Die Landes- und Kommunalbeamten in Nordrhein-Westfalen können sich auf einen überdurchschnittlichen prozentualen Anstieg ihrer Besoldung freuen. Sie werden von der Tarifeinigung im öffentlichen Dienst stärker profitieren als ihre angestellten Kolleginnen und Kollegen, also jene Tarifbeschäftigten, die in dem Arbeitskampf mehrfach gestreikt hatten.
Keine "eins zu eins"-Übertragung in 2026
Während die Grundbesoldung bei den Angestellten für 2026 rückwirkend zum 1. April um 2,8 Prozent monatlich steigt - mindestens jedoch um 100 Euro - werden es bei den Beamten rund 3,36 Prozent plus sein. Das teilte das Finanzministerium am Dienstag in Düsseldorf mit. Zuerst hatte die "Rheinische Post" berichtet.
Dabei hatte die schwarz-grüne Landesregierung noch vor zwei Wochen nach einem "Besoldungsgespräch" mit Vertretern der Verbände und Gewerkschaften angekündigt, die Tarifeinigung vom 14. Februar 2026 "systemgerecht eins zu eins auf die Beamtinnen und Beamten, Richterinnen und Richter sowie Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger zu übertragen".
Grund für die Abweichung bei der Übertragung auf die Beamten ist laut Finanzministerium ein verfassungsrechtlich verankertes Mindestabstandsgebot zwischen den Besoldungsgruppen, das auch bei Erhöhungen immer gewahrt werden müsse. Das sei aber keine feste prozentuale Zahl. Problematisch werde die Übertragung der Tarifverhandlungen für Bund und Länder immer dann, wenn - wie in diesem Jahr - Festbeträge vereinbart worden seien.
Vor allem leitende Beamte profitieren
Im Ergebnis führt dies dazu, dass höhere Besoldungsgruppen von der jetzt geplanten prozentualen Abweichung deutlich mehr profitieren. 2027 und 2028 soll dann wieder 1:1 übertragen werden: Für 2027 ist ab März ein Plus von 2,0 Prozent geplant, 2028 sollen die Bezüge ab Januar weiter um 1,0 Prozent steigen. Auch die Ausbildungsentgelte werden angehoben.
Die Landesregierung will das Gesetz möglichst noch im Juni in den Landtag bringen. Abschlagszahlungen sind rückwirkend zum 1. April ab Ende Juni geplant. Beamte dürfen nicht streiken. Darum müssen Tarifabschlüsse immer nachträglich auf sie übertragen werden.
Unsere Quellen:
- Angaben der Landesregierung
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR.de, Mehr Geld für Beamte in NRW, 05.05.2026, 17:30 Uhr
