Demonstration gegen Rheinmetall-Chef Armin Papperger
Aktuelle Stunde . 28.08.2025. 24:00 Min.. UT. Verfügbar bis 28.08.2027. WDR. Von Thomas Kramer.
Mehr als 200 Demonstranten sind am Donnerstagnachmittag in Meerbusch durch das Wohnviertel des Firmenchefs Armin Papperger gezogen. Die Polizei war mit hunderten Einsatzkräften vor Ort. Insgesamt verlief der Protest aber weitestgehend friedlich.
Die Demonstranten haben sich im Wohnviertel des Firmenchefs versammelt
Organisiert wurde die Demo im Wohnviertel von Firmenchef Papperger von der Gruppierung "Rheinmetall entwaffnen" (RME), eine linksextremistisch beeinflusste Gruppe mit antimilitaristischen Zielen. Mit der Demonstration sollte ihm "auf die Pelle gerückt werden", sagte ein Mitglied der Initiative. Die Demonstranten hatten Fahnen und Schilder dabei. "Kapitalismus erzeugt Krieg. Einer kassiert, viele krepieren, alle leiden", war auf einem zu lesen.
Die Demonstranten zünden Bengalos
Zwischenzeitlich zündeten die Demonstranten Bengalos. Die Polizei stoppte den Zug daraufhin und warnte, dass die Demo beendet werde, wenn damit nicht Schluss sei. Immer wieder mussten die Teilnehmer auch von der Polizei gestoppt werden, weil sie ihre Vermummungen nicht abnehmen wollten.
Das Düsseldorfer Rüstungsunternehmen Rheinmetall steht immer wieder in der Kritik. Gegner werfen dem Konzern vor, Geschäfte mit dem Krieg zu machen. Allein der Aktienkurs hat sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs verzehnfacht. Immer wieder gibt es Demonstrationen vor dem Firmensitz. Einige Aktivisten gehen jetzt weiter.
Rheinmetall-Chef Armin Papperger.
Laut der Presseagentur dpa durfte der Demo-Zug aber nicht zum Privathaus des Firmenchefs ziehen. Die rund 200 angemeldeten Teilnehmer mussten an der Kreuzung zu der Straße umdrehen, in der das Haus steht. Brisant: Das Bündnis hatte in einem Schreiben Pappergers Adresse in einem Villenviertel in Meerbusch veröffentlicht.
Staatsschutz ermittelt
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort
Die Polizei Düsseldorf teilte mit, dass deswegen der Staatsschutz ermittelt. Denn der 62-jährige Papperger gehört zu den gefährdetsten Managern in Deutschland. Er hat ständigen und massiven Personenschutz, seine Villa wird bewacht. Bei der Demo am Donnerstag war die Polizei deshalb mit einem Großaufgebot in Meerbusch.
Russland soll einen Anschlag auf ihn geplant haben. Amerikanische und deutsche Geheimdienste sollen den Plan vereitelt haben. Im vergangenen Jahr gab es außerdem einen Brandanschlag auf sein Gartenhaus. Dass nun Pappergers Privatadresse öffentlich wurde, ist vor diesem Hintergrund besonders brisant.
Juristen sehen Demo an Wohnort kritisch
Die Gruppierung "Rheinmetall entwaffnen" spricht im WDR-Interview davon, dass man Demonstrationen vor dem Privathaus für legitim halte. Juristen sehen das kritischer. "Die Privatsphäre darf nicht eingeschränkt werden. Außerdem darf es zu keinen Bedrohungen und Einschüchterungen kommen", sagte der Staatsrechtler Markus Thiel dem WDR.
Ähnlich sieht das Prof. Markus Ogorek von der Universität zu Köln: "Der private Rückzugsort steht in keinem Zusammenhang mit den Demonstrationszielen", erklärte er. "Es geht um Rheinmetall als Unternehmen, es geht um die Produktion von Waffen. Es hätte aus meiner Sicht viel näher gelegen, die Demonstration vor der Firmenzentrale durchzuführen".
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- Interview mit Aktionsbündnis "Rheinmetall entwaffnen"
- Interview mit Staatsrechtler
- NRW-Innenministerium
- Polizei Düsseldorf
- Nachrichtenagentur dpa