RWTH Aachen und Uni Bonn bleiben Exzellenzuniversitäten | WDR Aktuell

01:45 Min. Verfügbar bis 12.03.2028

Exzellenzuniversität: Wie Unis den begehrten Status erhalten

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Die RWTH Aachen und die Uni Bonn können sich freuen: Sie bleiben Exzellenzuniversitäten. Wie erhalten Unis eigentlich den begehrten Status? Wer entscheidet darüber? Und warum ist er so begehrt? Fragen und Antworten.

Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und die RWTH Aachen gehören weiterhin zu den Exzellenzuniversitäten in Deutschland. Das steht seit Mittwoch fest. Bundesweit wurden zehn Universitäten oder Uni-Verbünde mit dem Status Exzellenz ausgezeichnet. In der Warteschleife sind derzeit noch die Universität zu Köln und ein Verbund aus Ruhr-Uni Bochum und der TU Dortmund.

Die Exzellenzstrategie soll den deutschen Wissenschaftsstandort im internationalen Wettbewerb stärken. Aber was heißt das eigentlich "exzellent"? Wie bekommt man den Status? Und können Unis ihn auch wieder verlieren?

Wie bekommen Universitäten den Exzellenzstatus?

Um sich als Exzellenzuniversität bewerben zu können, müssen die Universitäten mindestens zwei, als Universitätsverbünde mindestens drei sogenannte Exzellenzcluster vorweisen können. Als Exzellenzcluster wird ein zeitlich begrenzter Forschungsverbund bezeichnet, der Spitzenforschung in einem bestimmten innovativen Feld betreibt. Dabei arbeiten Forschende aus verschiedenen Disziplinen zusammen und lösen komplexe Fragestellungen.

Super C, Gebäude der Hochschulverwaltung RWTH Aachen, Rheinisch Westfälische Technische Hochschule Aachen

Im Fall der Hochschule in Aachen sind das Projekte zu umweltfreundlichen flüssigen Energieträgern, Quantencomputern und nachhaltigem Bauen. Bonn hat zum Beispiel acht Exzellenzcluster, darunter Forschungen zum Immunsystem, zur Teilchen- und Quantenphysik, zur technologischen Transformation in der Landwirtschaft und zur Sklaverei und Abhängigkeit.

Wie viele Exzellenzunis gibt es derzeit in Deutschland?

Neben den beiden NRW-Hochschulen bleiben auch die TU Dresden, die Universitäten Hamburg und Heidelberg, das KIT Karlsruhe, die Universität Tübingen sowie die LMU und TU München als Exzellenzstandorte bestehen - ebenso wie die Berlin University Alliance, ein Verbund aus FHHU und TU Berlin.

Offen ist noch der Wettbewerb der Neuanträge, in dem bis zu fünf Universitäten den begehrten Exzellenzstatus erreichen können. Mit im Rennen sind die Uni Köln und der Verbund aus Ruhr-Uni Bochum und TU Dortmund.

Wer entscheidet über den Exzellenzstatus?

Für die aktuelle Runde hat laut Wissenschaftsministerium eine internationale Expertengruppe alle bisherigen Exzellenzuniversitäten vor Ort begutachtet. Auf Basis dieser Empfehlung entscheidet dann die sogenannte Exzellenzkommission. Die setzt sich aus Wissenschaftlern und Vertretern der für Wissenschaft und Forschung zuständigen Ministerien des Bundes und der Länder zusammen.

Welche Chancen ergeben sich durch die Exzellenzcluster?

Laut Bundesforschungsministerium sollen damit herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Möglichkeit bekommen, bei innovativen Themen gemeinsam zu forschen, wissenschaftliche Nachwuchskräfte auszubilden und internationale Spitzenkräfte zu rekrutieren.

Wie sieht die finanzielle Förderung aus?

Bund und Länder fördern die zehn Exzellenzuniversitäten mit Millionensummen. Wie der Wissenschaftsrat am Mittwoch bekannt gab, werden die Einrichtungen ab Januar für weitere sieben Jahre gefördert. 

Die Exzellenzuniversitäten müssen sich alle sieben Jahre einer Evaluation stellen und nachweisen, dass sie die Fördervoraussetzungen weiterhin erfüllen.

Können Unis den Exzellenzstatus verlieren?

Ja, auch das geht. So wird ganz aktuell die Universität Konstanz ihren bisherigen Status verlieren. Diese hatte die Mindestanzahl an Exzellenzclustern, die für eine Weiterförderung gefordert waren, nicht erreicht, so die Begründung.

Warum ist der Exzellenzstatus so begehrt?

Der Titel gilt als Gütesiegel im globalen Wettbewerb. Hochschulen berichten regelmäßig, dass der Exzellenzstatus ihnen hilft, hochkarätige Forschende zu gewinnen, internationale Partnerschaften zu stärken und Drittmittel einzuwerben. Gleichzeitig schafft er regionale Effekte, etwa durch Unternehmensansiedlungen rund um besonders starke Forschungsbereiche oder durch neue Hightech-Labore, die auch Start‑ups und Industrie nutzen können.

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