Wolfsgebiet Schermbeck: Ein Jahr ohne Gloria und ihr Rudel
Lokalzeit aus Duisburg . 05.11.2025. 01:36 Min.. Verfügbar bis 05.11.2027. WDR. Von Lars Zamhöfer.
Die Spekulationen über Glorias Schicksal reißen nicht ab. Manche Stimmen sagen, dass die Wölfin wohl gezielt zusammen mit ihrem Rudel getötet wurde. Beweise gibt es nicht. Fest steht nur, dass Gloria am 05.11.2024 zuletzt unter ihrer offiziellen Bezeichnung GW954f in der Liste der NRW-Wolfsnachweise auftaucht. Seitdem gibt es keine DNA-Spuren oder Sichtungen mehr.
NABU geht von illegalem Abschuss aus
"Ich glaube nicht, dass Gloria noch lebt," sagt der Kreis Weseler Nabu-Chef Peter Malzbender. "Es ist zwar spekulativ, aber ich glaube, dass Gloria und ihr Rudel geschossen wurden." Von jetzt auf gleich fehle jede Spur auch außerhalb dieses großen Wolfsgebietes, das sei auffällig.
Verschwinden von Gloria wirft Fragen auf
Das Verschwinden von Wölfin Gloria beschäftigt auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW. Hier werden alle Wolfshinweise aus ganz NRW gesammelt. Weil es seit einem Jahr keine Spuren von Glorias Rudel gibt, gelten die Wölfe offiziell als verschollen. Und das soll, solange es keine Beweise für den Tod der Tiere gibt, auch so bleiben.
Amtssprecher Wilhelm Deitermann sagte: "Wir wissen nicht was passiert ist." Möglich sei vieles - auch, dass Gloria mit ihrem Rudel abgewandert sei oder wegen ihres schon recht hohen Alters eines natürlichen Todes gestorben sei.
Gloria: Erste ansässige Wölfin im Bereich Schermbeck
Gloria war 2018 zum ersten Mal im Wolfsgebiet Schermbeck nachgewiesen worden. Sie stammte aus einem Rudel in der Lüneburger Heide, das sie als ein- oder zweijähriges Jungtier verlassen hatte. Sie wurde am Niederrhein heimisch und die erste ansässige Wölfin in NRW nach über 190 Jahren.
Später gab es mehrfach Nachwuchs. Gloria hatte ein Rudel. Dieses war rund um Schermbeck für viele Nutztierrisse verantwortlich, was zu politischen Debatten über den Schutzstatus und die Möglichkeit der Tötung sogenannter Problemtiere führte. Seit dem 05.11.2024 gibt es hier keine Wolfsrisse mehr und auch keine Spuren von Glorias Rudel.
Wolf: Streng geschützte Art
Der Wolf ist in Deutschland und der EU eine streng geschützte Art. Das bedeutet, dass das Töten, Verletzen oder Fangen der Tiere verboten ist. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit Geld- oder Gefängnisstrafen rechnen. Behörden können Ausnahmen zulassen, etwa wenn ein Wolf eine eindeutige Gefahr für Menschen darstellt oder wenn er wiederholt Zäune überwindet, um Nutztiere anzugreifen
Unsere Quellen:
- NABU-Kreisverband Wesel
- Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW