Tourismus und Schweinebauern in Schweinepest-Sperrzone mit Einbußen
Lokalzeit Südwestfalen. 28.07.2025. 02:35 Min.. Verfügbar bis 28.07.2027. WDR. Von Heinz Krischer.
Elf neue Fälle von Afrikanischer Schweinepest im Sauerland
Stand:
Die Zahl der bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest im Sauerland steigt weiter. Am Wochenende sind elf neue Fälle dazugekommen. Damit sind jetzt insgesamt 48 Wildschweine positiv auf das Virus getestet worden. Landwirte und Gastwirte in der Sperrzone spüren die Folgen.
Landwirtin Lisa Sternberg hat die Sicherheitsmaßnahmen drastisch erhöht. Mit großen Bauzäunen hat sie ihren Hof in Lennestadt-Grevenbrück abgeriegelt. Die Schweineställe liegen in der inneren Sperrzone der Afrikanischen Schweinepest (ASP) - und das ist ein besonderes Risiko.
Zäune und Desinfektionsmittel
"Wir haben unseren Betrieb hier eingezäunt, um uns davor zu schützen, dass Besucher unkoordiniert auf den Hof treten. Man weiß ja nie, wo die hergelaufen sind", sagt Lisa Sternberg. "Die können infizierten Kot unter den Schuhen haben und könnten übers Betriebsgelände laufen. Anschließend könnten wir drüber treten und das mit in unseren Betrieb hineinnehmen."
Lisa Sternberg in ihrem Schweinestall in Lennestadt-Grevenbrück
Zum Schutz vor der ASP hat die Landwirtin zudem spezielles Desinfektionsmittel gekauft und auch neue Schutzkleidung für sie und ihre Mitarbeitenden. 1.200 Schweine stehen in ihren Ställen. Die kann sie nur an einige spezielle Schlachthöfe verkaufen.
Verkauf der Schweine - "eine Nullnummer"
Doch laut Landwirtschaftsverband zahlt der Handel für Schweine aus der Sperrzone 2 kaum noch Geld - obwohl die Tiere nicht krank sind. Für die Landwirtin ein Desaster.
Für die Schweine, die jetzt verkauft werden, da bleibt nichts vom Erlös über. Das ist eine Nullnummer. Lisa Sternberg
Landwirtin
Touristen meiden die Region
Auch der Rhein-Weser-Turm bei Kirchhundem liegt in der ASP-Sperrzone 2. Bernhard Schwermer betreibt das Restaurant in dem beliebten Ausflugsziel. Doch seit die Nachrichten von der Schweinepest bekannt wurden, bleiben bei ihm die Touristen aus.
Gastwirt Bernhard Schwermer in seinem Restaurant bei Kirchundem
"Unser Restaurant liegt hier oben mitten im Wald. Und wir spüren das schon gewaltig", sagt der Gastwirt. Direkt als die ersten Nachrichten von der ASP bekannt wurden, seien die Tagesgäste-Zahlen eingebrochen.
Die Wochenenden sind relativ kaputt. Bernhard Schwermer
Gastwirt
Schwermer glaubt, dass viele Tagestouristen nichts über die ASP wissen oder aber falsche Vorstellungen haben. "Entweder haben sie jetzt Angst in den Wald zu kommen, weil sie da irgendeinem Wildschweine begegnen könnten, oder sie haben Angst, dass sie es selber kriegen könnten."
Mehr Information über die Krankheit sei nötig
Mehr Information über die Krankheit sei nötig, sagt er. Zum einen, dass die ASP nicht auf den Menschen oder Hunde übertragen werden kann, sondern nur Schweine betrifft. Und dass es weiterhin möglich ist, im Wald spazieren zu gehen, wenn man auf den Wegen bleibt.
Unsere Quellen:
- Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung NRW (LAVE)
- Landwirtin Lisa Sternberg
- Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband (WLV)
- Gastwirt Bernhard Schwermer
- WDR-Reporter vor Ort
