Olympische Ringe

Olympia in NRW - Ausgedribbelt von Bayern?

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Dass sich NRW mit Rhein-Ruhr auf Olympische Spiele bewirbt, hat in der Politik breiten Konsens. Die FDP sieht jedoch ein nur halbherziges Engagement der Landesregierung und reagiert jetzt deutlich.

Bisher waren es gerade die Freidemokraten, die besonders sparsam mit Kritik an Olympia an Rhein und Ruhr waren. Keine Partei hat sich so hinter die Bewerbung für mögliche Spiele zwischen 2036 und 2044 geklemmt wie die FDP. Das dürfte auch an Michael Mronz liegen. Er ist seit 2023 Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Mronz hat 2017 der Idee mit seiner Privatinitiative wieder neues Leben eingehaucht. 

Damals scheiterte der Sportrechte-Manager und Ehemann des verstorbenen FDP-Parteichefs Guido Westerwelle mit einer Bewerbung für 2032. Bei dem neuen Anlauf überließ Mronz - wegen seiner nun befangenen IOC-Rolle - das Engagement der schwarz-grünen Landesregierung.

Entsprechend hielt sich auch die FDP aber mit grundlegender Kritik an der Bewerbung zurück, auch aus Rücksicht darauf, dass die grundsätzliche Initiative für Olympia an Rhein und Ruhr aus dem eigenen Umfeld kam.

FDP fürchtet, ins Hintertreffen zu geraten

Doch der Landesvorstand hat in seiner Sitzung am Montagabend ein deutliches Papier veröffentlicht. Es liegt dem WDR vor. Die Partei fordert mehr Konsequenz vor allem von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). So befürchtet die FDP gegenüber den drei anderen deutschen Bewerbern ins Hintertreffen zu geraten. Vor allem den Wettlauf mit der Bewerbung Münchens müsse man entschlossener angehen.

"Wenn Markus Söder mit vollem Körpereinsatz für Bayern spielt, darf Hendrik Wüst nicht zulassen, dass Nordrhein-Westfalen ausgedribbelt wird", heißt es in dem FDP-Papier. "Die Olympischen Spiele würden die Auftragsbücher des Mittelstandes füllen und die Infrastruktur unseres Landes auf ein modernes Level heben: bessere Straßen, sanierte Brücken und intakte Schienen für das Pendeln mit Auto und Bahn", sagt es FDP-Landeschef Henning Höne.

Unzufriedenheit mit Bewerbungs-Budget

Auslöser für das Papier sind unter anderem Recherchen des WDR, wonach bisher nur 50.000 Euro in die erste Phase der nationalen Bewerbung geflossen sind. Mögliche weitere 500.000 Euro Landesgeld gibt es nach Angaben der Staatskanzlei nur, wenn sich Rhein-Ruhr auch tatsächlich gegen Hamburg, München oder Berlin durchsetzen würde. Man folge damit den Empfehlungen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), hieß es.

Diese Entscheidung hat nach WDR-Informationen auch zu Unmut im Umfeld der Kampagne geführt. Die Verantwortlichen hätten sich bis zur nächsten Phase über mehr Geld gefreut, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Für die Landesregierung betreut die Sportmarketing-Agentur der Stadt Düsseldorf die Bewerbung.

Auch SPD fordert mehr Geld für Olympia

Auch die SPD im Landtag hält die gezahlten Summen für zu niedrig und spricht von einer "halbherzigen Bewerbung". Wer Olympia wolle, müsse das auch zeigen, erklärt die sportpolitische Sprecherin der Fraktion, Tülay Durdu, auf WDR-Anfrage. "Wir brauchen jetzt ein klares Bekenntnis, eine breite Beteiligung der Gesellschaft und vor allem mehr Engagement von der Landesregierung. Sonst verspielen wir diese einmalige Gelegenheit", warnt Durdu. 

Bis endgültig entschieden wird, wer sich für Deutschland auf Olympische Spiele bewerben kann, dauert es jedoch noch etwas. Bis zum September 2026 will sich der DOSB festlegen. Ein Grundpfeiler der Entscheidung soll dabei auch die Zustimmung der Bevölkerung sein. Laut Wüst ist dabei die Möglichkeit eines Bürgerentscheids in den Städten die wahrscheinlichste Variante, diese Zustimmung abzufragen.

Unsere Quellen:

  • Statement FDP-Landesverband
  • Statement SPD-Landtagsfraktion
  • Eigene Recherche

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