NRW investiert in Sanierung von Brücken und Straßen | Aktuelle Stunde

WDR 02:47 Min. Verfügbar bis 15.05.2028

Kaputte Brücken, Tunnel, Radwege NRW gibt mehr Geld für Straßen aus

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Weil jahrzehntelang zu wenig repariert wurde, sind die Straßen marode. Die Landesregierung gibt nun mehr für die Sanierung aus. Die SPD im Landtag kritisiert einen "Etikettenschwindel".

Nordrhein-Westfalen steckt mehr Geld in die Infrastruktur: In den kommenden zwölf Jahren will die Landesregierung zusätzlich 3,5 Milliarden Euro für Straßen, Brücken, Tunnel und Radwege ausgeben. Entsprechende Pläne stellte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) am Freitag in Königswinter vor.

Dort befindet sich eines der ersten Projekte, die von dem Investitionspaket profitieren sollen: Die rund 85 Meter lange Brücke der Hauptstraße (L193), die im Stadtteil Oberdollendorf über die Bahnschienen führt. Das Bauwerk aus dem Jahr 1963 soll in nur zehn Monaten abgerissen und durch eine neue Stahlbrücke ersetzt werden.

"Funktionale Ausschreibung" beschleunigt Bauzeit

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) kündigt mehr Geld für Brückenbau an

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) kündigt mehr Geld für Brückenbau an

Diese vergleichsweise schnelle Bauzeit wird laut Verkehrsministerium durch die sogenannte funktionale Ausschreibung möglich. Dabei gibt der Landesbetrieb "Straßen NRW" lediglich Anforderungen und Rahmenbedingungen vor. Große Teile der Planung und Umsetzung entwickelt das Bauunternehmen selbst.

"Was über Jahrzehnte liegen geblieben ist, kann jetzt schneller angegangen werden", teilt Minister Krischer mit. Das Geld kommt teils aus dem Sondervermögen des Bundes, aber auch aus einem Investitionspaket der schwarz-grünen Landesregierung.

"Mit den Mitteln aus dem Sondervermögen schaffen wir mehr Projekte pro Jahr, können andere vorziehen und den Sanierungsstau schneller abarbeiten. Das bedeutet mehr Baustellen, aber auch schnellere Fortschritte." NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne)

Ein anderes Projekt, das von dem zusätzlichen Geld profitiert, ist der Kiesbergtunnel in Wuppertal. Er verbindet den Süden der Stadt mit dem Autobahnkreuz Sonnborn. Bei seiner Eröffnung im Jahr 1970 war er mit rund 900 Metern Deutschlands längster Straßentunnel. Heute ist auch er marode und muss komplett saniert werden.

Den größten Teil des zusätzlichen Geldes - rund zwei Milliarden - dürfen die Kommunen selbst verplanen. Das Land legt mit seinem Anteil aber einen Schwerpunkt auf wichtige Rheinbrücken: Saniert werden sollen mit dem Geld etwa die Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf, die "Brücke der Solidarität" in Duisburg oder die Severinsbrücke in Köln.

Nicht profitieren werden von dem Geld Autobahnbrücken - für deren Sanierung ist der Bund zuständig, nicht das Land.

60 Millionen zusätzlich für 2026

Von dem zusätzlichen Geld sollen 60 Millionen Euro in diesem Jahr fließen. Auch das Landesstraßenerhaltungsprogramm wird in diesem Zuge aufgestockt. Es wächst laut Landesverkehrsministerium in 2026 um vier Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 235 Millionen Euro an.

Konkret sollen 230 Millionen Euro in 132 Einzelmaßnahmen und eine Pauschale zum Erhalt von Straßen, Brücken und Tunneln gesteckt werden. Die übrigen fünf Millionen Euro sind laut Ministerium für das "Sonderprogramm Südwestfalen", mit dem Schäden an Landesstraßen saniert werden, die durch die Ausweichverkehre der gesperrten A45 bei Lüdenscheid entstanden sind. Im Jahr 2025 hatte es 103 Einzelmaßnahmen (Volumen: 231 Millionen Euro) gegeben.

NRW gibt mehr Geld für Sanierung kaputter Straßen aus

WDR Studios NRW 13.05.2026 00:38 Min. Verfügbar bis 14.05.2028 WDR Online

Opposition: Land gibt Bundesmittel aus

Die SPD als größte Oppositionsfraktion im Landtag warf der Landesregierung einen "Etikettenschwindel im Großformat" vor. "Dass zusätzliche Investitionen in unsere Verkehrsinfrastruktur nach NRW fließen, ist richtig und notwendig", sagte SPD-Fraktionsvize Alexander Vogt. Die nun angekündigten Maßnahmen würden allerdings mit Bundesmitteln aus dem Sondervermögen finanziert – "nicht mit zusätzlichem Geld der Landesregierung".

Der FDP-Verkehrsexperte Christof Rasche sprach von einem "Verschiebebahnhof". Jahrelang habe die schwarz-grüne Landesregierung zugesehen, wie Straßen, Brücken und Tunnel in Nordrhein-Westfalen verfallen. "Bei den Mitteln für Neu- und Ausbaumaßnahmen haben CDU und Grüne Jahr für Jahr immer weiter gespart und die Baukostensteigerungen von rund 40 Prozent nicht berücksichtigt." Jetzt feierten sich die Regierungspartner "für schuldenfinanzierte Milliarden aus Berlin", so Rasche.

Laut NRW-Verkehrsministerium werden in diesem Jahr insgesamt mit dem Sondervermögen, dem regulären Haushalt vom Bund und den Mitteln aus dem Landeshaushalt rund 500 Millionen Euro in den Erhalt der Infrastruktur investiert.

Unsere Quellen:

  • Verkehrsministerium NRW
  • Mitteilung der SPD-Landtagsfraktion
  • Mitteilung der FDP-Landtagsfraktion

Sendung: WDR 2, Nachrichten, 15.05.2026, 5:00 Uhr
Sendung: WDR-Fernsehen, Aktuelle Stunde, 15.05.2026, 18.45 Uhr

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