Verena Schäffer (Grüne), Ministerin für für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration

Social-Media-Verbot für Kinder: Vorbehalte aus NRW

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NRW-Jugendministerin Schäffer ist von einem Social-Media-Verbot "nicht überzeugt". Sie will die Betreiber in die Pflicht nehmen.

In Ländern wie Australien gilt es bereits: Ein striktes Verbot von Social-Media-Kanälen für Unter-16-Jährige. Sollte so etwas auch in Deutschland eingeführt werden? "Zumindest überzeugt es mich nicht", sagte Verena Schäffer (Grüne), die neue NRW-Ministerin für Familie und Jugend am Donnerstag im WDR-Interview. "Ich finde, dass man es sich so ein bisschen einfach damit macht."

"Natürlich sind Instagram und Tiktok und andere soziale Medien mit viel Skepsis und Vorsicht zu genießen, weil dort Inhalte verbreitet werden, die nicht gut sind für Kinder und Jugendliche", sagte Schäffer. Man mache es sich aber als Erwachsene mit der Position, "verkürzt: das ist schlecht für Kinder, also verbieten wir es, ein bisschen zu einfach".

Interview mit der neuen Ministerin Verena Schäffer

WDR 5 Westblick - aktuell 05.02.2026 10:02 Min. Verfügbar bis 05.02.2027 WDR 5

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Die Debatte über ein Verbot sozialer Medien für Kinder und Jugendliche wird nicht nur in Deutschland, sondern weltweit geführt. In Australien dürfen Jugendliche unter 16 Jahren bereits seit Dezember keine eigenen Konten mehr auf vielen großen Social-Media-Plattformen besitzen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) zeigt sich ebenfalls offen für ein Social-Media-Verbot für Kinder in Deutschland.

Ministerin sieht Eltern in der Pflicht

"Es gibt schon heute Altersbeschränkungen, die aber vielfach umgangen werden", so die Grünen-Politikerin Schäffer, die seit 2010 Mitglied des Landtags ist. "Ich bin der Meinung, dass wir zum einen Kinder und Jugendliche stärken müssen in der Medienkompetenz, dass aber auch Eltern die Verantwortung haben, zu gucken, was macht mein Kind da eigentlich." Also müsse auch die Kompetenz von Eltern gestärkt werden.

Zugleich betonte die Ministerin die "hohe Verantwortung" der Plattform-Betreiber, "welche Inhalte auf diesen Plattformen verbreitet werden". Das Internet sei "kein rechtsfreier Raum", sagte Schäffer. "Da dürfen strafbare Inhalte nicht einfach geteilt werden." Deshalb gebe es eine Verantwortung der Plattform-Betreiber und der Strafverfolgungsbehörden.

Wie Schäffer Vertrauen wiederherstellen will

Verena Schäffer ist seit Ende Januar die Nachfolgerin ihrer Parteikollegin Josefine Paul als Landesministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration. Paul war nach lang andauernder Kritik an ihrem Umgang mit dem Solinger Terroranschlag von 2024 als Ministerin zurückgetreten. Unter anderem waren Paul schwere Versäumnisse bei der Krisenkommunikation vorgeworfen worden.

Die neue Ministerin sagte auf die Frage, wie sie Vertrauen wiederherstellen wolle: "Mir ist die Dialogbereitschaft sehr wichtig, mit Menschen ins Gespräch zu kommen." Sie sei gerade dabei, das Ministerium und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennenzulernen. "Reizvoll an diesem Ministerium" sei ein Themen-Mix, bei dem es um den "gesellschaftlichen Zusammenhalt" gehe.

Unsere Quellen:

  • Verena Schäffer im Westblick-Interview
  • Nachrichtenagentur dpa

Sendung: WDR 5, Westblick, 05.02.2026, 17:05 Uhr

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