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Motorradfahren in NRW: Freiheit im Frühling, Lebensgefahr in der Kurve

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Sonne, Frühling, Motorradstart in NRW: Für viele bedeutet das Freiheit – für andere Lärm, Ärger und ein steigendes Unfallrisiko. Wo am Wochenende Sperrungen gelten und wie die Polizei sich auf den Biker-Ansturm vorbereitet.

Viel Sonne, bis zu 20 Grad und kein Regen in Sicht: Nach der langen Winterpause werden sich am Wochenende wieder Tausende Motorradfahrer auf den Weg zu den beliebten Ausflugszielen in NRW machen. Für viele Biker ist ihr Motorrad dabei weit mehr als nur ein Fahrzeug: Es steht für Freiheit und ein unmittelbares Erlebnis von Landschaft und Natur.

Etwa das Bergische Land steht bei Motorradfahrern hoch im Kurs. Hier gibt es schöne Landstraßen mit kurvenreichen Strecken. “Wir raten dazu, zu Beginn der Saison besonders vorsichtig zu fahren“, sagt Stefan Weiand von der Wuppertaler Polizei. Der Rat erfolge nicht nur, weil viele Motorradfahrer im Winter pausiert haben. Auch die Autofahrer haben sich noch nicht so richtig an die Motorräder auf den Landstraßen gewöhnt.

Ein türkises Motorrad steht auf einem Parkplatz

Der Biker-Treffpunkt Café Hubraum

An der im Bergischen gelegenen L74 gab es früher immer wieder Todesfälle, weil die Kurven schwer zu berechnen waren. Hier liegt auch das Café Hubraum, einer der beliebtesten Treffs in der Region. Die meisten Fahrer haben ziemlich viel Erfahrung. Gerd Talhorst fährt sei 65 Jahren. Jetzt ist er 85 und kann es nicht lassen. „Das schult meine Motorik, das schult meinen Verstand, das hält mich am Leben“, sagt er und freut sich auf die Ausfahrt.

Gefährliches Hobby

Die Schattenseite: Motorradfahrer leben gefährlich. Im Jahr 2024 kamen auf den Straßen von NRW insgesamt 86 Menschen bei Motorradunfällen ums Leben. Zahlen für 2025 liegen zwar noch nicht vor, doch der Trend ist seit Jahren ungebrochen. Während die Opferzahlen im Straßenverkehr kontinuierlich sinken, gehen Motorradfahrer mit ihrem Hobby immer noch ein hohes persönliches Risiko ein.

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Sauerland, Eifel, Bergisches: Hotspots der Motorradunfälle

Die Gefahr fährt mit - besonders auf den bei Bikern populären Strecken im Sauerland, Bergischen Land und in der Eifel. Die Hauptursachen für Unfälle liegen laut Polizei meist in einer generellen Überschätzung der eigenen Fähigkeiten: zum Beispiel durch überhöhte Geschwindigkeit auf besonders kurvenreichen Straßen.

Betroffen sind zum Beispiel

  • der Oberbergische Kreis mit hohen Unfallzahlen auf den Nebenstrecken
  • die Eifel, insbesondere Ausflugsstrecken rund um Heimbach, Rursee und Vossenack
  • Teile des Hochsauerlandkreises und der Raum Dortmund/Kreis Wesel

Motorradfahren in NRW: Freiheit im Frühling, Lebensgefahr in der Kurve

WDR Studios NRW 06.03.2026 00:51 Min. Verfügbar bis 05.03.2028 WDR Online

Manche Strecken für Motorräder am Wochenende gesperrt

Teilweise haben Kommunen schon vor Jahren auf die hohen Unfallzahlen reagiert und sperren an Wochenenden besonders gefährliche Streckenabschnitte komplett für Motorräder. Fahrverbote gelten unter anderem für diese Bereiche:

  • B256 bei Waldbröl-Schladern (Oberbergischer Kreis)
  • B236 bei Schmallenberg (Hochsauerlandkreis, ab April)
  • L685 bei Arnsberg (Hochsauerlandkreis)
  • K18 bei Wermelskirchen (Rheinisch-Bergischer Kreis, auch an Werktagen)

Eine komplette Liste der Sperrungen gibt es unter anderem auf der Homepage des Bundesverbands der Motorradfahrer (BVDM).

Auf anderen Strecken verzichten die Kommunen zwar auf Fahrverbote, entschärfen gefährliche Abschnitte aber mit Umbauten, die den Motorradverkehr ausbremsen sollen: zum Beispiel durch "Rüttelstreifen" auf der Fahrbahn, Schutzplanken mit Unterfahrschutz und Abpralldämpfern sowie flexible Fahrbahnteiler, die das "Schneiden" von engen Kurven verhindern sollen.

Anwohner klagen über Lärm

Meist sind Biker in den ländlichen Regionen sehr willkommen - schließlich sorgen sie für viel Umsatz in der Gastronomie und der Tourismus-Branche. Bei Anwohnern der besonders beliebten Strecken macht sich aber schon seit vielen Jahren Unmut breit. Der Grund sei eine Minderheit der Fahrer, die keinerlei Rücksicht auf die Menschen vor Ort nimmt und möglichst lautstark durch geschlossene Ortschaften rast. Besonders störend sind dabei Motorräder, deren Auspuffsystem illegal manipuliert wurde, um den Lärmschutz auszuhebeln.

Inzwischen haben sich in NRW mehrere Bürgerinitiativen gegen mutwilligen Verkehrslärm gegründet, die für mehr Streckensperrungen und Polizeikontrollen eintreten. Unterstützung kommt aus unerwarteter Richtung. So forderten auch die Motorradfreunde Sauerland vor einiger Zeit die Polizei auf, bei Kontrollen entdeckte Motorräder mit manipulierter Auspuffanlage sofort stillzulegen.

NRW-Polizei bereit für Biker-Ansturm

Die Polizei ist offenbar auf den Ansturm am Wochenende vorbereitet. Man werde die Situation auf den beliebten Strecken beobachten und bei Problemen sofort eingreifen, sagte ein Sprecher der Polizei im Hochsauerlandkreis dem WDR am Freitag.

Motorradfahren in NRW: Freiheit im Frühling, Lebensgefahr in der Kurve

WDR Studios NRW 06.03.2026 00:51 Min. Verfügbar bis 05.03.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Polizei im Oberbergischen und im Hochsauerlandkreis
  • Bundesverband der Motorradfahrer
  • Landesverkehrswacht
  • Innenministerium NRW
  • Motorradfreunde Sauerland
  • Initiative "Zu laut!"
  • WDR-Reporter vor Ort

Sendung: WDR.de, Motorradfahren in NRW: Freiheit im Frühling, Lebensgefahr in der Kurve, 06.03.2026, 13.36 Uhr

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