In Nordrhein-Westfalen sind im Jahr 2025 deutlich mehr Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und entschärft worden als noch im Jahr davor. Das geht aus aktuellen Daten des Innenministeriums hervor.
Waren es im Jahr 2024 noch 182 Bomben mit einem Gewicht von über 50 Kilogramm, so lag diese Zahl im Jahr darauf bei 282. Auch wurden deutlich mehr sogenannter "Lochbomben" ohne Zünder gefunden und welche mit chemisch-mechanischem Langzeitzünder.
Viele Funde auf altem Wehrmachtsgelände
Grund für die deutlich gestiegene Zahl der Blindgänger ist laut Ministerium unter anderem ein "erhöhtes Bauaufkommen". Auch eine Räumstelle auf dem ehemaligen Wehrmachtsfliegerhorst Störmede hat zu dem Anstieg geführt. Dort wurden 47 Sprengbomben gefunden und unschädlich gemacht.
"Blindgänger sind ein unsichtbares Risiko in unseren Böden und können auch mehr als 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg noch gefährlich sein", sagt deshalb Innenminister Herbert Reul.
Hohe Kosten durch Blindgänger
Konstant ist die insgesamte Zahl der Einsätze des NRW-Kampfmittelräumdienstes - sie lag mit 35.681 Fällen in 2025 etwas über dem Vorjahresniveau. Hier wurden zum Beispiel auch kleinere Sprengsätze überprüft und unschädlich gemacht.
Die meisten Fälle gab es hierbei im Bereich der Bezirksregierung Köln mit 12.161 Fällen. Insgesamt kosten die Einsätze das Land um die 27 Millionen Euro. Ein Teil des Geldes wird vom Bund übernommen.
Unsere Quellen:
- Eigene Recherche
- Pressemitteilung NRW-Innenministerium
Sendung: WDR.de, Mehr Blindgänger gefunden, 11.05.2026, 17:05 Uhr
