AfD-Politiker Fabian Jacobi und Christian Zaum am Rednerpult im Bundestag

Zwei unbekannte Kandidaten wollen AfD-Chef Vincentz stürzen

Stand:

Seit Monaten formiert sich in der AfD Widerstand gegen Parteichef Vincentz. Jetzt stehen seine Herausforderer fest.

Fabian Jacobi und Christian Zaum sind zwei Bundestagsabgeordnete, die als Doppelspitze den amtierenden AfD-Parteichef Martin Vincentz stürzen wollen. Bereits am Montag geisterte ihre Kandidatur durch AfD-nahe Medien und Chatgruppen.

Jacobi selber hatte bereits vor zwei Wochen - von der Parteiöffentlichkeit weitgehend unbemerkt - auf Facebook seine Kandidatur erklärt. Anfang März wird in Marl ein neuer Parteivorstand gewählt. Beide Kandidaten genießen die Unterstützung von Vincentz' Gegnern.

Zaum und Jacobi wollen Vincentz bei der AfD stürzen

WDR Studios NRW 03.02.2026 01:08 Min. Verfügbar bis 03.02.2028 WDR Online

So stehen hinter den beiden unter anderem der rechtsextreme Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich. Auch die beiden Stellvertretenden von Martin Vincentz in der Landtagsfraktion - Sven Tritschler und Enxhi Seli-Zacharias - sollen dem Vernehmen nach die Kandidaturen unterstützen. Zwischenzeitlich war sogar spekuliert worden, dass die beiden selber gegen Vincentz antreten.

Kandidaten von Helferichs Gnaden?

Zaum ist ursprünglich Lehrer für Geschichte und Deutsch. Bei der Bundestagswahl 2025 zog er über die Landesliste der AfD in das Parlament ein. Gegen ihn lief schon einmal ein Parteiausschlussverfahren. Er soll als AfD-Kreissprecher in Siegen potenziellen Mitgliedern die Aufnahme verweigert haben. Damit habe er die Mehrheitsverhältnisse zu seinen Gunsten halten wollen.

Sein Mitstreiter Fabian Jacobi gehörte bereits mehrere Male dem Landesvorstand an, aktuell ist er einer der Vize-Chefs in NRW. Der Kölner sitzt seit 2017 für die Partei im Bundestag. Er gehört keiner Parteiströmung an. Bei Teilen der Basis ist er aber umstritten. So wird ihm mit angelastet, dass die AfD bei der letzten Senatswahl in Bremen nicht antreten durfte.

2023 reichte die Partei dort wegen interner Streitigkeiten zwei Wahllisten ein - Jacobi vertrat juristisch eine der beiden Seiten. Am Ende konnte die Partei insgesamt nicht antreten und sitzt somit als Fraktion nicht in der Bürgerschaft.

Personalpolitik des Parteichefs in der Kritik

Die AfD in NRW ist seit langem zerstritten. Im Kern geht es um die Personalpolitik des Landeschefs. So werfen ihm seine Gegner vor, dass Vincentz bei seinen Gefolgsleuten andere Maßstäbe ansetzt. Vor allem im Fall Klaus Esser.

Dem ehemaligen Vertrauten des Landeschefs wird vorgeworfen, für die Bewerbung auf eine Stelle in der Partei seinen Lebenslauf gefälscht zu haben. Vincentz habe ihn dafür aber nicht aus der Partei geworfen, so der Vorwurf.

Unsere Quellen:

  • Interne AfD-Chatgruppen
  • Facebook-Post Fabian Jacobis
  • Eigene Recherche

Sendung: WDR 5 Westblick, Zwei Unbekannte wollen AfD-Chef stürzen, 03.02.2026, 17:05 Uhr

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