Eröffnung der Motorradsaison in NRW | Aktuelle Stunde
WDR. 01:51 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028.
Vor knapp drei Jahren startete in der Eifel (Kreis Düren) ein bundesweit einmaliger Verkehrsversuch: Die kurvenreiche L218 zwischen Vossenack und Schmidt wurde in den Kurven mit ellipsenförmigen Markierungen unterschiedlicher Breite - die von Weitem wie Kreise aussehen - versehen. Sie sind ein Hinweis für Motorradfahrer- und -fahrerinnen, wie sie die Kurve sicher fahren können.
Die kurvenreiche L218, sie wird auch "Panoramastraße" genannt, ist eine beliebte Strecke für die Motorradszene und ein Unfallschwerpunkt. Eine wissenschaftliche Evaluation hat ergeben, dass die Markierungen die Sicherheit nachweislich erhöhen. Häufige Ursache für schwere Unfälle ist laut NRW-Verkehrsministerium, dass die Kurven geschnitten werden und Motorradfahrer in den Gegenverkehr geraten.
Neue Markierungen in der Eifel
Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) sagte: "Diese Maßnahme hat sich bewährt." Wissenschaftliche Auswertungen an der L218 hätten gezeigt, dass die Fahrlinie entlang des gesicherten Bereichs doppelt so oft gefahren wurde wie vor der Anbringung. Die Kollisionsgefahr sei gesunken und es wurden laut Ministerium geringere Kurvengeschwindigkeiten gemessen.
Deshalb werde der Versuch auf den Kreis Euskirchen ausgeweitet, kündigte der Verkehrsminsiter an. Konkret geht es um die B266 in Schleiden und die L234 in Bad Münstereifel. Beide Strecken seien kurvenreich und würden von Bikern stark genutzt.
RWTH Aachen: Die Ellipsen wirken
Markierung auf der L218
Auch die neuen Strecken werden vom Institut für Straßenwesen der RWTH Aachen (ISAC) wissenschaftlich begleitet. Unter anderem nehmen die Forschenden mit Wärmebildkameras in den Kurven das Fahrverhalten des motorisierten Zweiradverkehrs auf. Dabei werden weder Kennzeichen noch Gesichter erfasst, also keine personenbezogenen Daten erhoben. Die Auswertung erfolgt mit Hilfe von KI.
"Die Ergebnisse des Versuchs sind überaus positiv", erklärte Dirk Kemper, stellvertretender Leiter des ISAC und Projektleiter der Studie zum Verkehrsversuch. Die Durchschnittsgeschwindigkeit sei um mehr als drei Stundenkilometer gesunken, die Unfallzahlen seien deutlich zurückgegangen und Schwerunfälle habe es gar nicht mehr gegeben. Zudem habe sich die Griffigkeit der Markierungen bewährt.
Bund soll die StVO ändern
Nun will NRW-Verkehrsminister Krischer Druck auf den Bund machen, diese Möglichkeit zur Markierung in die Straßenverkehrsordnung (StVO) aufzunehmen, damit sie bundesweit angewendet werden kann. "Von den positiven Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen sollen alle Länder profitieren."
Einen entsprechenden Antrag bringen am Mittwoch die Fraktionen von CDU und Grünen in den Landtag ein. Die Landesregierung soll vom Landtag unter anderem beauftragt werden, sich im Bund für eine Änderung der StVO einzusetzen.
Unsere Quellen:
- Informationen des NRW-Verkehrsministeriums
- Informationen des Kreises Düren
- Informationen der RWTH Aachen
- Antrag der Fraktionen CDU und Grüne im Landtag
Sendung: WDR.de, Motorradfahrersicherheit: Modellversuch wird ausgeweitet, 15.03.2026, 13.00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 15.03.2025, 18.45 Uhr