28 Grad warmes Wasser auf 130 Grad aufheizen - das muss die Großwärmepumpe schaffen, die jetzt auf dem Evonik Gelände in Herne steht. Nur so kann die Restwärme der Chemieproduktion in das Fernwärmenetz eingespeist werden.
Das Innere der Hochleistungs-Wärmepumpe: Hier werden 100 Grad Wärme erzeugt.
Aktuell ist die Anlage betriebsbereit - sie muss allerdings noch von der Stadt Herne abgenommen werden. Die Betreiber rechnen damit, dass das kurzfristig passieren wird und dann mit der Wärmeproduktion begonnen werden kann - in den nächsten Tagen oder Wochen.
Zusammenarbeit macht innovative Wärmeproduktion möglich
An dem Projekt sind drei Partner beteiligt: Evonik gehört die Chemieproduktion - sie stellt die Abwärme zur Verfügung. Uniper hat in die Wärmepumpe investiert und kauft Ökostrom, um die Wärmepumpe zu betreiben. Die erzeugte Wärme verkauft Uniper dann an Iqony, die sie dann wiederum als Fernwärme an die Endkunden und Endkundinnen verkauft.
Die Hochleistungswärmepumpe besteht aus mehreren Modulen, die in Containern untergebracht sind.
Die Hochleistungs-Wärmepumpe auf dem Werksgelände wurde in Teilen angeliefert und sieht aus wie mehrere zusammengestellte und gestapelte Container. Sie soll im Jahr ca 1.750 Tonnen Co2 einsparen - das ist die Leistung von mehr als 140.000 Bäumen.
Wenn man sich einen Standort backen müsste, dann würde man sich den genau so machen. Holger Kreetz, COO Uniper
Für die Projektverantwortlichen ist der Standort in Herne perfekt. Es gibt viel Industrie, die auch viel ungenutzte Abwärme produziert. Zufällig führt am Chemiewerk direkt eine Fernwärmeleitung vorbei - so war die Infrastruktur schon da. Gleichzeitig ist die Bevölkerungsdichte im Ruhrgebiet so hoch, dass die Wärme schnell in den Haushalten ist.
Die Fernwärme der Zukunft?
Das Projekt sei einzigartig in Deutschland, sagen die Betreiber. Es wird jetzt zweieinhalb Jahre getestet. Danach könnte es auch ausgeweitet werden: Der Evonik Standort in Herne hat das Potential 10 oder sogar 20 Mal so viel Fernwärme zu produzieren.
"Dieses Projekt, wenn es denn erfolgreich sein wird, ist ein Vervielfäliger." Frank Dudda, Oberbürgermeister Stadt Herne
Sollte sich das Projekt bewähren, könnte überall an Industriestandorten Restwärme genutzt werden, die sonst einfach verfällt. Und das ist auch für den Fernwärmemarkt wichtig - bisher kommt die Wärme nämlich häufig aus Gas- oder Kohlekraftwerken. Insbesondere aufgrund des Kohleausstiegs müssen Alternativen her.
Unsere Quellen:
- Evonik
- Uniper
- Iqony
- Stadt Herne
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 13.04.2026, 16:31 Uhr