Nach Bewerbung um Exzellenzstatus : Fetter Förderbescheid für Revier-Unis
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NRW investiert 45 Millionen Euro in ein Materialanalyselabor. An der TU Dortmund sollen gemeinsam mit der Ruhr-Uni Bochum neuartige Materialien erforscht werden. Warum es kein Zufall ist, dass das Land ausgerechnet in ein Projekt dieser beiden Revier-Unis Geld steckt.
"Zwei Unis, eine Mission" - so ist das Ruhr Innovation Lab der TU Dortmund und der Ruhr-Uni Bochum überschrieben. Das neue Labor soll innerhalb dieses Verbundes entstehen. Dort soll Forschung für die Entwicklung neuartiger, nachhaltiger Materialien geleistet werden. Es soll auf rund 1.200 Quadratmetern auf dem Campus Nord der TU Dortmund entstehen und unter anderem aus zehn spezialisierten Einzellaboren bestehen.
Neue Materialien und ihre Eigenschaften sollen dort genauestens untersucht werden. Die Neueinrichtung des Labors soll fast 50 Millionen Euro kosten, 45 kommen vom Land.
Anwendungsfall Diamantsägen
Farbstofflaser für die Materialanalyse an der TU Dortmund
Manfred Bayer, Rektor der TU Dortmund, erklärt: Ein praktischer Anwendungsfall könnten zum Beispiel Diamantsägen sein. "Wir können hiermit analysieren, unter welchen Bedingungen man die Diamantbeschichtung auf das Werkzeug aufbringen muss, damit es möglichst lang eingesetzt werden kann." Das sei auch ein Beitrag zu Nachhaltigkeit, betont er.
Das Geld stammt aus dem "Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur", der zu einem Großteil aus dem Sondervermögen des Bundes besteht. 2,3 Milliarden Euro stehen laut diesem Plan für die nächsten Jahre bereit, um Hochschulen und Forschung in NRW nach vorne zu bringen.
Keine Förderung mit der Gießkanne
Mit der Förderung sollen gezielt Vorhaben finanziert werden, die auf die "großen Zukunftsthemen" einzahlen. NRW-Wissenschaftsministerin Brandes erklärt: "Die Projekte sind gut in den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und künstliche Intelligenz, aber auch in der Bekämpfung von Volkskrankheiten". Durch die Förderung wolle man "herausragende Infrastruktur" zur Verfügung stellen, um bestmögliche Arbeitsbedingungen für Forschende und Industriepartner zu bekommen.
"Die neue Forschungsinfrastruktur ist ein Meilenstein für den angestrebten Exzellenzverbund der TU Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum." NRW-Wissenschaftsministerium
Dass das Land nun 45 Millionen Euro ausgerechnet in ein Projekt der Unis in Dortmund und Bochum steckt, ist kein Zufall, sind doch beide Unis gemeinsam im Rennen um den Exzellenzstatus. Aktuell haben nur zwei NRW-Hochschulen diesen Status: die RWTH Aachen sowie die Uni Bonn. Im Herbst wird entschieden, welche weiteren Unis den Exzellenz-Stauts verliehen bekommen.
Hoffnung macht sich auch noch die Uni Köln. Auch dort hat das Land zuletzt 10 Millionen Euro in einen Hochleistungsrechner investiert, der der Entwicklung von KI dienen soll.
Die Ruhr-Universität Bochum wurde 1962 gegründet.
Sollten die Ruhr-Unis den Exzellenzstatus erhalten, wäre das insofern bemerkenswert, als die allermeisten Unis, die über den Status verfügen, zu den alteingesessenen Hochschulen gehören. Dahingegen handelt es sich bei den Unis in Dortmund und Bochum um Hochschulen jüngeren Datums - sie sind erst in den 1960er-Jahren entstanden. Ihre Gründung ist tief verwurzelt mit der damaligen Bildungspolitik.
Das Hochschulwesen sollte damals demokratisiert werden - Universitäten sollten nicht länger Einrichtungen für eine kleine Elite sein, sondern breiteren Bevölkerungsschichten offenstehen. Damit reagierte man auch auf den Strukturwandel im Ruhrgebiet, um akademisch gebildete Fachkräfte vor Ort auszubilden.
Millionen für Exzellenz-Unis
Ministerin Brandes meint, dass das Modell funktioniert hat. "Wir haben hier Rahmenbedingungen, in denen wir unheimlich viele Studierende haben, die aus Nicht-Akademiker-Haushalten kommen, die aus migrantischen Hintergründen kommen, die in vielen anderen Standorten nie studiert hätten. Hier in Dortmund und in Bochum ist das möglich gemacht worden, eine ganz systematische Förderung eines exzellenten Nachwuchses", so Brandes. Das zahle sich jetzt aus in der Exzellenzstrategie.
Mit ihr will Deutschland vor allem die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken und einzelne Hochschul-Standorte gezielt weiterentwickeln. Mit dem Exzellenz-Status sollen ausgewählte Universitäten zu international sichtbaren Forschungszentren ausgebaut und auch konkurrenzfähiger werden. Dafür erhalten sie eine Millionen-Förderung vom Bund.
Unsere Quellen:
- NRW-Wissenschaftsministerium
- TU Dortmund
- Ruhr-Uni Bochum
- Deutsche Forschungsgemeinschaft
- LWL
- eigene Recherche
Sendung: WDR.de, 45 Millionen Euro für das Ruhr Innovation Lab, 12.05.2026, 05:13 Uhr
