Kritik zu der Schulschließung | WDR aktuell
02:10 Min.. Verfügbar bis 12.01.2028.
Lob und Kritik nach glättebedingter Schulschließung
Stand:
Wegen Glättegefahr fällt der Präsenzunterricht an NRW-Schulen am Montag aus. Die Maßnahme ist bei Landespolitikern umstritten. Die SPD lobt Schulministerin Feller, von der FDP kommt deutlicher Unmut.
Von
Martin Teigeler
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Zu den Kommentaren [98]Die landesweite Schulschließung wegen Glatteisgefahr in Nordrhein-Westfalen hat bei Politikern ein geteiltes Echo ausgelöst. "Schulministerin Feller hat richtig gehandelt, weil sie das Wohl der Kinder in den Vordergrund gestellt hat", sagte die SPD-Bildungsexpertin im Landtag, Dilek Engin, am Montag. Sie lobte den "Distanzunterricht zur Sicherheit der Kinder".
Deutliche Kritik kam von der FDP im Landtag. "Haben wir nicht aus der Pandemie gelernt? Was ist mit milderen Mitteln? Ausfall der ersten Stunde? Regulärer Unterricht ohne Präsenzpflicht statt Notbetreuung?", schrieb FDP-Landeschef Henning Höne am Sonntagabend auf X (früher Twitter).
FDP: Schulen zu schnell geschlossen
"Sicherheit geht vor. Aber Schulen werden in Deutschland zu schnell geschlossen", sagte Höne. "Es leiden Schüler und Familien."
NRW-Schulministerin Feller (CDU)
NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) verteidigte die Entscheidung. Die Glatteislage war zwar am Montagmorgen an vielen Orten in Nordrhein-Westfalen nicht so angespannt wie befürchtet. Feller sagte, sie habe sich aber am Sonntag festlegen müssen.
Späterer Schulbeginn die bessere Lösung?
Die Schulministerin verwies auf Vorwarnungen und Warnungen des Wetterdienstes. "Und da hieß es eben, die Unwetterwarnung gilt von 0 Uhr bis 10 Uhr, in manchen Landesteilen sogar bis 13 Uhr", sagte Feller bei WDR 2 auf die Frage, ob nicht etwa auch ein späterer Schulbeginn statt der Schulschließung möglich gewesen wäre.
"Für viele Familien ist die Entscheidung natürlich herausfordernd, weil sie am Sonntagnachmittag ihre eigene Arbeit umplanen mussten", sagte die SPD-Landtagsabgeordnete Engin. Da stelle sich die Frage, "ob die Entscheidung nicht auch schon früher hätte gefällt werden können".
Auch die Landeselternschaft der Grundschulen bemängelte die Informationspolitik. Wenn die Schulen bereits am Freitag auf ein solches Szenario hingewiesen worden seien, wäre es sinnvoll gewesen, auch die Eltern einzubinden, sagte die Vorsitzende Josephine Behrens dem WDR. Dann hätten Eltern die Möglichkeit gehabt, schon einmal über einen Plan B für die Betreuung der Kinder nachzudenken.
Gewerkschaft: Distanzunterricht mal so, mal so
Als "erstmal nachvollziehbar" bezeichnete die Landeschefin der Lehrergewerkschaft GEW, Ayla Celik, die Anordnung. Die Umsetzung des Distanzunterrichts sei in NRW aber "sehr uneinheitlich". Celik: "Trotz vorhandener Standards bestehen weiterhin große Unterschiede bei technischer Ausstattung, Endgeräten sowie der Qualität von Internet- und WLAN-Zugängen – sowohl an Schulen als auch in den Haushalten der Lernenden." Zudem fehle es an Unterstützung für Lehrkräfte.
Die Schulen in Nordrhein-Westfalen machen am Montag Online-Unterricht oder schicken Schülern Aufgaben per Mail. Eltern berichteten dem WDR, dass Lernplattformen zwischenzeitlich nicht erreichbar waren.
Unsere Quellen:
- Engin und Celik auf WDR-Anfrage
- Feller im WDR 2 Interview
- Interview mit Josephine Behrens, Vorsitzende der Landeselternschaft der Grundschulen
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR.de und WDR 2, Interview mit NRW-Schulministerin Feller, 12.01.2026, 11:33 Uhr
98 Kommentare
Kommentar 98: Jennifer schreibt am 14.01.2026, 11:12 Uhr :
Hallo zusammen. Nun ich kann es nicht verstehen warum die Menschen so ein Stress drum machen wegen der winterlichen Verhältnisse. Leute es sind unsere Kinder die im Gefahr sind und selbst die Mitmenschen auf der Straße. Wir müssen unsere Kinder und uns selber schützen. Ich fand die Entscheidung richtig den hier bei uns auf dem Dorf war es.eine Katastrophe gewesen und bin heil froh über die Entscheidung.
