Seit dem Beginn der Corona-Pandemie 2020 kämpfen viele deutsche Großtädte mit Problemen wegen synthetischer Drogen. Vor allem Crack, aber auch andere Substanzen werden zum sichtbaren Thema. In Frankfurt ist die Drogenszene kaum zu übersehen, auch im Umfeld des Düsseldorfer Bahnhofs oder des Kölner Neumarkts sammeln sich Süchtige und Dealer in immer größerer Zahl.
Die Zahlen der polizeilichen Kriminalitätsstatistik stützen diesen Trend. Seit 2020 sind die Zahlen der Drogentoten, aber auch die der Delikte zeitweise sprunghaft angestiegen. Während in NRW im Jahr 2017 noch 204 Drogentote festgestellt werden konnten, lag die Zahl der Betroffenen 2023 bei 872. Im vergangenen Jahr sank diese Zahl zwar, lag mit 769 aber immer noch deutlich über dem Niveau vor Beginn der Pandemie.
Nur LSD-Straftaten gehen merklich zurück
Für die Drogendelikte hat die Landtags-SPD in einer Kleinen Anfrage aktuelle Daten angefordert. Die Antwort des zuständigen Innenministeriums deutet darauf hin, dass auch im Jahr 2025 die Belastung durch synthetische Drogen hoch bleibt. So wurden bis Ende September bereits 6.154 Straftaten im Zusammenhang mit Kokain festgestellt, was Crack mit einschließt. Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei einem Allzeithoch von 6.433.
Lediglich bei LSD zeichnet sich ein deutlicher Abwärtstrend ab. Dagegen bleiben die Daten zu Amphetaminen, Methamphetamin und neuen psychoaktiven Substanzen auf hohem Niveau, wenn auch nicht in der Höhe der Vorjahre.
Die von der Polizei sichergestellten Drogen stammen laut Ministerium "überwiegend aus illegalen Produktionsstätten in Europa - mit einem Schwerpunkt in den Niederlanden", heißt es in der Antwort auf die SPD-Fragen.
Thorsten Klute
Der gesundheitspolitische Sprecher der Landtags-SPD, Thorsten Klute, spricht von einer weiterhin traurigen und besorgniserregenden Entwicklung. Die Landesregierung habe die Entwicklung schlicht bis zuletzt geleugnet. Immerhin, so Kluthe, "reagiert sie mit einem um 1,5 Millionen Euro erhöhten Haushaltsansatz für das kommende Jahr."
Kaum Erkenntnisse über Fentanyl
Die Kleine Anfrage hatte die SPD wegen der sogenannten "Opioid-Krise" in den USA und Kanada gestellt. Dort führen Abhängigkeiten von Schmerzmitteln wie Fentanyl zu zahlreichen Toten und sozialen Problemen. Kluthe spricht von einer Epidemie. "Wir müssen alles tun, um unsere Kinder und Jugendlichen davor zu schützen", so der SPD-Politiker.
Allerdings liegen für diesen Bereich keine größeren NRW-Daten vor. Das CDU-geführte Innenministerium schreibt dazu, dass "bislang nur vereinzelte Verstöße im Zusammenhang mit Fentanyl festgestellt wurden". Und über die Herkunft liegen keine Erkenntnisse vor.
Unsere Quellen:
- Kleine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion
- Eigene Recherche
- Zitate Thorsten Klute, SPD-Landtagsfraktion
