Nach der Hitze plötzlich Unwetter in NRW | WDR Aktuell

03:53 Min. Verfügbar bis 03.07.2027

Unwetter in NRW: Volle Keller und umgestürzte Bäume

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Eine Gewitterfront ist am Mittwoch übers Land gezogen - mit Folgen. Einher gingen die Gewitter auch mit einem heftigen Temperatursturz.

Heftige Gewitter haben die Hitze aus dem Land gewaschen. Die teilweise schweren Unwetter blieben nicht ohne Folgen: Keller liefen voll, Bäume stürzten um, Freibäder wurden geräumt, der Bahnverkehr war gestört. Auch Autobahnen waren kurzzeitig gesperrt.

Besonders erwischt es den Westen von NRW: Im Kreis Düren rückte die Feuerwehr zu rund 400 Einsätzen aus. In Eschweiler wurde die insgesamt größte Regenmenge gemessen, mit knapp 60 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit.

Ganz in der Nähe, im Ort Dürwiß, stürzte ein Vordach einer Festhalle ein - Anwohner berichten von einem lauten Knall. Das THW hat den Schaden gesichert, aber Schülerinnen und Schüler müssen trotzdem bangen. Sie wollen am Wochenende ihr Abitur in der Halle feiert. "Wir sind vorsichtig optimistisch, dass die Feiern stattfinden können", sagt Pressesprecher René Constantini von der Stadt Eschweiler.

Bäume auf Bahngleisen - Mehrere Strecken in NRW gesperrt

Umgestürzte Bäume blockierten auch den Bahnverkehr im Land. Auf der Strecke zwischen Aachen und Köln war der Abschnitt von Eschweiler nach Langerwehe gesperrt. Grund dafür war ein umgestürzter Baum auf der Strecke. Betroffen waren die Linien RE1 und RE9. Rund um Stolberg seien mehrere Bäume auf die Gleise der RB20 gestürzt.

Im Münsterland blockierte ein Baum den RB51 zwischen Coesfeld und Ahaus. Am Morgen nach dem Unwetter läuft der Verkehr wieder. Die Deutsche Bahn meldete am frühen Morgen: keine Einschränkungen mehr durch Hitze oder Unwetter.

Krefeld von Unwetter voll erwischt

In Krefeld wütete schon gestern Nachmittag ein schweres Gewitter. Die Feuerwehr rückte aus, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu entfernen. Auch in anderen Städten wurden die Menschen von den Gewittern kalt erwischt. So wurde der Xantener Südsee geräumt, auch das Freibad im Düsseldorfer Stadtteil Lörick schloss wegen eines nahenden Unwetters vorzeitig. 

Im Osten von NRW hielten sich die Feuerwehreinsätze in Grenzen - im Kreis Minden gab es einige kleinere Einsätze wegen umgestürzter Bäume und herabgefallener Äste. Ein Windrad geriet in Brand, die Gründe sind aber noch unklar. Möglicherweise war ein Blitzeinschlag die Ursache.

Temperaturen kletterten auf bis zu 39,1 Grad

Die Temperaturen im Land waren am Mittwoch in extreme Höhen geklettert. Spitzenreiter war Neuss mit 39,1 Grad. Lippstadt erreichte mit 38 Grad einen Rekord für den Monat Juli. Am Nachmittag wurde es immer schwüler und bald traten die ersten Hitzegewitter auf - sie hatten örtlich Unwetterpotenzial.

Temperatursturz nach den Gewittern

Nach den Unwettern, die einmal quer über das Land ziehen, wird es bedeutend kühler. So sind schon am frühen Mittwochabend die Temperaturen in Issum von 37 auf 21 Grad gefallen - um 16 Grad! Mit den Gewittern rutschten die Werte in Borken von 38 auf 23 Grad runter. Um 14 Grad fielen die Temperaturen in Düsseldorf (von 38 auf 24).

Die Höchstwerte am Mittwoch

OrtTemperatur
Neuss39,1
Duisburg Hochfeld39
St. Augustin38,9
Köln-Porz Wahn38,9
Marl38,6
Krefeld38,5

Rekordwerte im Jahr 2019

Die bisherigen Rekordwerte wurden in der aktuellen Hitzewelle aber nicht erreicht. Sie stammen aus dem Jahr 2019: Da hatten wir Ende Juli 41,2 Grad in Duisburg-Baerl und Tönisvorst sowie 41,1 Grad in Köln.

Hohe Waldbrandgefahr

Angesichts der knochentrockenen Böden hat das NRW-Landwirtschaftsministerium am Dienstag eindringlich vor der erhöhten Waldbrandgefahr gewarnt. Rauchen, Grillen und offene Feuer sind in der Nähe von und in Waldgebieten streng verboten. Autofahrer sollen ihre Fahrzeuge ausschließlich auf befestigten Flächen parken, damit heiße Katalysatoren die Vegetation nicht in Brand setzen können.

Für Dienstag und Mittwoch galten laut Ministerium fast überall im Land die erhöhte Waldbrandgefahr der Stufe 3 laut Index des Deutschen Wetterdienstes (DWD), teils sogar höhere Warnstufen.

Unsere Quellen:


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