein Wolfspaar oder um einen einzelnen Wolf handeln.
Wölfe zählen: Gar nicht so leicht
Diese Territorien zu zählen ist gar nicht so einfach. Es kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz, zum Beispiel Fotofallen oder genetische Analysen, etwa aus Kotproben. Auch sogenannte Heulanimation werden genutzt, bei denen die Tiere durch Aufnahmen von Wolfsgeheul angeregt werden, zu antworten. In Deutschland wird diese Methode allerdings eher selten erfolgreich angewandt.
Ein Territorium gilt als bestätigt, wenn ein eindeutiger Nachweis vorliegt, etwa durch Lebendfang, Totfund oder einen eindeutigen genetisch Nachweis.
30 Wölfe leben laut Land aktuell in NRW
Den jüngsten Zahlen aus dem Jahr 2024/25 nach gab es in NRW drei bestätigte Rudel, ein Wolfspaar und zwei Einzeltiere. Und aufgrund dieser Angaben geht das LANUK derzeit von insgesamt 30 Wölfen aus. Zu dieser Einschätzung kam zuvor auch der Naturschutzbund (NABU).
Die Zahl, die das Landwirtschaftsministerium nun veröffentlicht hat, ist also nicht neu, sondern basiert auf den bereits bekannten Territorien. Übrigens: Im bundesweiten Vergleich gibt es in NRW eher wenige bestätigte Territorien. Spitzenreiter sind Niedersachsen mit 63 und Brandenburg mit 60.
Zuletzt weniger Nutztierrisse in NRW
Anfang April ist eine Änderung des Bundesjagdgesetzes in Kraft getreten. Seitdem gilt auch der Wolf als jagdbare Tierart. Hintergrund der Gesetzesänderung: In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Wölfe in ganz Europa stark gestiegen. Entsprechend stieg auch die Zahl bestätigter Nutztierrisse.
Allerdings ist die Zahl in NRW zuletzt zurückgegangen, was vermutlich daran liegt, dass das Rudel der berühmt-berüchtigten Wölfin Gloria in Schermbeck am Niederrhein inzwischen als verschollen gilt. Gloria und ihr Rudel werden für zahlreiche Nutztierrisse in der Vergangenheit verantwortlich gemacht.
Unsere Quellen:
- Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW)
- Landwirtschaftsministerium NRW
- Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 21.04.2026, 12.45 Uhr.