Kommentar 97: Gertrud schreibt am 14.01.2026, 08:30 Uhr :
Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)
Kommentar 96: Lula schreibt am 14.01.2026, 08:16 Uhr :
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Kommentar 95: Tom Talking schreibt am 14.01.2026, 08:14 Uhr :
Hallo
Kommentar 94: Daniela schreibt am 14.01.2026, 05:39 Uhr :
Schulen sind keine Betreuungsanstalten, sondern Bildungseinrichtungen. Der Fehler liegt nicht bei einer Ministerin, die Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte schützen will, sondern in einem System, dass Eltern zwingt, ständig einen Spagat zwischen Beruf und Kinderbetreuung machen zu müssen. Warum sind so oft beide Partner gezwungen, voll arbeiten zu gehen, weil der Lohn nicht reicht? Warum bekommen Eltern in diesem Fall nicht automatisch einen zusätzlichen Tag bezahlten Urlaub? Warum ermöglichen die Arbeitgeber nicht HomeOffice? Es werden wieder die Schwachen gegeneinander ausgespielt, aber das System an sich, in dem Wirtschaft über alles geht, wird nicht hinterfragt. Auch ein Supermarkt bspw. kann bei Glatteis mal geschlossen bleiben, bis die Lage sich beruhigt hat.
Antwort von Brigitta S. , geschrieben am 14.01.2026, 11:11 Uhr :
Ihre Fragen können nicht so einfach beantwortet und gelöst werden, da steckt viel dahinter zum Bsp. wer übernimmt die Kosten? Der Arbeitgeber oder der Steuerzahler? Nicht jeder Arbeitgeber kann den Arbeiter Home -Office anbieten, die Berufe sind unterschiedlich, oder sitzen alle im Büro?
Kommentar 93: Nina schreibt am 13.01.2026, 21:50 Uhr :
Völlig übertrieben, bevormundend und entmündigend. Das ist die Wahrheit, tut mir leid! Richtige Entscheidung wäre gewesen, dass die Präsenzpflicht ausgesetzt wir. Somit hätte jeder Elternteil selbstdenkend entscheiden können, ob das Kind zur Schule läuft, gefahren wird, mitm Bus fährt usw. Eben und vor allem, da es wettertechnisch regional in NRW total unterschiedlich war. Aber einfach mal "pauschal" ALLE Schulen zu schließen. Da bekommt man vom Kopfschütteln ein Trauma. Und noch ein Funfact: Am Mittwoch, also morgen, ist für unseren Jüngsten wieder schulfrei, weil pädagogischer Tag. Unfassbar.. finde den Fehler!
Kommentar 92: Chris schreibt am 13.01.2026, 18:35 Uhr :
Aus meiner Sicht war der eigentliche Fehler nicht zu unterscheiden. Es hab große Unterschiede nach Ort und Lage, wo es nahezu auszuschließen war, dass die befürchtete Glätte kommt. Weder Frost noch Niederschlag. Dennoch erfolgte NRW-weit die gleiche Warnung.
Kommentar 91: Manuel schreibt am 13.01.2026, 17:38 Uhr :
Es ist nicht in Ordnung, so eine Entscheidung für ganz NRW zu fällen. In Mülheim war morgens fast nichts und wir hatten drei Kinder zuhause und alle Lehrer waren in der Schule. Das ist doch völlig verrückt. Sie hätte es den Eltern freistellen können und wir gucken dann morgens wie die Lage ist. So konnte ich nicht arbeiten gehen und musste die Kinder wieder betreuen und bekomme dann noch für jedes Kind ein Lernpaket. Ganz ehrlich, das könnt ihr vergessen, ich bin kein Lehrer. Der Unterricht fällt viel zu häufig aus. Sogar wegen pädagogischer Tage fällt die Schule aus, da finde ich auch, das könnte man durchaus in den 12 Wochen Ferien machen, dafür muss man nicht wieder die Schule schließen. Die Schulen sollten nur in absoluten Notfällen geschlossen werden. Und das war am Montag ganz sicher nicht der Fall.
Kommentar 90: Torben schreibt am 13.01.2026, 17:02 Uhr :
Eine vollkommen richtige Entscheidung. Heute gibt es die Möglichkeit des Distanzunterricht und somit kein Problem. Verunglückt aber ein Schulbus, dann, dann wäre das Geschrei riesig.
Kommentar 89: Brigitta S. schreibt am 13.01.2026, 16:37 Uhr :
Ich erinnere mich an meine Schulzeit, da sagten wir Schüler zum Lehrer bei herrlichen warmen und blauen Himmel im Sommer: "Wir bitten den Lehrer spazieren zu gehen bei diesen schönen Wetter" und er war je nach Klasse einverstanden. Jetzt wird im Winter die Schule geschlossen wegen vermutlicher Eisglätte vor Ort und die Schüler nehmen ihre Eislaufschuhe und gehen bei Eisglätte zum gefrorenen Teich. Eigenverantwortung tragen die Eltern, die sie ziehen lassen. Diese freie Zeit von der Schule ist für sie nicht gefährlich? Man kann die Meinungen dazu drehen wie man will, jeder bringt die Vor und Nachteile nach seiner Warte von einem anderen Blickwinkel aus.
Kommentar 88: Andreas Stelzig schreibt am 13.01.2026, 16:19 Uhr :
Man kann es nie allen Recht machen. Verstärkt durch den Hype in den Medien wollen die Eltern so zeitig wie möglich informiert werden. So war jetzt am Montag ein gut vorbereitetes Distanzlernen möglich. Den Vorschlag eines späteren Schulbeginns brauchen wir für den ländlichen Raum nicht mal andiskutieren.