In einem Großraumbüro eines Startup-Hubs "Startplatz" arbeitet eine Frau an Laptop und Monitor

DGB: Politik soll Gleichstellung stärker fördern

Stand:

Frauen in NRW verdienen weniger und haben ein höheres Armutsrisiko als Männer. Der Deutsche Gewerkschaftsbund stellt deshalb vor dem Internationalen Frauentag am 8. März Forderungen an die Politik.

Frauen sind finanziell in vielen Berufen weiterhin schlechter gestellt als Männer. Und sie leisten nach wie vor auch mehr Care-Arbeit, betreuen also Kinder oder pflegebedürftige Angehörige. Die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Anke Unger forderte deshalb am Dienstag in Düsseldorf mehr und verlässlichere Kinderbetreuung, mehr Pflegeunterstützung sowie die Abschaffung von Ehegattensplitting und Minijobs.

Viele Frauen wollten mehr arbeiten – allerdings seien die Rahmenbedingungen dafür oft nicht gut, sagte DGB-Landesvize Unger vor dem internationalen Frauentag am 8. März. Der CDU-Wirtschaftsflügel hatte unlängst eine Abschaffung des Rechts auf angebliche "Lifestyle-Teilzeit" beantragt - und damit viel Kritik auf sich gezogen und bundesweite Debatten ausgelöst.

Die Gewerkschafterin Unger rief Bund, Land und Arbeitgeber auf: "Anstatt durch Minijobs, Ehegattensplitting und Steuerklasse V das klassische Hauptverdiener-Modell zu fördern, sollte der Staat Anreize für eine partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit setzen."

Gleichstellung: Situation von Frauen auf dem NRW-Arbeitsmarkt

WDR Studios NRW 03.03.2026 00:35 Min. Verfügbar bis 02.03.2028 WDR Online

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen ist in Nordrhein-Westfalen von 2008 bis 2024 um fast ein Drittel gestiegen, auf rund 3,4 Millionen. Von einer Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt sind sie laut einem wissenschaftlichen Datenreport für den DGB in NRW aber noch weit entfernt.

Wo Frauen weiter unterrepräsentiert sind

Obwohl in Nordrhein-Westfalen etwas mehr Frauen als Männer leben, sind sie bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiterhin weniger stark vertreten als Männer.

Weitere Ergebnisse des vom DGB beauftragten Instituts Arbeit und Technik in Gelsenkirchen: Im vergangenen Jahr verdienten Frauen im Schnitt 15 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Und obwohl Frauen in NRW oft besser qualifiziert sind als Männer, arbeiteten sie häufiger in Tätigkeiten mit geringerem Anforderungsniveau.

Frauen öfter in Minijobs und Teilzeit

Rund 76 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjobs und mehr als 59 Prozent der Minijobs in NRW entfielen laut Report auf Frauen. Während Männer in NRW pro Woche rund 20 Stunden für Haushaltstätigkeiten und Betreuung von Angehörigen aufbrachten, waren es bei den Frauen demnach fast 30 Stunden.

Als Reaktion auf den DGB-Report sagte SPD-Landeschefin Sarah Philipp: "Dass sich die Situation in NRW nicht spürbar verbessert, zeigt: Hier fehlen klare Prioritäten. Gleichstellung darf nicht nur ein dahingesagtes Versprechen sein. Sie ist überfällig – auf dem Arbeitsmarkt und überall sonst." Beim Ausbau der Ganztagsplätze hinke NRW unter Schwarz-Grün zum Beispiel hinterher.

Mitarbeit: Amber Berger (Grafik)

Unsere Quellen:

Sendung: WDR.de, Gleichstellung: Situationen von Frauen auf dem NRW-Arbeitsmarkt, 03.03.2026, 13:34 Uhr

Weitere Beiträge zur Politik in NRW

1 / 2