Klaus Esser, AfD

AfD-Abgeordnetem Klaus Esser droht hohe Geldstrafe

Stand:

Weil er bei einer Bewerbung Teile seines Lebenslaufs gefälscht haben soll, droht dem Landtagsabgeordneten eine hohe Geldstrafe.

Geht es nach der Staatsanwaltschaft Aachen, muss Klaus Esser 13.500 Euro zahlen. Hintergrund ist ein mutmaßlich gefälschter Hochschulabschluss, den er für die Bewerbung auf einen AfD-Parteiposten benutzt haben soll.

Würde Esser den Strafbefehl von 90 Tagessätzen über je 150 Euro akzeptieren, wäre er nicht vorbestraft. Das wäre er erst ab 91 Tagessätzen. Es ist allerdings unwahrscheinlich dass der Abgeordnete die Summe akzeptieren wird.

Esser will sich gegen Strafe wehren

In der kommenden Woche entscheidet der Landtag darüber, ob Essers Immunität weiter aufgehoben werden soll. Esser selber äußerte sich in der Sache in einem Statement auf seinen Social-Media-Kanälen.

"Ich werde den kleinlauten Versuch der Staatsanwalt, das Verfahren mit einer symbolischen Geldstrafe zu beenden, selbstverständlich nicht hinnehmen und Einspruch erheben", so der Abgeordnete aus Düren.

AfD-Mann Esser soll 13.500 Euro zahlen

WDR Studios NRW 22.01.2026 00:48 Min. Verfügbar bis 22.01.2028 WDR Online

Zudem spricht er von einer Schmutzkampagne gegen sich. "Es wurde versucht, mich existenziell zu vernichten. Die Vorwürfe reichten von Geldwäsche über Kontakte ins Rotlichtmilieu, Betrug, Veruntreuung von Geldern, Fälschen von Unterschriften bis hin zu falschen Mitgliederaufnahmen und Bedrohung", schreibt Esser in der Stellungnahme.

Dabei seien sechs von sieben Verfahren gegen ihn eingestellt worden. Nur das aktuelle der Aachener Staatsanwaltschaft laufe noch.

Probleme für Landeschef Vincentz nehmen zu

Der "Fall Esser" hatte im Sommer 2024 bundesweit Aufsehen erregt. Für den aktuellen AfD-Landeschef Martin Vincentz war es der Beginn von schwerwiegenden Problemen in seiner Partei. Esser war bis dahin ein enger Vertrauter Vincentzs.

Die Gegner des Landeschefs um den rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich warfen dem Landeschef vor, Esser für seine Fehler zu schonen, während gegen Leute aus dem rechtsextremen Lager mit scharfen parteirechtlichen Verfahren vorgegangen wurde.

Drehen sich die Mehrheitsverhältnisse?

Nachdem Esser nicht aus der Partei geworfen werden sollte, schaltete sich sogar der AfD-Bundesvorstand ein und übernahm das Verfahren über einen möglichen Parteiausschluss. Inzwischen haben sich in großen Teilen der Partei die Mehrheitsverhältnisse gedreht.

Während Vincentz vor Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Esser fest im Sattel saß, muss er jetzt sogar um seine Wiederwahl als Landeschef bangen. Auf einem Parteitag Anfang März bestimmt die NRW-AfD ihren neuen Landesvorstand.

Unsere Quellen:

  • dpa vom 21.01.2026
  • Stellungnahme Klaus Esser
  • Eigene Recherche

Sendung: WDR aktuell im Radio, Strafbefehl gegen AfD-Politiker Esser , 22.01.2026, 11:00 Uhr

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