500 Euro-Schein, Hörsaal

NRW-Hochschulen in Sorge: Wie hoch fallen die Kürzungen aus?

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Die Landesregierung will ab 2026 bei den Hochschulen in NRW sparen. Es geht wohl um mehr als 100 Millionen Euro. Wie hoch die Kürzungen genau ausfallen, ist aber weiter offen.

Von Franziska Hübl

Die Universitäten und Hochschulen in NRW müssen sich auf drastische Sparmaßnahmen gefasst machen: Ab 2026 plant die Landesregierung die Grundfinanzierung der Universitäten und sonstigen Hochschulen um viele Millionen Euro zu kürzen.

Die Befürchtung der NRW-Studierendenvertretung: Es könnten bis zu 255 Millionen Euro wegfallen. Außerdem könnten weitere rund 240 Millionen aus den Rücklagen der Hochschulen entnommen werden. Ob die Kürzungen tatsächlich so hoch ausfallen oder doch niedriger, das lässt die Landesregierung bisher offen.

"Hochschulen müssen Beitrag zur Konsolidierung leisten"

Das Vorhaben folgt einer Empfehlung des Landesrechnungshofes, um so Geld im Haushalt einzusparen. Und das, obwohl die schwarz-grüne Landesregierung sich bei der Verabschiedung des Haushaltsentwurfs für 2026 im Juli dazu bekannt hatte, Bildung priorisieren zu wollen.

Grund für den Sparplan ist laut eines Sprechers des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW die allgemein angespannte Haushaltslage. "Wir erleben jetzt im dritten Jahr in Folge eine Rezession in Deutschland", heißt es auf Anfrage.

Zudem gehen die Studierendenzahlen an den Unis und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften zurück: "In dieser Ausgangslage werden auch die Hochschulen einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten müssen."

Sparmaßnahmen könnten Studierenden schaden

An einigen Hochschulen hatten Studierende und Mitarbeiter in den vergangenen Wochen gegen die Kürzungspläne protestiert. Sie haben Sorge, dass der geplante Sparkurs negative Folgen für sie haben könnte. Studierendenvertretungen äußern Bedenken, dass die Kürzungen die Hochschulen massiv unter Druck setzen  könnten. "Fixkosten wie Miete und Energie bleiben bestehen, so dass nur noch beim Personal und Lehrangebot gespart werden kann", heißt es in einer Stellungname des Landes-ASten-Treffen NRW.

Rund 30 Studierende stehen in einem Hörsaal vor grünene Tafeln, darüber hängen Transparente

Hörsaalbesetzung von Studierenden an der Uni Bielefeld.

Sie schätzen, dass circa sieben bis acht Prozent der Stellen gestrichen werden müssten. Die Konsequenzen: Weniger Vorlesungen, weniger Seminare, aber höhere Studiengebühren. Denn um die Einsparungen auszugleichen, könnte das Studium teurer werden.

Einzelne Hochschulen haben schon Kürzungspläne öffentlich gemacht. Die Universität Köln bestätigte auf Anfrage, dass sie für das kommende Jahr bereits jetzt mit zehn Millionen Euro weniger kalkuliert. Die Fachschule Düsseldorf sagte der Rheinischen Post, dass sie wohl bis zu 15 Professuren streichen müsse.

SPD und FDP kritisieren Kürzungen scharf

Die SPD schließt sich den Befürchtungen an. Ihr wissenschaftspolitischer Sprecher im Landtag, Bastian Hartmann, sagte: "Die geplanten Kürzungen der Landesregierung im Hochschulwesen sind falsch und schaden Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa. Jede Kürzung im Bildungsbereich führt langfristig zu Einnahmeverlusten."

 An Gebäuden und Infrastruktur werde kaum genug gespart werden können: "Deshalb sind die Kürzungen vor allem für wissenschaftlich Beschäftigte gefährlich, die meist nur befristet angestellt sind. Hierunter leiden schlussendlich auch die Studierenden." Und das, obwohl NRW bereits heute die schlechteste Betreuungsquote zwischen Dozierenden und Studierenden deutschlandweit habe.

Entscheidung über Kürzungen soll im Herbst 2025 fallen

Auch die FDP stellt sich gegen die Kürzungen bei Hochschulen, so Angela Freimuth, wissenschaftspolitische Sprecherin: "Einerseits lässt man sich für Erfolge der Hochschulen feiern – lässt aber Studierende, Beschäftigte und Hochschulleitungen gleichzeitig im Regen stehen, indem man den Hochschulen eine auskömmliche Grundfinanzierung vorenthält."

Bisher sind die Kürzungen im Hochschulwesen nur in Planung. Wie genau der Sparkurs am Ende aussieht, darüber wird aktuell noch verhandelt. Ende Oktober befasst sich der Wissenschaftsausschuss des Landtags in einer Anhörung damit nochmal.

Unsere Quellen:

  • Stellungnahme SPD und FDP im NRW-Landtag
  • Stellungname Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW
  • Stellungnahme Landes-ASten-Treffen NRW

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