Gebaut werden soll das neue Zentrum für Unternehmen und Forscher ab diesem Herbst voraussichtlich im Rheinischen Revier, wo das Land den Strukturwandel vorantreiben will. Konkrete militärische und sicherheitsrelevante Projekte etwa von Bundeswehr und NATO stehen auf der Agenda, wie NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) ankündigte.
Mona Neubaur (Grüne), Wirtschaftsministerin NRW
"Wir bauen das Gebäude und sind dabei das Konzept abzuschließen, aber es wird ziemlich sicher im Rheinischen Revier sein", sagte ein Ministeriumssprecher am Montag auf WDR-Anfrage. Es gehe darum, "die Lücke zwischen Labor und Serienproduktion zu schließen", sagte Vize-Ministerpräsidentin Neubaur dem "Handelsblatt".
Deal bei Münchener Sicherheitskonferenz
Die Grünen-Politikerin unterzeichnete am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz eine entsprechende Vereinbarung ("letter of intent") mit dem Waffenbauer Rheinmetall aus Düsseldorf und dem Leichtbau-Hersteller Mubea aus Attendorn. Ein weiterer Partner ist der US-amerikanische Rüstungskonzern Lockheed Martin, der bereits im niederrheinischen Goch Teile für den F-35 Kampfjet produziert.
"Nordrhein-Westfalen bekommt damit die Chance, sich nachhaltig als europäischer Hub für Forschung und Technologieentwicklung im Verteidigungsbereich zu etablieren", sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger. "Um den Frieden zu wahren, müssen wir wieder gezielter in unsere Verteidigungsfähigkeit investieren", sagte Neubaur.
Bei dem Projekt sollen aber auch kleinere Start-ups eingebunden werden, damit sie sich vernetzen und Arbeitsplätze in NRW schaffen. Die Landesregierung will dadurch einen Beitrag zur Aufrüstung angesichts der verschärften Sicherheitslage in Europa seit Putins Angriff auf die Ukraine leisten.
Rüstungssektor boomt
Deutschlands Rüstungsbranche boomt. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine bestellen NATO-Staaten viel mehr Rüstungsgüter beim Panzer- und Munitionslieferanten Rheinmetall oder beim Lenkflugkörper-Hersteller Diehl. Davon profitieren auch Zulieferer wie der Kölner Motorenhersteller Deutz.
Während die klassische Industrie, etwa der Stahlfabrikant Thyssenkrupp Steel und der Autobauer Ford, angesichts einer Auftragsflaute Tausende Jobs abbauen müssen, suchen Rüstungsfirmen nach Fachkräften. Die schwarz-grüne Landesregierung setzt seit einigen Jahren ebenfalls zunehmend einen Schwerpunkt beim Thema Waffen.
Unsere Quellen:
- Mitteilung des NRW-Wirtschaftsministeriums
- Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums auf WDR-Nachfrage
- "Handelsblatt"-Interview mit Ministerin Neubaur
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR.de, NRW setzt auf Cluster für Rüstungsindustrie, 16.02.2026, 14:00 Uhr
