Künstliche Intelligenz gehört inzwischen für viele zum Alltag. Mit Tools wie ChatGPT werden heute ganze Unterhaltungen geführt. Doch wenn es um sensible Daten geht - etwa in der Forschung – wird es schnell heikel. Denn viele KI-Systeme nutzen die eingegebenen Informationen, um damit zu trainieren und speichern sie auf ihren Servern.
Deshalb haben die Universitäten Köln, Aachen und Bochum bereits eine erste eigene KI entwickelt. Die wird bereits von Studierenden und Forschenden genutzt. Doch damit das System sein volles Potenzial entfalten kann, braucht es vor allem eins: Rechenleistung.
NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes übergibt Fördergelder
Wirtschaftsministerin Ina Brandes überreicht den Scheck zur Förderung an die Uni Köln.
Solche Rechensysteme auszubauen, ist jedoch teuer - das kann die Universität zu Köln nicht alleine stemmen. Deshalb hat Wissenschaftsministerin Ina Brandes am Mittag eine Förderung von 9,9 Millionen Euro übergeben. Gut investiertes Geld, sagt sie - denn Nordrhein-Westfalen müsse im Wettbewerb bestehen. Auf herkömmliche KI-Systeme zu setzen, sei keine Option:
"Wir würden uns von Technologieunternehmen oder Ländern mit anderen ethischen Hintergründen abhängig machen. Was das für unser Zusammenleben, für unsere Demokratie und für die Wirtschaft bedeuten würde, will ich mir ehrlich gesagt gar nicht ausmalen." Ina Brandes, NRW-Wissenschaftsministerin
Sicherheit steht im Fokus
Denn bei herkömmlichen KI-Anbietern kann man sich nie ganz sicher sein, was mit den Daten passiert. Deshalb hat die Uni Köln für ihre eigene KI klare Regeln festgelegt. Ziel ist es, die Kontrolle über vertrauliche Daten zu behalten.
"Wir haben in unseren KI-Richtlinien festgelegt, dass vertrauliche Daten nur auf auf lokalen Systemen verwendet werden können. So kann man sich sicher sein, dass die Daten nicht benutzt werden, um andere Modelle zu trainieren", erklärt Stefan Wesner, Leiter des IT-Zentrums der Universität zu Köln.
KI kann Forschung sichtbarer und verständlicher machen
Im Universitätsalltag hilft Künstliche Intelligenz nicht nur dabei, große Datenmengen zu verarbeiten oder Simulationen zu berechnen. Sie kann Forschung auch sichtbarer und vor allem verständlicher machen.
Die Astrophysikerin Stefanie Walch-Gassner forscht aktuell an der Entstehung neuer Sterne. Für sie ist der Einsatz von KI unverzichtbar. "Ich gebe oft öffentliche Vorträge, in denen ich zeige, was wir in den letzten Jahren für neue Planetensysteme entdeckt haben. Und wenn man dann einen Film dazu zeigt, wie so ein System wirklich entsteht und sich über die Zeit verändert, öffnet das den Leuten oft die Augen."
Ein Rechensystem für ganz NRW
Mit dem neuen System erhalten Forschende und Studierende künftig einen einfachen Zugang zu Rechenkapazitäten. Rund 80 Prozent der Leistung sollen dabei für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz zur Verfügung stehen.
Und davon profitiert nicht nur die Universität Köln selbst: Künftig können Hochschulen in ganz Nordrhein-Westfalen darauf zugreifen. Ziel ist es, die Forschung schneller, leistungsfähiger und sicherer zu machen.
Unsere Quellen:
- Interview mit Wissenschaftsministerin Ina Brandes
- Interview mit Astrophysikerin Stefanie Walch-Gassner
- Interview mit Stefan Wesner, Leiter des IT-Zentrums
- Pressemitteilung der Universität Köln
Sendung: WDR 5 Westblick, Lokalzeit, 30.04.2026, 17:46 Uhr