Die Schulglocke klingelt, das Foyer füllt sich: 90 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule in Lüdinghausen treffen sich zur Vorbereitung auf die anstehende Gedenkstättenfahrt. In wenigen Wochen geht es nach Krakau und Auschwitz-Birkenau.
Frauke Schmauß und Ulrike Schulte-Vorwick organisieren die Gedenkstättenfahrten.
Ein Projekt, das die beiden Lehrerinnen Ulrike Schulte-Vorwick und Frauke Schmauß für die neunte Jahrgangsstufe organisieren. Seit rund zehn Jahren leiten sie die Studienfahrt. Noch nie war die Gruppe an Interessierten so groß.
Respektvoller Umgang mit der Geschichte
Gemeinsam bereitet sich das Team auf die anstehende Reise vor.
"Keine Totenkopf-Shirts und keine lustigen Selfies an den Bahngleisen - es ist wichtig, dass ihr mit nötigem Respekt das ehemalige Konzentrationslager betretet", erklären die Geschichtslehrerinnen.
Gemeinsam mit den Jugendlichen bereitet sich das Team auf seine Reise nach Polen vor. Neben der NS-Gedenkstätte steht auch ein Besuch des ehemaligen Ghettos in Krakau an. Die Vorfreude auf die Fahrt steigt, doch der ernste Hintergrund ist allen hier bewusst.
"Antisemitismus ist bei uns an der Schule kaum spürbar, dafür aber Rassismus. Das sind beides aktuelle Themen in unserer Gesellschaft. Um so wichtiger finde ich, dass wir uns mit Reisen wie dieser an einen schrecklichen Abschnitt deutscher Geschichte erinnern." Linus Wulfinghoff, Schüler der Sekundarschule
Ministerpräsident besucht zum ersten Mal die Gedenkstätte
Mit seiner Reise nach Polen will auch Hendrik Wüst (CDU) am heutigen Mittwoch ein Zeichen gegen das Vergessen und für die Stärkung der Erinnerungskultur setzen. Zum ersten Mal besucht er das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.
Der Ministerpräsident hat in der Vergangenheit immer wieder gesagt, dass er jedem Schüler und jeder Schülerin einen Gedenkstättenbesuch ermöglichen will. Entsprechende Fördergelder sollen laut Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen allein im vergangenen Schuljahr rund 19.000 Jugendliche auf eine Gedenkstättenfahrt gebracht haben.
Ministerpräsident Wüst besucht Auschwitz | Video
WDR. 00:30 Min.. Verfügbar bis 20.05.2028.
Geschichte greifbar machen
Im Unterricht informieren sich die Jugendlichen über das jüdische Leben ab 1938.
Von der fünften Klasse an zieht sich das Kapitel der NS-Zeit durch den Lehrplan an deutschen Schulen. Als Höhepunkt erleben die Jugendlichen der Sekundarschule in wenigen Wochen eine Reise quasi in die Vergangenheit.
Mit ihrem Engagement wollen auch Frauke Schmauß und Ulrike Schulte-Vorwick das demokratische Verständnis der Schülerinnen und Schüler stärken. Sie betonen: "Man muss die Geschichte ins Hier und Jetzt holen."
Unsere Quellen:
- Eindrücke der Reporterin an der Sekundarschule
- Pressemitteilung der Staatskanzlei
Sendung: WDR 5, WDR aktuell, 20.05.2026, 08.30 Uhr
