Acht Wochen nach dem ersten Fund eines Wildschweins, das mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert war, ist im Kreis Olpe ein Schutzzaun rund um die sogenannte Kernzone fertiggestellt worden.
45 Kilometer Zaun grenzen jetzt das Gebiet ab, in dem in den vergangenen Wochen fast 100 Wildschweinkadaver gefunden wurden. Alle mit der Seuche infiziert.
Zaun verhindert jetzt eine Ausbreitung der Seuche
Dieser Schutzzaun wurde gegen die Verbreitung errichtet.
Bislang war in diesem Bereich die Jagd auf Wildschweine verboten. Zu groß war die Gefahr, dass bei einem Schuss auf ein Tier der Rest der möglicherweise infizierten Rotte wegläuft.
Im schlimmsten Fall würde die Seuche sich dann in den Gegenden verbreiten, in denen sie bisher noch nicht war. Doch durch den Zaun, der das Gebiet komplett umschließt, ist dieser Verbreitungsweg jetzt versperrt.
"Population so weit wie möglich reduzieren"
Die Kernzone liegt im Kreis Olpe.
Deshalb ruft der Kreis Olpe die Jäger nun auf, das Schwarzwild, also die Wildschweine, gezielt zu bejagen. Vor allem in der Kernzone, um die der Zaun gezogen wurde, soll die Population so weit wie möglich reduziert werden, heißt es in einem Schreiben des Kreises. Das habe seuchenrechtliche Gründe – denn das Virus soll mittel bis langfristig ausgerottet werden.
"In diesem Bereich ist das Virus nachweislich vorhanden. Die dort lebenden Wildschweine würden sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit anstecken", erläutern die Amtstierärzte des Kreises Olpe den zweiten Aspekt.
"Die ASP führt bei Schweinen zu schweren Krankheitssymptomen und endet praktisch immer tödlich. Dieses Leid soll den Tieren erspart werden."
In Saufängen wird ganze Rotte getötet
Die Wildschweine werden in diese Ställe getrieben.
Dazu werden auch sogenannte Saufänge aufgestellt. Das sind in der oft verwendeten Bauweise Holz-Gatter mit einem Durchmesser von einigen Metern, die mit einem fernsteuerbaren Tor ausgerüstet sind.
Sie werden in der Regel mit Videokameras überwacht. In dem Gatter wird Futter als Lockmittel ausgestreut. Im Kreis Olpe wurden zunächst zwei sogenannte "Kleinfänge" aufgestellt.
Unsere Quellen:
- Kreis Olpe
- Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung NRW
- Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt
