Nachher ist man immer schlauer, aber ich finde: Die landesweiten Schulschließungen heute waren richtig. Gerade im Rheinland war es oft nicht sonderlich glatt. Aber die offizielle Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes hatte vorab eine andere Sprache gesprochen. Warnstufe drei von vier: Es bestehe Gefahr für Leib und Leben.
Gut, dass sich das NRW-Schulministerium daran orientiert hat. Mal angenommen, es wäre so schlimm gekommen, die Schulen hätten geöffnet und Schülerinnen und Schüler wären zu Fuß oder im Bus auf dem Weg in den Unterricht verunglückt - der Aufschrei wäre riesig gewesen.
Probleme bei Kommunikation und Digitalisierung
Kritisieren lässt sich allerdings die Informationspolitik des NRW-Schulministeriums. Erst gestern um 15.01 Uhr kam eine Pressemitteilung, wenig später wurde die Nachricht überall verbreitet. Aber bereits am Freitag hatte das Ministerium auf seiner Website prominent den allgemeinen Unwetter-Erlass gesetzt. Sozusagen ein erster Hinweis, dass da etwas kommen könnte.
Nur: Eltern schauen sicherlich nicht auf die Ministeriums-Homepage und auch viele Schulleiter hatten davon nichts mitbekommen. Eine frühere Vorwarnung wäre wünschenswert gewesen, da sich die Wetterlage schon am Freitag angekündigt hatte.
Distanzunterricht
Der heutige Tag im Distanzunterricht zeigt zudem erneut: So richtig rund läuft es mit der Digitalisierung im Schulwesen immer noch nicht. Einige Eltern haben berichtet, dass die Online-Lernplattform am Vormittag einige Zeit überlastet und nicht erreichbar war. Aufgaben konnten nicht heruntergeladen werden.
Sendung: WDR 5 Westblick, 12.01.2025, 17:05 Uhr
