Studentenproteste | WDR Aktuell

00:29 Min. Verfügbar bis 27.06.2027

Tutorien gestrichen: Studierende protestieren an Uni Bielefeld

Stand:

Die Hochschulen in NRW sollen 2026 weniger Geld bekommen. In Bielefeld kommt schon jetzt weniger bei einigen Studierenden an.

Die ersten Auswirkungen der Kürzungen sind an der Uni Bielefeld schon zu spüren. Dabei sind sie eigentlich erst fürs kommende Jahr geplant. Im Bereich Geschichte wurden kurzfristig alle Tutorien abgesagt, in denen fortgeschrittene Studierende bisher Basiswissen an Studienanfänger vermittelt haben. Rund 30 Stellen für studentische Hilfskräfte sind gestrichen.

Michelle Fichtner, Sprecherin der Geschichtstutorinnen und -tutoren berichtet, dass es zwar Ersatz geben soll, allerdings mit weniger Stunden und geleitet von Dozierenden statt von anderen Studierenden.

Hörsaal an Universität Bielefeld besetzt

Eine junge Frau in der Universität, über ihr ist in Hintergrund ein Transparent zu sehen mit Aufschrift "Bildung ist kein Bonsai"

Isabell Perreira, Sprecherin des Bündnis "Bielefeld unkürzbar"

Als Protest gegen die Kürzungen haben rund 30 Studierende am Donnerstag einen Hörsaal der Universität Bielefeld besetzt. Das Bündnis "Bielefeld unkürzbar" bemängelt unter anderem die intransparente Kommunikation zu dem Thema.

Das Ministerium sagt, der Haushalt ist ja noch nicht beschlossen, und das Universitäts-Rektorat sagt, es ist noch nicht klar, was für Kürzungen uns erwarten. In Wirklichkeit weiß das Land aber schon, dass die Hochschulen ihr Geld gekürzt bekommen, und das Rektorat macht seit Monaten wöchentlich Krisensitzungen zum Konsolidierungsprozess. Im Dunkeln gelassen werden sollen die Studierenden. Isabel Perreira, Bündnis "Bielefeld unkürzbar"

Einsparungen von bis zu 250 Millionen Euro

Über 250 Millionen Euro könnten den Hochschulen gestrichen werden, befürchten Studierendenvertretungen in Nordrhein-Westfalen. Dort geht man davon aus, dass zwischen 7 und 8% der Stellen gekürzt werden müssten.

"Ein dramatischer Schritt, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Nordrhein-Westfalen bereits jetzt die schlechteste Betreuungsquote in Deutschland aufweist“, warnt Debora Eller von der landesweiten Interessenvertretung der Studierendenschaft.

Ab 2026 sollten die Kürzungen in Kraft treten

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW hat angekündigt, ab 2026 Gelder für die Hochschulen zu kürzen. Die genauen Zahlen soll es nach der Haushaltsberatung im Sommer und Herbst geben. 

"Ziel ist es, die Auswirkungen der Konsolidierung für die Hochschulen so gering wie möglich zu halten", teilte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage des WDR mit. Für die rund 30 Studierenden, die keine Hilfskräfte mehr sein werden und die Geschichtsstudierenden, deren Tutorien gestrichen sind, sind sie das schon jetzt nicht mehr.

Unsere Quellen:

  • Reporterin vor Ort
  • Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW
  • Referat für Kommunikation der Universität Bielefeld
  • Michelle Fichtner, Sprecherin der Geschichts-Tutorinnen und -Tutoren
  • Bündnis "Bielefeld unkürzbar"​​​
  • Pressemitteilung Landes-ASten-Treffen Nordrhein-Westfalen vom 20. Februar 2025

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